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"Gambia-Koalition": Die Geschichte eines besonderen Begriffs
Lokales 2 Min. 28.10.2013

"Gambia-Koalition": Die Geschichte eines besonderen Begriffs

Aus dem "Gambia-Gespenst" wird mittlerweile Wirklichkeit.

"Gambia-Koalition": Die Geschichte eines besonderen Begriffs

Aus dem "Gambia-Gespenst" wird mittlerweile Wirklichkeit.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 28.10.2013

"Gambia-Koalition": Die Geschichte eines besonderen Begriffs

Der Begriff hat sich mittlerweile durchgesetzt. Überall ist von der "Gambia-Koalition" zu hören und zu lesen. Doch wie kam es eigentlich dazu? Und was steckt dahinter?

(CBu) - Der Begriff hat sich mittlerweile durchgesetzt. Überall ist von der "Gambia-Koalition" zu hören und zu lesen. Doch wie kam es eigentlich dazu? Und was steckt dahinter?

Ein ziemlich starker Beweis dafür, dass sich in unserer heutigen Zeit ein Begriff durchgesetzt hat, ist dessen Aufnahme in "Wikipedia". Wenn man "Gambia-Koalition" googelt, taucht mittlerweile der Eintrag in der berühmten "freien Enzyklopädie" ganz oben, als erster Treffer auf.

Dort ist dann zu lesen: "Als Gambia-Koalition wird eine Koalitionsregierung aus drei Parteien bezeichnet. Angelehnt an den Begriff Jamaika-Koalition, der in Folge der deutschen Bundestagswahl 2005 populär wurde, symbolisieren die drei in der Flagge Gambias vorkommenden Farben die drei Koalitionspartner."

"Jamaika-Koalition", nur anders...

In Luxemburg tritt der Begriff erstmals im Vorfeld der Chamberwahlen vom 20. Oktober auf. Anders als in den vergangenen Tagen von anderen Luxemburger Medien kolportiert, haben sich die Erfinder bzw. jene, die die Bezeichnung an Luxemburger Verhältnisse adaptiert haben, bei ihrer Namensgebung nur an den Parteifarben orientiert.

""Ampelkoalition", "Jamaika-Koalition", "schwarze Ampel" – Was haben sich deutsche Journalisten nicht alles einfallen lassen, um die diversen Modelle politischer Zusammenarbeit zwischen drei Parteien zu bezeichnen. In dieser Logik geht es in Luxemburg um die mögliche Perspektive einer "Gambia-Koalition": Rot, Blau, Grün."

Das "Gespenst der Gambia-Koalition" spukte freilich bereits im Wahlkampf umher und wurde von verschiedenen Politikern und Journalisten aufgegriffen. Allerdings meistens noch als "Dreierkoalition". Aus dem Gespenst wird mittlerweile, nach und nach Wirklichkeit. Auch wenn die Protagonisten um Bettel, Schneider, Bausch und Co. diesen griffigen, leicht zu merkenden Namen eher nicht mit ihrem politischen Projekt in Verbindung bringen wollen.

"Gambia" erobert Facebook

Insbesondere im deutschsprachigen Ausland hat sich der Begriff der "Gambia-Koalition" längst durchgesetzt. So titelt "Fokus Online": "Juncker zittert vor der Gambia-Koalition". Oder das "Handelsblatt": "Gambia-Koalition bootet Juncker aus". Und auch die "FAZ" sieht Luxemburg "Auf dem Weg zur Gambia-Koalition".

Und nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken macht sich der Begriff breit, wenn auch in nicht ganz so "seriöser" Form. Seit den Wahlen und der Ankündigung von DP, LSAP und Déi Gréng haben sich sowohl "Pro-Gambia"-Gruppen ("Gambia Koalitioun Lëtzebuerg") als auch "Contra"-Gruppen ("Gambia - Nee Merci") gegründet.

Auch wenn die "Nee Merci"-Fraktion hier momentan mit über 6.000 Likes knapp in Führung liegt, wird der Facebook-Streit in dieser Frage wohl noch länger andauern. Besonders kreativ, wenn auch vom Namen nicht sonderlich griffig, ist in diesem Sinn übrigens die Gruppe "Dreierkoalitioun Jo, awer net esou, an wann dann Neiwahlen".


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