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Gefälschter Brief verwirrt SUV-Fahrer
Lokales 2 Min. 28.06.2021
SUV-Verbot in Trier

Gefälschter Brief verwirrt SUV-Fahrer

SUVs dürften angeblich nicht mehr in die Trierer Innenstadt, so der gefälschte Brief.
SUV-Verbot in Trier

Gefälschter Brief verwirrt SUV-Fahrer

SUVs dürften angeblich nicht mehr in die Trierer Innenstadt, so der gefälschte Brief.
Symbolfoto: pxhere
Lokales 2 Min. 28.06.2021
SUV-Verbot in Trier

Gefälschter Brief verwirrt SUV-Fahrer

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Zahlreiche Trierer bekamen am Wochenende einen Brief, der ein Fahrverbot für SUVs in Trier ab 2022 ankündigt. Eine Fälschung, so die Stadt.

Ein echt aussehender Brief mit Absender der Stadt Trier hat am Wochenende bei vielen Trierer Bürgern für Kopfschütteln gesorgt. Unter dem Briefkopf des Landes Rheinland-Pfalz und dem Logo der Stadt Trier wird dort angekündigt, es solle in Trier bereits ab dem Jahr 2022 Fahrverbote für SUVs geben. Die Stadtgeländewagen sollten nur noch werktags zwischen 6 und 7 Uhr und abends nach 20 Uhr in der Innenstadt fahren dürfen, heißt es in dem Brief. An Samstagen gälten Ausnahmen. 

Außerdem würde in Zukunft ein sogenannter „Trierer Klimagroschen“ von SUV-Besitzern erhoben, sofern diese nicht nachweisen könnten, dass sie ihr Fahrzeug für zum Beispiel forst- oder landwirtschaftlich nutzen. 

Besonders „wild“ ist dann der dritte Punkt: „stufenweise Erhöhung des luxemburgischen Kraftstoffpreises für alle PKW mit erhöhter Bodenfreiheit, welche in Trier gemeldet sind“.  

Wegen der angeblich bevorstehenden „Reaktivierung des Trierer Straßenbahnnetzes“ bittet der Brief zudem um Verständnis für Verkehrsbehinderungen durch die Bauarbeiten.

Verantwortlich für die Umsetzung der Maßnahmen sei angeblich das neu gegründete „Ministerium für Mäßigung bei Marktversagen“ in Kooperation mit der Stadt Trier und „dem Land Luxemburg“. Zum Ende heißt es „Wir bitten Sie [...] sich frühzeitig von Ihrem Stadtgeländewagen zu trennen.“ Unterschrieben ist der Brief von einem gewissen Ernst Kallenbach. 

Täuschend echtes Aussehen mit literarischer Anspielung

Layout und Formatierung und auch einige Formulierungen des gefälschten Briefes sind tatsächlich täuschend echt - wer schon einmal Trierer Behördenpost in der Hand hatte, merkt auf den ersten Blick keinen Unterschied. Bei der Erwähnung des „Ministeriums für Mäßigung bei Marktversagen“ dürften aber bei den meisten die Alarmglocken geklingelt haben. 

Täuschend echtes Aussehen, auffällig falscher Inhalt.
Täuschend echtes Aussehen, auffällig falscher Inhalt.
Foto: privat

Und auch im Unterzeichner verbirgt sich eine Anspielung: Der Autor Ernest Callenbach (mit C) schrieb 1975 den Zukunftsroman „Ecotopia“ - eine der ersten ökologischen Utopien. Der Roman spielt im Jahr 1999 in Ökötopia, einem im Nordwesten von den USA abgespaltenen Staat, in dem streng ökologische Grundsätze gelten und Maschinen mit Verbrennungsmotor tatsächlich nur noch für unvermeidliche Arbeiten wie zum Beispiel Forstwirtschaft genutzt werden dürfen.  

Bei der Stadt Trier findet man die Aktion allerdings nicht lustig: „Das Rathaus weist darauf hin, dass es sich selbstverständlich nicht um ein offizielles Schreiben der Stadtverwaltung handelt“, heißt es auf der Website der Stadt. „Es wurde Strafantrag gegen Unbekannt gestellt.“ 


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Ein Stadtsprecher sagte gegenüber dem SWR, dass die Telefonnummern, die im Brief genannt werden, tatsächlich bei der Stadtverwaltung existieren. Etwa 20 Anrufe seien eingegangen, dazu zahlreiche Hinweise per Mail. 

Wer für den gefälschten Brief verantwortlich ist, lässt sich bisher aber nicht sagen.

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