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Gefahrenstelle Bahnübergang
Lokales 3 2 Min. 06.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Gefahrenstelle Bahnübergang

In Luxemburg gibt es 117 Bahnübergänge. Sie sollen aber nach und nach verschwinden. Die CFL rief am Donnerstag am International Level Crossing Awareness Day zur Vorsicht an diesen Gefahrenstellen auf.

Gefahrenstelle Bahnübergang

In Luxemburg gibt es 117 Bahnübergänge. Sie sollen aber nach und nach verschwinden. Die CFL rief am Donnerstag am International Level Crossing Awareness Day zur Vorsicht an diesen Gefahrenstellen auf.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 2 Min. 06.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Gefahrenstelle Bahnübergang

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Regelmäßig kommt es zu Zwischenfällen an Bahnübergängen. Aus diesem Grund sollen sie verschwinden. Bis es soweit ist, klärt die CFL über die Gefahren auf.

Ein Mann steht mit seinem Auto mitten auf den Gleisen. Es staut. Die Schranken schließen sich. Vor ihm ein Wagen, hinter ihm auch. Er kommt nicht weg. Eine Horrorvorstellung, die in diesem Fall glücklicherweise nur in einem Werbespot der CFL nachgestellt wird. Der Spot soll die Menschen über die Gefahr an Bahnübergängen aufklären, genauso wie der International Level Crossing Awareness Day, auf den am Donnerstag im hauptstädtischen Bahnhof hingewiesen wurde.


Ausbau Bahnhof Luxemburg + Passerelle, Gare, CFL, Bus, Zug, Traffic, Verkehr, Mobilität, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
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Fokus liegt auf den Berufsfahrern

„Im Schnitt kommt es einmal pro Woche zu einem Zwischenfall, bei dem eine Bahnschranke zerstört oder beschädigt wird“, sagt Marc Wengler, Generaldirektor der CFL. 40 bis 60 Fälle pro Jahr wurden insgesamt gezählt. Von 2014 bis April 2019 ist es zu zehn Unfällen an Bahnübergängen gekommen, da die Straßenverkehrsordnung nicht respektiert wurde. Vergangenes Jahr ereigneten sich 74 Zwischenfälle an Bahnübergängen, bei denen ein Auto, Lastwagen, Traktor, Radfahrer oder Fußgänger impliziert war.

Der Fokus der diesjährigen Sensibilisierungskampagne liegt auf den Berufsfahrern. Ein im Bahnhof aufgestelltes Plakat zeigt einen Lastwagen, der vor Jahren mit einem Zug kollidierte. „Er hatte Betonplatten geladen. Die Baustelle befand sich gleich neben den Gleisen und der Fahrer setzte zurück, um zu manövrieren“, erinnert sich ein CFL-Mitarbeiter.

Zwischen 2004 und 2018 haben hierzulande vier Personen an Bahnübergängen ihr Leben verloren. Allein vergangenes Jahr waren es zwei. Auch Fußgänger waren betroffen. Ursache waren etwa, dass sie zu langsam unterwegs waren, nicht aufmerksam oder die Geschwindigkeit des Zuges unterschätzten.

Dabei kündigt sich an, dass ein Zug sich nähert. Zunächst leuchtet eine rote Ampel auf, dann ertönt ein Signal. Insgesamt dauert es sieben Sekunden, bis die Schranken geschlossen sind. Der Zug kann plötzlich sehr schnell da sein. An Stellen, wo er durchfährt, vergehen nur zehn Sekunden. Dort, wo sich ein Bahnhof oder -steig befindet, kann es schon mal länger dauern. Von zwei Minuten aufwärts.


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Gefahrenstelle so schnell wie möglich verlassen

Was tun also, wenn man plötzlich mit seinem Auto auf den Gleisen zwischen den Schranken zum Stehen kommt? „Einfach durchfahren. Die Schranken sind aus Aluminium und brechen sofort. Das Auto bekommt dabei höchstens ein paar Kratzer“, meint ein CFL-Mitarbeiter. Falls das Fahrzeug eine Panne hat, soll es umgehend verlassen werden.

Zurzeit gibt es 117 Bahnübergänge in Luxemburg. In den vergangenen fünf Jahren wurden 24 entfernt. Und auch in Zukunft sollen diese Gefahrenstellen verschwinden. Bis 2025 sollen es neun weniger sein.


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