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Frost hat Reben sehr geschadet
Lokales 3 2 Min. 13.05.2019

Frost hat Reben sehr geschadet

Die Reben wurden im wahrsten Sinne des Wortes "kalt erwischt".

Frost hat Reben sehr geschadet

Die Reben wurden im wahrsten Sinne des Wortes "kalt erwischt".
Foto: Anne-Aymone Schmitz
Lokales 3 2 Min. 13.05.2019

Frost hat Reben sehr geschadet

Anne-Aymone SCHMITZ
Anne-Aymone SCHMITZ
Rund 40 Prozent der Austriebe der Reben sind Anfang Mai an der luxemburgischen Mosel durch den Frost erfroren. Am schlimmsten traf es die Parzellen in Ehnen.

Im vergangenen Herbst konnten die Winzer an der luxemburgischen Mosel aufatmen, denn die Reben in ihren Weinbergen waren diesmal von Frost und Pilzkrankheiten verschont geblieben. Und so konnten sie sich nicht nur über die geernteten Traubenmengen, sondern auch über die Qualität des Leseguts freuen. Mit 135 000 Hektolitern lag der Ertrag denn auch bei der Weinlese 2018 deutlich über dem zehnjährigen Jahresdurchschnitt von 110 000 Hektolitern. Und auch die Mostgewichte von 90 bis 100 Grad Öchsle stimmten.

In diesem Jahr wurden die Weinreben, deren Vegetation sich zurzeit im Drei- bis Fünfblattstadium befindet, erneut im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischt. Denn wie 2016 und 2017 sind vor einer Woche an der Mosel in den Weinbergslagen an vielen Reben die Austriebe erfroren. 

Kälte und Feuchtigkeit sind schuld

Roby Mannes vom staatlichen Weinbauinstitut (IVV) sagt dazu: „In der Nacht auf den 5. Mai wurden vielerorts 20 Zentimeter über dem Boden Temperaturen von unter Minus zwei Grad Celsius gemessen und es herrschte eine hohe Luftfeuchtigkeit.“ Bei trockener Witterung würden Reben zwar niedrige Temperaturen von Minus zwei oder Minus drei Grad Celsius vertragen. Komme neben der Kälte aber zudem Feuchtigkeit hinzu, dann sei dies auch den Reben zu viel, meint Erny Schumacher, der Präsident der Luxemburger Privatwinzer.

Die wirklichen Ausmaße der Frostschäden würden aber erst sichtbar. Beim Weinbauinstitut geht man davon aus, dass bis zu 40 Prozent der Reben im Weinbaugebiet betroffen sind. „In verschiedenen Lagen haben sich 50 bis 60 Prozent der grünen Austriebe durch den Frost zusammengekraust und schwarz verfärbt. Mancherorts wurden sogar bis zu 100 Prozent zerstört. Letzteres trifft etwa auf die Weinberge von Ehnen zu“, sagt Roby Mannes. In den Parzellen des Weinbauinstituts in Remich, in dem die Reben sonst kaum vom Frost geschädigt werden, seien über 50 Prozent der Austriebe betroffen, stellt Roby Mannes fest. Die sonnigsten Lagen in Wormeldingen seien größtenteils verschont geblieben, dort gebe es fast keine Frostschäden, sagt Erny Schumacher.

In den nächsten Wochen werden betroffene Winzer, die eine Versicherung gegen Frostschäden in den Weinbergen abgeschlossen haben, ihre Versicherungsgesellschaft kontaktieren, um gegebenenfalls entschädigt zu werden.

Kleinere Knospen zu erwarten

Durch den Frost wurde die Entwicklung der Rebe vorerst einmal gestoppt. „Nachdem sich die Reben erholt haben, werden sie ein zweites Mal austreiben“, sagt Erny Schumacher. Dabei werden allerdings kleinere Knospen sprießen. Demnach wird auch die Blütezeit, die meist Mitte Juni beginnt, später einsetzen. Beim zweiten Austrieb werden kleinere Knospen nachwachsen, aus denen sich später wiederum kleinere Traubenbeeren entwickeln werden.

Für Josy Gloden, Verwaltungsratspräsident der Winzergenossenschaft Vinsmoselle, ist ein solches Frostereignis „das Schlimmste, was einem Winzer passieren kann“. Denn der Produzent wisse jetzt schon, dass er bis zur Weinlese im Herbst genauso viel Arbeit in seinen Weinbergsparzellen haben wird wie sonst und nachher trotzdem viel geringere Traubenmengen in den Kellereien abliefern wird.


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