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Gedränge im Luxemburgisch-Test
Lokales 04.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Sprachexamen

Gedränge im Luxemburgisch-Test

Das Interesse am luxemburgischen Pass ist weiterhin hoch.
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Gedränge im Luxemburgisch-Test

Das Interesse am luxemburgischen Pass ist weiterhin hoch.
Foto: shutterstock
Lokales 04.01.2018 Aus unserem online-Archiv
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Gedränge im Luxemburgisch-Test

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Mit der Gesetzesänderung zum Erlangen des luxemburgischen Passes ist das Interesse regelrecht explodiert. Bis zu sechs Monate müssen die Kandidaten warten, bis sie ihr Sprachexamen ablegen können.

(jag) - Anwärter auf die luxemburgische Nationalität, die die vorgeschriebenen Luxemburgisch-Sprachkurse besuchen, müssen sich derzeit in Geduld üben, wenn sie ihr Examen ablegen wollen: Erst im Juli 2018 sind wieder freie Plätze zu haben. Bis dahin sind sämtliche Examenssitzungen restlos belegt. Dies bestätigt Bildungsminister Claude Meisch (DP) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage des CSV-Abgeordneten Marc Spautz.

Bisher konnte man das Examen innerhalb von drei bis vier Wochen ablegen, mit den Änderungen am Nationalitätengesetz sei das Interesse am luxemburgischen Pass aber regelrecht explodiert. Wartezeiten von bis zu sechs Monaten sind dabei keine Ausnahme. Während des Schuljahres 2016/2017 hat das Institut National des Langues (INL) insgesamt 13 Sessionen für 1.400 eingeschriebene abgehalten, im laufenden Schuljahr stieg diese Zahl auf 1.616. In der Folge wurde ebenfalls die Zahl der Examen angehoben.  Das INL hat zudem weitere Prüfer ausgebildet.

Zurzeit beschäftigt das INL insgesamt 16 Lehrer, um die Examen auszuarbeiten und zu korrigieren. Dass das Institut im zweiten Semester dieses Jahres wieder in seinen Stammsitz am Boulevard de la Foire umzieht, dürfte sich laut Claude Meisch auch positiv auf das Arbeitsumfeld auswirken. Meisch geht davon aus, dass dann auch die Zahl der Examen weiter gesteigert werden kann.

Die Anwärter auf die luxemburgische Nationalität  haben die Wahl zwischen insgesamt 24 Lernstunden ohne Examen oder aber das Ablegen eines Examens ohne spezifische Kurse. Die Erfolgsquote lag laut Meisch bisher bei 62 Prozent, mit der Gesetzesänderung und den neuen Modalitäten stieg diese Quote auf 72 bis 87 Prozent.        


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