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Frischmärkte bleiben größtenteils offen
Lokales 2 Min. 20.03.2020

Frischmärkte bleiben größtenteils offen

Die Markt-Besucher wahren eine sichere Distanz zu ihren Mitmenschen.

Frischmärkte bleiben größtenteils offen

Die Markt-Besucher wahren eine sichere Distanz zu ihren Mitmenschen.
Foto: Guy Wolff
Lokales 2 Min. 20.03.2020

Frischmärkte bleiben größtenteils offen

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Viele Besucher nutzen die Märkte vermehrt für ihre Einkäufe. Die Händler verbuchen steigende Verkaufszahlen.

Es war ein ungewöhnliches aber dennoch kein neues Bild, das sich den Besuchern des Frischwarenmarktes in Esch am Freitag Morgen darbot. Seit nun fast einer Woche halten die Menschen Abstand zueinander. Über den gesamten Rathausplatz waren sie nun verteilt und warteten, bis sie an der Reihe waren, um an einem der zahlreichen Stände bedient zu werden. Viele unterhielten sich. Aus der Distanz selbstverständlich. Das vorherrschende Thema der Gespräche: „Corona“.

Händler stellen Hamsterkäufe fest

Dennoch, die Händler bleiben positiv eingestellt und wollen für ihre Kunden da sein. „Wieso sollte dies auch anders sein“, fragt Jeff Burg, Präsident des Lëtzebuerger Maarteverband. „Auf dem Frischmarkt werden Lebensmittel verkauft, genau wie in einem Supermarkt“, sagt er.  

„Vielleicht ist der Markt sogar noch sicherer, im Hinblick auf das Infektionsrisiko“, merkt er an. Lediglich der Händler hinter seiner Theke kommt mit den Lebensmitteln in Kontakt. Diese verpackt er dann und händigt sie seinem Kunden aus. So findet keine direkte Berührung statt. 


18.03.2020, Hamburg: Ein Kunde mit dünnen Schutzhandschuhen steht mit seinem Einkaufskorb vor einem kleinen Gemüse- und Lebensmittelladen. Wegen der Corona-Pandemie müssen viele Geschäfte auf Behördliche Anweisung für die nächsten Wochen schliessen. Ausgenommen sind Verkaufsstellen für Lebensmittel, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken und Ähnliches. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
corona.letzshop.lu geht an den Start
Die neu geschaffene Online-Verkaufsplattform richtet sich an jene Luxemburger, die ihre Einkäufe nicht mehr selbst machen können. Gebeten wird darum, „vernünftig einzukaufen“, wie es offiziell heißt.

Ein Kundenrückgang war bislang nicht zu verzeichnen. Eher das Gegenteil. „Am vergangenen Wochenende war zu beobachten, dass auch auf dem Markt Hamsterkäufe getätigt wurden“, betont Jeff Burg. „Ein Kunde wollte zehn Liter Milch kaufen“, sagt einer der Verkäufer. „Ich lehnte dies jedoch ab. Schließlich sollen alle Kunden etwas bekommen.“ 

Neue Kundschaft 

Im Allgemeinen würden die Händler jedoch immer noch etwas mehr verkaufen als sonst. „Ich gehe davon aus, dass Menschen, die gewöhnlich am Morgen arbeiten würden, nun den Markt für sich entdecken“, freut sich Burg. Einziges Bedauern ist, dass etwa ein Blumenhändler nicht auf dem Markt sein kann, da seine Pflanzenlieferung bislang ausfiel. 

Jeff Burg, Präsident des Marktverbandes sagt, dass die Verkaufszahlen der Händler seit etwa einer Woche gestiegen sind.
Jeff Burg, Präsident des Marktverbandes sagt, dass die Verkaufszahlen der Händler seit etwa einer Woche gestiegen sind.
Foto: Diana Hoffmann

Landesweit bleiben die Frischmärkte, bis auf einige Ausnahmen, auch weiterhin geöffnet. Einzelfälle sind etwa in Schengen, Grevenmacher und Leudelingen. Dort haben die Verantwortlichen beschlossen, den Wochenmarkt bis auf unbestimmte Zeit ausfallen zu lassen. Das Risiko, dass die Menschen nicht genügend Abstand halten könnten, sei auf solchen kleineren Märkten größer. Besonders in Schengen ist der Markt auch ein Treffpunkt mit Bänken in der Mitte, wo Besucher Platz nehmen und sich unterhalten.


Bio-Lieferdienste in Luxemburg, Co-labor Société coopérative, Grevelsbarrière, le 13 Mars 2017. Photo: Chris Karaba
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Geschlossene Restaurants und Angst vor Menschenmassen in Supermärkten - immer mehr bestellen sich Essen und andere Waren nach Hause - das bringt auch Probleme mit sich.

In Düdelingen bleibt der Markt geschlossen 

Bislang hat Düdelingen als einzige große Gemeinde den wöchentlichen Frischmarkt bis auf Weiteres abgesagt. Jeff Burg versteht diese Entscheidung nicht. Er gibt zu, dass es viel Verunsicherung bei den Gemeinden gab, ob Frischmärkte nun erlaubt seien oder nicht. Diese konnte er jedoch mit einem Gespräch beiseite räumen. In Düdelingen habe er jedoch bislang noch nicht mit einem Verantwortlichen sprechen können. 

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Bevölkerung grundsätzlich dazu angehalten ist, zu Hause zu bleiben. Auch die Häufigkeit von Lebensmitteleinkäufen soll auf ein Minimum reduziert sein. 

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