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Ein „Ja“ mit Vorbehalten in Cents
Lokales 2 Min. 17.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Fußgängerbrücke über Neudorf

Ein „Ja“ mit Vorbehalten in Cents

Wald auf der einen Seite, Felsen auf der anderen: Welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Brücke an der vorgesehenen Stelle zu realisieren, muss noch im Detail geprüft werden.
Fußgängerbrücke über Neudorf

Ein „Ja“ mit Vorbehalten in Cents

Wald auf der einen Seite, Felsen auf der anderen: Welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Brücke an der vorgesehenen Stelle zu realisieren, muss noch im Detail geprüft werden.
Illustration: Ville de Luxembourg
Lokales 2 Min. 17.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Fußgängerbrücke über Neudorf

Ein „Ja“ mit Vorbehalten in Cents

Derweil die geplante Fußgänger- und Radfahrerbrücke den Bewohnern aus Neudorf ein Dorn im Auge zu sein scheint, sind die Centser dem Vorhaben deutlich positiver gesinnt – mit einigen Vorbehalten. So oder so: Bis die Brücke steht, ist es noch ein weiter Weg.

(DL) - Eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über Neudorf soll die Stadtviertel Cents und Weimershof künftig miteinander verbinden. Derweil die Brücke den Bewohnern aus Neudorf ein Dorn im Auge zu sein scheint, sind die Centser dem Vorhaben deutlich positiver gesinnt – mit einigen Vorbehalten. So oder so: Bis die Brücke steht, ist es noch ein weiter Weg. Laut Bürgermeisterin Lydie Polfer müssen noch zahlreiche Fragen geklärt werden.

55 Meter hoch, 3,5 Meter breit und zwölf Millionen Euro teuer soll sie werden: die Fußgänger- und Radfahrerbrücke über Neudorf, die die Stadtviertel Cents und Weimershof/Kirchberg künftig miteinander verbinden soll. Ende März haben die Verantwortlichen der Stadt Luxemburg den Bürgern eine neue Version dieser „Passerelle“, über die nun schon seit 2008 diskutiert wird, präsentiert. 

Zwei Bedenken bei den Centsern

Während viele Neudorfer dem Projekt scheinbar nichts Gutes abgewinnen können (das LW berichtete), fällt das Urteil der Centser deutlich wohlwollender aus. Während der Informationsversammlung in Cents hat sich jedenfalls ein deutliches „Ja“ zur Brücke herauskristallisiert. Fernand Diederich, Präsident des Centser „Syndicat d'initiative“, erläutert auf Nachfrage hin, dass die Meinungen in der Ortschaft auseinandergehen; das Syndikat die „Passerelle“ aber grundsätzlich befürworte – wenn denn die Neudorfer dadurch keinen Schaden erleiden.

Auf Centser Seite soll die „Passerelle“ – dem aktuellen Entwurf zufolge – an dieser Stelle unweit der Schrebergärten andocken.
Auf Centser Seite soll die „Passerelle“ – dem aktuellen Entwurf zufolge – an dieser Stelle unweit der Schrebergärten andocken.
Foto: Gerry Huberty

Zwei Sorgen der Centser müsste allerdings Rechnung getragen werden. So unterstreicht Diederich, dass man darauf besteht, dass die Brücke wirklich ausschließlich von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden darf. Ferner hätten einige Bürger Bedenken hinsichtlich der Sicherheit geäußert und befürchteten, dass die Kriminalität in dem Viertel zunehmen könnte, wenn man schnell von einem Stadtteil ins andere gelangen könnte. Aus diesem Grund hat der Centser Interessenverein den Wunsch geäußert, dass Aufzug und Treppenturm über Nacht geschlossen bleiben.

Lydie Polfer: „nur ein Vorentwurf“

Auf Nachfrage hin unterstreicht Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer, dass sich das Projekt aktuell noch in einem sehr verfrühten Stadium befinde. In einem nächsten Schritt müssten zunächst einmal die diversen Fragen, die bei den Informationsabenden in Neudorf und Cents aufgeworfen wurden, geklärt werden. So soll untersucht werden, ob beziehungsweise inwieweit die Brücke Schatten auf die umliegenden Häuser in Neudorf werfen würde, wie viel Wald gerodet werden müsste und welche Maßnahmen auf der Seite von Weimershof getroffen werden müssten, sei der Hang dort doch recht felsig.

An der Stelle, wo die Brückenpfeiler hinkommen sollen, stehe aktuell auch noch der Kindergarten – der somit zuerst weichen müsste. Schließlich scheint auch eine komplett andere Variante noch nicht ganz aus dem Rennen zu sein: Laut Polfer soll der Vorschlag des Neudorfer Interessenvereins, die „Passerelle“ an die Autobahnbrücke der A1 über dem Neudorfer Tal zu koppeln, ebenfalls noch unter die Lupe genommen werden.

In anderen Worten: Fest steht eigentlich noch gar nichts. „Aber wir schreiten voran“, so Polfer. Wenn sämtliche Ungewissheiten geklärt sind, soll es nochmals zu einem Austausch mit den Bürgern kommen, bevor sich die jeweiligen Kommissionen der Gemeinde mit dem Projekt befassen und dem Gemeinderat schließlich ein definitiver Entwurf zur Abstimmung vorgelegt wird. Die Bauzeit für das aktuelle Vorhaben wird übrigens auf zwei Jahre geschätzt.


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