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Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Neudorf: "Niemand will diese Brücke"
Auch das zweite Brückenprojekt stößt beim Interessenverein auf Ablehnung.

Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Neudorf: "Niemand will diese Brücke"

Grafik: Ville de Luxembourg, Service de la topographie et de la géomatique
Auch das zweite Brückenprojekt stößt beim Interessenverein auf Ablehnung.
Lokales 2 31.03.2015

Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Neudorf: "Niemand will diese Brücke"

Der Schöffenrat der Stadt Luxemburg plant seit 2008 den Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über das Neudorfer Tal. Nachdem ein erstes Projekt zurückgezogen worden war, stellten die Stadtverantwortlichen am Dienstag ein neues Projekt vor.

(rr) - Der Schöffenrat der Stadt Luxemburg plant seit 2008 den Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über das Neudorfer Tal. Nachdem ein erstes Projekt zurückgezogen worden war, stellten die Stadtverantwortlichen am Dienstag ein neues Projekt vor.

Das neue Projekt einer Brückenverbindung zwischen den Orten Cents und Weimershof mit Anbindung an Neudorf mittels Aufzug wurde den Einwohnern am Dienstagabend in Neudorf vorgestellt. Bereits am Vormittag war eine fünfköpfige Delegation des „Syndicat d'intérêts locaux Neudorf“ vom Schöffenrat über das Vorhaben informiert worden.

Das neue Projekt sieht den Bau einer 55 Meter hohen, teils überdachten Brücke über dem Neudorf vor. Die Konstruktion steht auf vier Stützpfeilern, darunter ein Doppelpfeiler mit Aufzug und Treppe. Die 3,5 Meter breite Brücke soll Fußgängern und Fahrradfahrern vorbehalten sein. Die Kosten des Baus werden mit 12 Millionen Euro angegeben.

Besorgnis und Enttäuschung

„Kee Mënsch am Neiduerf wëll déi Bréck“, sagt Roger Braun, Präsident des „Syndicat d'intérêts locaux Neudorf“. Und: „Wieder wurde über unsere Köpfe hinweg geplant und entschieden. Wir wurden nie in die Planungen eingebunden, weder beim ersten, noch beim zweiten Projekt.“ Enttäuscht ist Roger Braun auch darüber, dass der Schöffenrat nie auf die fünf Alternativen, die der Interessenverein ihm vorgelegt hatte, reagiert habe.

Werde die Brücke gebaut, so werde die Lebensqualität der Einwohner erheblich beeinträchtigt durch Lärm, Schattenwurf und Einsicht in die Wohnhäuser. Roger Braun gibt des Weiteren zu bedenken, dass im zu rodenden Wald noch recht viel Wild lebe. Auch befürchtet der engagierte Vorsitzende des Interessenvereins, dass in naher Zukunft Minibusse diese Straßenverbindung nutzen könnten. Schließlich prangert er die Verschwendung von Steuergeldern an. 

Informationsversammlung am Mittwochabend

Eine zweite Informationsversammlung findet am Mittwoch, 1. April, um 19 Uhr im „Centre Sociétaire“ in Cents (167, rue de Trèves) statt.


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