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Fusion Simmern Hobscheid: „Starkes Signal dank Referendum“
Bürgermeister Marco Boly und Schöffe Yves Ewen wollen die Bürger selbst entscheiden lassen.

Fusion Simmern Hobscheid: „Starkes Signal dank Referendum“

Foto: Luc Ewen
Bürgermeister Marco Boly und Schöffe Yves Ewen wollen die Bürger selbst entscheiden lassen.
Lokales 3 Min. 22.03.2014

Fusion Simmern Hobscheid: „Starkes Signal dank Referendum“

Nachdem sich ein Schöffenratsmitglied aus Simmern bei der Abstimmung um die Prozeduren zur Fusion enthalten hatte, hatte Hobscheid diese Prozeduren kurzerhand gestoppt. Nun will man in Simmern ein Alleingang in Sachen Referendum riskieren.

(L.E.) - Im „Luxemburger Wort“ vom 20. März hatte der Bürgermeister aus Hobscheid Serge Hoffmann ein „starkes Signal“ aus Simmern gefordert, wenn die Fusion noch gerettet werden soll. Nun reagiert sein Amtskollege aus Simmern im LW-Exklusivinterview. Das „starke Signal“ soll kommen und die Fusion soll stattfinden.

Nachdem die Gemeinderäte aus Hobscheid am 24. Februar gegen die Prozeduren zur Vorbereitung einer Fusion mit Simmern gestimmt hatten, hatte Bürgermeister Serge Hoffmann bekanntlich mehrmals solch ein „starkes Signal“ gefordert. 

Bürger sollen entscheiden

Da eine einheitliche Position des Schöffenrates in der Majorzgemeinde Simmern jedoch nicht möglich ist, wollen die anderen beiden Mitglieder des Schöffenrates, Bürgermeister Marco Boly und Schöffe Yves Ewen, dieses Signal nun auf eine andere Art und Weise senden.

Genauer gesagt, sollen die Bürger aus Simmern selbst das geforderte „starke Signal“ senden, indem sie, wie geplant, am 25. Mai zum Referendum gebeten werden. Die beiden Schöffen erhoffen sich ein eindeutiges Resultat für eine Fusion mit Hobscheid, das von den Gemeindevätern der Nachbargemeinde als ein solches „starkes Signal“ verstanden werden soll.

Fusion im „Äischdall“ – Was bisher geschah:

  • Oktober 2010: Nachdem die geplante Fusion mit Koerich am Votum der Koericher Bürger gescheitert war, richtet sich der Blick der Volksvertreter aus Simmern Richtung Hobscheid.
  • September 2013: Im Luxemburger Wort stellen die Bürgermeister aus Simmern und Hobscheid nach langer Planung das Fusionsprojekt vor. Ein Referendum in beiden Gemeinden soll am 25. Mai 2014 stattfinden. Zuvor soll es eine Informationskampagne geben. Die hierfür nötigen Prozeduren sollen in beiden Gemeinderäten am 24. Februar auf den Weg gebracht werden.
  • 24. Februar 2014: In Simmern wird in einer Gemeinderatssitzung um 18 Uhr der Weg für die Prozeduren wie geplant freigemacht. Mehrheitlich stimmen die Räte für die Prozedur. Allerdings zählt mit Astrid Mosel-Kneip ein Schöffenratsmitglied zu den Räten, die sich enthalten. Dies sorgt für einen Eklat in der Gemeinderatssitzung von Hobscheid, die zwei Stunden später beginnt. Wegen der Enthaltung der Schöffin aus Simmern stimmt der Gemeinderat aus Hobscheid geschlossen gegen die Prozeduren, die das Referendum vorsahen.
  • 26. und 27. Februar 2014: Nacheinander reagieren die Politiker in Interviews im Luxemburger Wort. Alle Parteien betonen, für eine Fusion zwischen Hobscheid und Simmern zu sein, wobei Astrid Mosel-Kneip ihr anfängliches Bekenntnis später relativieren wird, indem sie sagt, es müsse ja nicht eine Fusion mit Hobscheid sein. Bürgermeister Serge Hoffmann aus Hobscheid stellt zum ersten Mal seine Forderung nach einem „starken Signal“ aus Simmern. Wenige Tage später wird in den Luxemburger Tageszeitungen eine Anzeige der Gemeinde Simmern veröffentlicht, die den Bürgern Einsicht in die Wählerlisten ankündigt und somit den prozeduralen Weg für ein Referendum frei macht. In Hobscheid bleibt diese Prozedur auf Eis.
  • 20. März 2014: In einem Interview mit dem LW wiederholt Serge Hoffmann seine Forderung nach einem „starken Signal“ aus Simmern. Erneut bekennt er sich zu dem Fusionsprojekt. Ohne dieses „starke Signal“ käme die Fusion jedoch nicht zustande.
  • Heute, 22. März 2014: Bürgermeister Marco Boly und Schöffe Yves Ewen aus Simmern reagieren in einem Exklusivinterview mit dem Luxemburger Wort, indem sie bekannt geben, dass sie das geforderte „starke Signal“ senden werden. Genauer gesagt sollen die Simmer Bürger selbst das Signal senden, indem sie wie geplant am 25. Mai via Referendum über das Projekt abstimmen. Boly und Ewen sehen darin eine demokratische Möglichkeit, den Bürgern das letzte Wort zu geben und selbst zu entscheiden.

Eine ausführliche Berichterstattung finden Sie im Luxemburger Wort vom 22. März 2014


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