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Für Wetterexperten ist der Winter bereits vorbei
Schneefall in der Hauptstadt.

Für Wetterexperten ist der Winter bereits vorbei

Foto: Gerry Huberty
Schneefall in der Hauptstadt.
Lokales 3 Min. 03.03.2018

Für Wetterexperten ist der Winter bereits vorbei

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Glatte Straßen und Schnee machen dieser Tage nicht nur Fußgängern und Autofahrern zu schaffen, auch am Flughafen kam es zu Verspätungen und Ausfällen. Dabei ist der zu milde, zu feuchte und nur mäßig sonnige Winter 2017/18 für Wetterexperten bereits vorbei.

Wer sich in den vergangenen Tagen im Freien aufhielt, mag es kaum glauben, doch der Winter 2017/18 war tatsächlich milder, als dies zu erwarten war. Wie der Bilanz des staatlichen Wetterdienstes Meteolux zu entnehmen ist, wurden an der Station in Findel zwischen Anfang Dezember und Ende Februar durchschnittlich 1,9 Grad Celsius gemessen. Dies sind 0,5 Grad mehr, als die 1,4 Grad, die dem langjährigen Mittel der Jahre 1981 bis 2010 entsprechen.

4,5 Grad im Januar

Maßgeblichen Einfluss daran hatten die Monate Dezember und Januar mit ihren mittleren Temperaturen von 2,6 beziehungsweise 4,5 Grad. Damit war der Januar 2018 gar der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947. Die wärmsten Tage des Winters waren unterdessen die letzten beiden des Jahres 2017 mit jeweils 12,2 Grad.

-12,1 Grad am 28. Februar

Im vergangenen Monat war es hingegen bitterkalt. Durchschnittlich -1,3 Grad entsprechen 2,9 Grad weniger, als dies in einem normalen Februar der Fall ist. Kein Wunder demnach, dass der kälteste Tag des Winters dann auch im vergangenen Monat gemessen wurde. Am 28. Februar, dem letzten Wintertag aus Sicht der Wetterexperten, fiel das Thermometer in Findel bis auf -12,1 Grad. Ein Rekord ist dies nicht. Am 2. Februar 1956 gab es eisige -20,2 Grad. Es war der kälteste Tag, der je von Meteolux gemessen wurde.

47 Frosttage

In diesem Winter wurden mit 47 Frosttagen, an denen die Minimaltemperaturen unter dem Gefrierpunkt lagen, sowie mit acht Eistagen, an denen die Null-Grad-Grenze nicht überschritten wurde, deren weniger gezählt als in einem normalen Winter (51 Frosttage, 16 Eistage).

Schnee, Regen, Nebel

Schneedeckentage wurden unterdessen 28 gezählt. Dies sind fünf Tage mehr als im langjährigen Schnitt. Eine maximale Höhe der Schneedecke von zehn Zentimetern wurde am 6. Februar registriert.

Auch Niederschlag gab es mehr, als dies zu erwarten war. 276,8 Liter pro Quadratmeter verteilten sich in den vergangenen drei Monaten auf 59 Tage. Zum Vergleich: Zwischen 1981 und 2010 wurden im Mittel im Winter 226 Liter an 48 Tagen gemessen.

Viel Regen

Kräftig zu dieser nassen Bilanz bei trug der Januar. 142,9 Liter pro Quadratmeter entsprechen nicht nur fast doppelt so viel Regen, als in einem durchschnittlichen Januar, sie reichen auch aus, damit der Januar dieses Jahres als fünftniederschlagsreichster Monat in die Stationsgeschichte eingeht. Auch der Dezember war mit 118,1 Liter überaus nass, während im Februar nur 15,8 Liter in Findel gemessen wurden.

Kein Wunder demnach, dass der vergangene Monat auch um einiges sonniger war als seine Vorgänger. An 133,6 Stunden war die Sonne zu sehen. Zu erwarten waren derer 83,6. Damit trug der Februar maßgeblich dazu bei, dass die 175 Sonnenstunden, die in einem Durchschnittswinter gezählt werden, in extremis mit 174,3 Stunden fast noch erreicht wurden.

40 Sonnenstunden im Dezember und Januar

Dennoch kann auch dies nicht über den, doch sehr grauen, Winteranfang hinwegtäuschen. Im Dezember und Januar wurden insgesamt nämlich in Findel nur etwas mehr als 40 Sonnenstunden registriert. Der letzte Monat des Jahres 2017 ging mit seinen 14,1 Stunden gar als drittsonnenscheinärmster Dezember seit 1947 in die Geschichtsbücher ein, hinter jenen aus den Jahren 1993 (3,7 Stunden) und 1959 (9,9).

Nebeltage ereigneten sich unterdessen im vergangenen Winter 28, demnach drei weniger als im Schnitt.

Es wird wärmer

Für die Wetterexperten hat der Frühling bereits am Donnerstag, dem 1. März, begonnen. Kalendarisch dauert der Winter hingegen noch bis zum 20. März. Der Unterschied erklärt sich dadurch, dass sich Meteorologen nach vollen Monaten richten, da sich Statistiken auf diese Weise vor dem Computerzeitalter leichter erstellen ließen.

Ohnehin ließ ein Blick aus dem Fenster gestern wohl kaum Frühlingsgefühle aufkommen. Eisregen und Schneefall sorgten vielerorts für gefährlich glatte Straßen, Unfälle und Verkehrsbehinderungen. Auch am Flughafen Findel kam es zu Störungen, Verspätungen und Flugausfällen.

Ab Samstag dürfte damit jedoch Schluss sein. Meteolux meldet für den frühen Morgen wohl noch gefrierenden Nebel, im Laufe des Tages dürfte es jedoch bei bis zu fünf Grad Celsius trocken bleiben. Für die kommenden Tage sind dann Temperaturen von bis zu neun Grad vorgesehen.



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