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Gefahrenzone Internet: Was tun gegen Cyberkriminalität?
Lokales 3 Min. 30.12.2016

Gefahrenzone Internet: Was tun gegen Cyberkriminalität?

Die Polizei gibt auf ihrer Homepage Tipps, wie man sich vor Cyberkriminalität schützen kann.

Gefahrenzone Internet: Was tun gegen Cyberkriminalität?

Die Polizei gibt auf ihrer Homepage Tipps, wie man sich vor Cyberkriminalität schützen kann.
Foto: Guy Jallay
Lokales 3 Min. 30.12.2016

Gefahrenzone Internet: Was tun gegen Cyberkriminalität?

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
Geld an Unbekannte überweisen, das ist keine gute Idee. Dies musste erst vor einigen Tagen eine Frau erfahren, als sie auf eine üble Betrugsmasche im Internet hereingefallen ist – und das gleich zweimal hintereinander. Wie kann man sich vor Cyberkriminalität schützen?

(che) - Eine Frau lernt vor ein paar Monaten einen Mann über ein soziales Netzwerk kennen. Irgendwann bittet er sie um Geld, 4.000 Euro um Arztrechnungen zu begleichen. Sie überweist, denn sie hat Mitleid – obwohl sie den Mann noch nie getroffen hat. Danach meldet er sich nicht mehr, ihr wird klar: Es handelt sich um Betrug.

Bei einer Internetrecherche findet sie schließlich eine Bank, die Betrugsopfern verlorenes Geld zurückerstattet. Dazu sei allerdings eine Vorauszahlung von 1.000 Euro notwendig. Die Frau überweist erneut – doch bei einer zweiten Zahlungsaufforderung seitens der Bank wächst in der Frau ein Verdacht.

Sie geht zur Polizei und dort wird klar: Es handelt sich um Betrug – das Geld wird sie wahrscheinlich, trotz Strafanzeige, nie wiedersehen.

Häufiger, als man denkt

Dieser Fall ist keine Fiktion, sondern hat sich genau so in Luxemburg zugetragen. „Im Internet betrogen zu werden, passiert häufiger als man denkt. Das, was hier passiert ist, ist aber schon einzigartig. Denn gleich zweimal kurz hintereinander auf Betrüger im Internet hereinzufallen, das passiert nicht so oft“, erklärt Carine Merens, Pressesprecherin der Polizei.

Und weiter: „Um sich vor solchen Vorfällen zu schützen, hilft nur eines: Genau prüfen, auf wen man sich einlässt. Und auf keinen Fall Geld an Unbekannte überweisen.“ Doch nicht nur in sozialen Netzwerken tummeln sie sich, die Unehrlichen. Auch andere Methoden wenden Betrüger an, um an das Geld von ihren wehrlosen Opfern zu kommen.

Und es kommt häufiger vor, als viele denken. Erst vor Kurzem gab es wieder Fälle der sogenannten „Microsoft-Masche“: Ein angeblicher Mitarbeiter von Microsoft ruft einem Mann an und erklärt auf Englisch, dass sein Computer mit einem Virus infiziert sei.

Um dieses Problem zu beheben, soll er 300 US-Dollar per Kreditkarte bezahlen. Was er auch tut. Bei der monatlichen Abrechnung stellt er fest: Es wurde eine viel größere Summe abgebucht, als mit dem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter abgesprochen. Ein Virus gab es nie.

Mehr Wachsamkeit

Ein anderer Mann erlebte, ebenfalls vor ein paar Tagen, einen ähnlichen Vorfall. Ihm wurde am Telefon mitgeteilt, er müsse eine Microsoft-Lizenz für seinen PC kaufen. Dies tat der Betroffene auch – eine Lizenz erhielt er zwar nicht, dafür aber eine saftige Kreditkartenabrechnung. Polizeisprecherin Carine Merens rät zur Wachsamkeit: „Diese Masche existiert nicht erst seit gestern und doch fallen immer wieder Menschen darauf herein. Dabei müssen sie nur eines tun: das Gespräch einfach beenden.“

„Phishing“ funktioniert ähnlich. Nutzer werden mittels angeblich offizieller E-Mail von ihrer Bank oder anderen Unternehmen aufgefordert, ihre Daten preiszugeben. Und werden dann mit Kontoabbuchungen zugunsten der Betrüger überrascht.

Ein weiteres großes Problem ist, laut Carine Merens, das sogenannte „Sextortion“. Nutzer von Sozialen Netzwerken werden hierbei von attraktiven Frauen oder Männern angeschrieben. Eine Einladung zum Videochat folgt, es kommt zu „Cybersex“ – und endet oftmals mit einer Erpressung seitens des Unbekannten. Das Opfer muss nun zahlen – oder das Video wird der Öffentlichkeit preisgegeben. Auch hier der Rat: „Sich nicht auf Unbekannte einlassen.“

Sofort handeln

Doch was tun, wenn die Falle bereits zugeschnappt ist oder ein Verdacht auf Betrug aufkommt? „Hat man die Konto- oder Kartendaten angegeben, sollten die betroffenen Karten sofort gesperrt werden. Wenn schon Geld abgebucht wurde, sollen die Betrogenen zur Polizei gehen und Strafanzeige erstatten“, rät Merens.

Denn: „Die Polizei sammelt die Informationen und kann nur handeln, wenn sie die Vorfälle kennt. In Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeidienststellen konnten so schon Betrüger festgenommen werden“, so Merens.

Allerdings muss man auch nicht bei jeder Spam-Nachricht zur Polizei gehen. Nur, wenn man Opfer einer Masche geworden ist, sei es ratsam die Polizeidienststelle aufzusuchen.

Präventive Maßnahmen

Ansonsten ist es hilfreich, die Spamfilter auf aktuellem Stand zu halten und eine gute Firewall zu installieren. Wichtig sei es aber vor allem, mitzudenken und die Inhalte von Nachrichten in Frage zu stellen, so Carine Merens: „Wenn ich nie bei einem Lottogewinn oder Preisausschreiben teilgenommen habe, ist es wohl kaum möglich, dass ich bei einem solchen gewonnen habe. Dann sollten schon die Alarmglocken läuten.“

www.police.public.lu

www.bee-secure.lu


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