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Fusionsgeflüster in Grosbous
Die Verantwortlichen der Gemeinde Grosbous verschließen sich Fusionsgesprächen nicht.

Fusionsgeflüster in Grosbous

Foto: Nico Muller
Die Verantwortlichen der Gemeinde Grosbous verschließen sich Fusionsgesprächen nicht.
Lokales 06.09.2018

Fusionsgeflüster in Grosbous

Nico MULLER
Nico MULLER
Presseberichte über eine eventuelle Fusion zwischen den Gemeinden Grosbous und Wahl sorgten in der rezenten Gemeinderatssitzung für Aufregung bei einer Rätin aus Grosbous. Die Wellen konnten aber geglättet werden.

Gegen Ende der kürzlichen Sitzung des Gemeinderats Grosbous schlugen die Wellen noch einmal hoch. Rätin Maggy Glesener regte sich nämlich ziemlich heftig darüber auf, dass rezenten Medienberichten zufolge eine Fusion mit der Gemeinde Wahl praktisch schon beschlossene Sache sei. Sie wollte von daher vom Schöffenrat wissen, was denn nun in dem Zusammenhang wirklich Sache sei.

Kein von oben diktierter Zusammenschluss

Bürgermeister Paul Engel informierte die Räte daraufhin, dass am 2. Juli eine Zusammenkunft im Innenministerium stattgefunden habe, wobei der Schöffenrat den Minister ganz allgemein über die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden informiert habe. Dabei habe man auch klargemacht, dass sich Grosbous Fusionsgesprächen selbstverständlich nicht verschließe, allerdings keinen von oben herab diktierten Zusammenschluss um jeden Preis wolle.

Wie Engel weiter erläuterte, unterhalte Grosbous gute Beziehungen mit allen Nachbargemeinden, unter anderem auch mit Wahl. Mit den Verantwortlichen aus Wahl habe man auch schon unverbindliche Gespräche geführt, wie man in Zukunft noch enger zusammenarbeiten könne.


Ban de Gasperich - Chantier - Photo : Pierre Matgé
Fusionsfieber
Durch Fusionen sollen Gemeinden ihre Aufgaben effizienter verrichten. Ein wirksameres Arbeiten im Dienst ihrer Bürger können die Kommunen aber auch über andere Wege erreichen.

Der Bürgermeister wies aber auch darauf hin, dass das Innenministerium Territorialreformen anstrebt. Deshalb sei es sicherlich nicht abwegig, wenn sich Gemeindeverantwortliche Gedanken über Fusionen machen. Er persönlich sei denn auch bereits oft in der Bevölkerung darauf angesprochen worden und habe so eine durchaus fusionsfreudige Stimmung feststellen können.

Alles richtig gemacht

Ergänzend fügte Schöffe Marc Goelff hinzu, dass man mit Wahl zurzeit sehr wohl über mögliche Synergien rede. Konkrete Fusionsgespräche führe man jedoch nicht. Falls irgendwann eine Fusion tatsächlich ins Auge gefasst werden sollte, werde die Bevölkerung sowieso per Referendum um ihre Meinung gefragt.

Rat Roger Gereke unterstützt den Schöffenrat in dessen Vorgehensweise in Sachen Annäherung an andere Gemeinden. Dieser habe bisher nichts falsch gemacht und solle auch in Zukunft unaufgeregt auf loser Basis Gespräche führen. Auch er begrüßt, dass die Regierung nicht mehr wie früher auf Fusionen vom Reißbrett bestehe, sondern den Gemeinden letztendlich freie Hand lässt.


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