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Gaffen soll unter Strafe gestellt werden
Bislang ist das Gaffen nicht explizit vom Code de la Route verboten. Das Nutzen eines Mobiltelefon am Steuer allerdings schon

Gaffen soll unter Strafe gestellt werden

Foto: Lex Kleren
Bislang ist das Gaffen nicht explizit vom Code de la Route verboten. Das Nutzen eines Mobiltelefon am Steuer allerdings schon
Lokales 13.05.2019

Gaffen soll unter Strafe gestellt werden

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
In Sachen Verkehrssicherheit bleibt hierzulande viel zu tun. Bis zum Jahr 2023 sollen nun zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden.

2018 war in Sachen Verkehrssicherheit ein schwarzes Jahr für Luxemburg: 36 Menschen verloren auf den Straßen ihr Leben – elf mehr als im Vorjahr. An der Vision zero – weder Tote noch Schwerverletzte im Straßenverkehr – will die Regierung aber weiterhin festhalten.


Lokales, Tödliche Unfälle 2018, gefährliche Strassenabschnitte, häufige Unfälle. hier: Strecke Troisvierges-Drinklange , N12.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Zahl der Verkehrstoten steigt 2018 deutlich an
36 Menschen verloren im vergangenen Jahr auf Luxemburgs Straßen ihr Leben - elf mehr als noch im Vorjahr. Die Unfallursachen bleiben aber dieselben.

Und so hat das Mobilitätsministerium gemeinsam mit zahlreichen Akteuren wie etwa der Securité routière und der Polizei einen Aktionsplan ausgearbeitet, der insgesamt 31 Maßnahmen umfasst und bis zum Jahr 2023 umgesetzt werden soll.  Dabei setzt man sowohl auf präventive als auch repressive Schritte.

Zu schnelles Fahren bleibt eine der häufigsten Unfallursachen. Die Installation von zusätzlicher Radaranlagen bleibt deshalb eine der wichtigsten Maßnahmen des Programms. So ist neben der Anschaffung eines zweiten Baustellenradars, auch die Umsetzung von Ampel- und Streckenradar vorgesehen.

Anders als bei den üblichen Blitzern, die die Geschwindigkeit an einem gewissen Punkt messen, wird bei einem Streckenradar die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer längeren Strecke berechnet. Bis Ende 2019 soll in einer Testphase ein solches Gerät auf der N11 zwischen Gonderingen und Waldhof aufgestellt werden. Ein erster Ampelradar soll hingegen bis 2022 in Schlammesté errichtet werden. Ressortminister François Bausch strebt aber auch eine Gesetzesänderung an, die es Polizisten erlauben soll, Geschwindigkeitsmessgeräte in ihren Fahrzeugen zu benutzen.

Strafen für Gaffer

Aber auch Ablenkungen am Steuer werden im Straßenverkehr zunehmend zum Problem. So soll das Tragen von Kopfhörern hinter dem Steuer zukünftig mit vier statt mit zwei Führerscheinpunkten bestraft werden. Aber hat man sich zum Ziel gesetzt, das Gaffen unter Strafe zu stellen. Bis zum 2021 sollen Fahrern dann bei einem Vergehen 145 Euro Strafe und ein Punktverlust von zwei Punkten drohen.


Lokales, Motorradstrecke Wiltz Kautebach. Speziell für Motorräder angebrachte Markierungen. Motorrad, Moto,  Photo: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Neue Verkehrssicherheitsmaßnahmen für Motorradfahrer
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Die meisten der angestrebten Maßnahmen sind allerdings präventiv. So soll etwa bis zum Jahr 2020 die Ausbildung der Fahrlehrer reformiert und verbessert werden, um Fahranfängen einen möglichst guten Unterricht zu ermöglichen. Der Aktionsplan sieht aber auch Maßnahmen für ältere Personen vor. So soll die Überprüfung der Fahrtauglichkeit im hohen Alter bis zum Jahr 2022 überarbeitet werden.

Um das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu bekämpfen, sollen europaweite Initiativen wie die Einführung eines Alkolocks - einer Wegfahrsperre, die den Blutalkoholspiegel misst, unterstützt werden. François Bausch betonte indes, dass auch nach der Legalisierung von Cannabis das Fahren unter dem Einfluss der Droge verboten sein wird.


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