Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Für einen respektvollen Umgang auf den Terrassen
Lokales 2 Min. 22.07.2019

Für einen respektvollen Umgang auf den Terrassen

Rauchen bleibt auf den Terrassen weiterhin erlaubt. Raucher wie Nichtraucher werden jedoch dazu aufgerufen, sich gegenseitig zu respektieren - im Sinne eines guten Miteinanders.

Für einen respektvollen Umgang auf den Terrassen

Rauchen bleibt auf den Terrassen weiterhin erlaubt. Raucher wie Nichtraucher werden jedoch dazu aufgerufen, sich gegenseitig zu respektieren - im Sinne eines guten Miteinanders.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 22.07.2019

Für einen respektvollen Umgang auf den Terrassen

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Das Rauchverbot wird nicht auf die Außenbereiche von Cafés und Restaurants ausgeweitet. Stattdessen soll nun eine Sensibilisierungsaktion Abhilfe schaffen.

"Raucher und Nichtraucher: Respektiert Euch!" - Unter diesem Motto hat der Hotel- und Gaststättenverband Horesca in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Mittelstand und Tourismus sowie der Luxemburger Handelskammer pünktlich zur Hochzeit der Terrassensaison eine Sensibilisierungskampagne gestartet. Hintergrund der Aktion ist die Diskussion für und gegen ein Rauchverbot auf den Terrassen, die Anfang des Jahres für viel Aufsehen gesorgt hatte.


Dass rund 10.000 Menschen eine der beiden Petitionen unterzeichnet haben, zeigt: Das Thema bewegt.
Verstand statt Verbot
Mit der Debatte um ein eventuelles Rauchverbot auf Restaurantterrassen wurde ein Nerv getroffen - und das ist gut so.

Damals hatten nämlich gleich zwei Petitionen zum Thema Rauchverbot auf Café- und Restaurantterrassen das Quorum von 4.500 Unterschriften erreicht - in der ersten wurde eine Ausweitung des Rauchverbots gefordert, in der anderen das Beibehalten der aktuellen Situation.

In der anschließenden Diskussion in der Chamber hatte Gesundheitsminister Etienne Schneider erklärt, dass Luxemburg bereits über ein umfassendes Gesetz verfüge - es würde also keine weitere Verschärfung geben. Der Hotel- und Gaststättenverband Horesca hatte jedoch eine Sensibilisierungsaktion in Aussicht gestellt.

Mit der "Respekt"-Kampagne sollen Restaurant- und Cafébetreiber ihre Kunden nun anhand von Postern und kleinen Tischkärtchen daran erinnern, Respekt zu zeigen - sowohl den Rauchern als auch den Nichtrauchern gegenüber. "Respekt ist das beste Mittel, damit jeder seine Freiheit genießen kann", sagte dazu Horesca-Präsident Alain Rix. Mittelstandsminister Lex Delles pflichtete dem bei: "Kein Gesetz auf der Welt ersetzt die Regeln eines guten Miteinanders."

Lex Delles, Minister für Mittelstand und Tourismus, Alain Rix und François Koepp von der Horesca sowie Carlo Thelen, Direktor der Handelskammer (v.l.n.r.), stellten die gemeinsam ausgearbeitete Kampagne vor.
Lex Delles, Minister für Mittelstand und Tourismus, Alain Rix und François Koepp von der Horesca sowie Carlo Thelen, Direktor der Handelskammer (v.l.n.r.), stellten die gemeinsam ausgearbeitete Kampagne vor.
Foto: Guy Jallay

Gastwirte sollen freiwillig rauchfreie Zonen anlegen

Horesca-Generalsekretär François Koepp sprach von einer Kampagne, "von der jeder Mensch etwas hat". Sämtliche Betriebe, die Mitglied der Horesca sind - und das ist der Großteil der insgesamt 1.085 hiesigen Cafés, 1.650 Restaurants und 225 Hotels - seien bereits dazu aufgerufen worden, sich zu beteiligen.


Der Griff zum Glimmstängel ist in den hiesigen Bars seit Januar 2014 
untersagt, es sei denn, das Lokal verfügt über einen normgerechten 
Fumoir. 2018 wurden deren neun genehmigt.
Ausgequalmt: Seit fünf Jahren ist Rauchen in Cafés tabu
Die Aufregung war groß, als das Rauchverbot auf Bars und Diskotheken ausgeweitet wurde. Mittlerweile beantragen nur noch wenige Lokale Genehmigungen für offizielle Fumoirs.

Dabei sollen die Gastwirte auch dazu angeregt werden, sich Gedanken zu machen: "Wir hoffen, dass sie sich überlegen, wer ihre Kundschaft ist und ob sie nicht vielleicht so weit gehen, einen Teil ihrer Terrasse als rauchfrei zu auszuzeichnen. Das soll aber jeder Gastwirt für sich selbst entscheiden", so François Koepp. Einige Betriebe seien denn auch bereits auf diesen Weg gegangen, erklärte Alain Rix auf Nachfrage hin.

In den Innenräumen von Cafés und Diskotheken gilt bereits seit dem 1. Januar 2014 ein Rauchverbot. Eine Ausnahme gilt für die sogenannten "Fumoirs" - separate Bereiche, die die Inhaber unter bestimmten Bedingungen einrichten können. Die Zahl der Anträge für das Errichten eines solchen Raucherbereichs ist in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend zurückgegangen. Stattdessen investieren die Gastwirte lieber in ihre Außenbereiche.

Die Restaurants sind in Luxemburg bereits seit 2006 qualmfrei.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Frankreich weitet Rauchverbote aus
Frankreich lässt im Kampf gegen Raucher nicht locker: Am Freitag wurde bekannt, dass 52 öffentliche Grünflächen in der Hauptstadt Paris in rauchfreie Zonen verwandelt werden sollen.
Immer mehr junge Frauen rauchen
Anlässlich des Weltnichtrauchertags hat die Fondation Cancer Zahlen zum Rauchverhalten in Luxemburg veröffentlicht. Eine ernüchternde Bilanz.
Verstand statt Verbot
Mit der Debatte um ein eventuelles Rauchverbot auf Restaurantterrassen wurde ein Nerv getroffen - und das ist gut so.
Dass rund 10.000 Menschen eine der beiden Petitionen unterzeichnet haben, zeigt: Das Thema bewegt.