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Gefährliche Spinnenart: Ein gefährlicher, aber seltener Gast
Lokales 14.10.2016

Gefährliche Spinnenart: Ein gefährlicher, aber seltener Gast

Die stabilen Kieferklauen des Ammen-Dornfingers sind in der Lage, die Haut des Menschen zu penetrieren.

Gefährliche Spinnenart: Ein gefährlicher, aber seltener Gast

Die stabilen Kieferklauen des Ammen-Dornfingers sind in der Lage, die Haut des Menschen zu penetrieren.
Foto: Shutterstock
Lokales 14.10.2016

Gefährliche Spinnenart: Ein gefährlicher, aber seltener Gast

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der Ammen-Dornfinger ist die größte in Luxemburg nachgewiesene Spinnenart. Ihr Biss kann schmerzhaft sein, dazu kommt es aber eher selten.

(jag) - Nachdem der Ammen-Dornfinger im Sommer durch mehrere Presseartikel auf sich aufmerksam machte, ist die "gefährlichste Spinne Europas" nun auch Thema einer parlamentarischen Anfrage.  Ja, „Cheiracanthium punctorium“ kommt auch in Luxemburg vor, allerdings ist die Spinnenart in Luxemburg eher selten, so Umweltministerin Carole Dieschbourg in ihrer Antwort. Auch das Risiko, gebissen zu werden, ist sehr klein. Die Spinne lebt meist im Trockenrasen und meidet menschliche Siedlungen.  

Die recht unscheinbare, mittelgroße Spinne, ist ursprünglich in den warmen bis gemäßigten Regionen des östlichen Mitteleuropas, Zentralasiens und des Mittelmeerraums beheimatet. In Luxemburg wurde sie bisher in der Naturreserve "Aarnescht" in der nähe von Niederanven, in der Reserve "Haard" in der Nähe von Düdelingen sowie in den Gemeinden Remerschen und Flaxweiler beobachtet.

Schmerzhaft, aber meist ungefährlich

Ganz harmlos ist die achtbeinige Besucherin aus südlichen Gefilden nicht. Ihr deutscher Name, Ammen-Dornfinger, deutet bereits darauf hin, dass eine Begegnung mit dem bis zu 1,5 Zentimeter großen Tier zu einer recht schmerzhaften Erfahrung werden kann. Die größte Vertreterin aus der Familie der Dornfingerspinnen zählt zu den wenigen Spinnen in Europa, deren Biss tatsächlich unangenehme Folgen haben kann.

Lebensbedrohlich ist der Biss der Dornfinger zwar nicht, aber vor allem Kleinkinder und Allergiker sollten Vorsicht walten lassen. Die kurz nach dem Biss auftretenden Schmerzen gleichen zunächst einem Wespen- oder Bienenstich. Die Haut rötet sich an der anhand zweier winziger Einstiche erkennbaren Bissstelle und schwillt an. Der Schmerz kann sich dann innerhalb von Minuten auf die gesamte betroffene Gliedmaße ausdehnen. In seltenen, schweren Fällen können zudem Schwindel, Übelkeit, leichtes Fieber und Schüttelfrost auftreten. Nach etwa 24 Stunden verschwinden die Symptome dann meist ohne Folgeschäden wieder. Meldungen über Spätfolgen oder gar Todesfälle gibt es bisher nicht.

Die Bezeichnung "gefährlichste Spinne Europas" ist laut Umweltministerin irreführend. Dies trifft wohl auf Mitteleuropa zu, in Südeuropa sind mit der europäischen Schwarzen Witwe und der Einsiedlerspinne aber weitaus gefährlichere Arten unterwegs.


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