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Freispruch für Turnup Tun
Lokales 08.05.2019

Freispruch für Turnup Tun

Lokales 08.05.2019

Freispruch für Turnup Tun

Luxemburger Politiker und Persönlichkeiten hatten sich durch ein Lied von Tun Tonnar beleidigt gefühlt. Die Richter entschieden sich nun aber für die künstlerische Freiheit und sprachen den Musiker frei.

(m.r./SH) - Die künstlerische Freiheit soll bewahrt werden. Dies entschieden die Richter des Bezirksgerichtes Luxemburg am Mittwoch in erster Instanz und sprachen Tun Tonnar von den Vorwürfen der Beleidigung frei.


Tun Tonnar
Freispruch für die Kunst
Bei der Gerichtsaffäre um Turnup Tun geht es nur darum, einen Künstler vorzuführen, um so den wahren Diskurs besser ausschalten zu können.

Der Musiker hatte unter dem Künstlernamen Turnup Tun das Lied „FCK LXB“ (ausgesprochen: Féck Lëtzebuerg) im Oktober vergangenen Jahres vier Tage vor den Parlamentswahlen veröffentlicht. Im Text fanden Joe Thein, der Parteipräsident von Déi Konservativ, Fred Keup, ADR-Kandidat bei den Kammerwahlen 2018 und führendes Mitglied der Vereinigung Nee2015/Wee2050 und der mehrfach wegen fremdenfeindlicher Äußerungen und Aufrufs zum Hass verurteilte Dan Schmitz mit dem vorangestellten Imperativ „Féck den …“ Erwähnung. 

Alle drei hatten Klage wegen Beleidigung eingereicht. Vor Gericht hatte Tun Tonnar die Vorwürfe jedoch von sich gewiesen. Er habe niemanden beleidigen wollen, erklärte er und betonte, dass es sich bei dem Lied um ein Kunstwerk handele, mit dem er auf rassistische Tendenzen in Luxemburg aufmerksam machen wollte, die sich hauptsächlich im Internet zeigen würden. Die politischen Werte von Dan Schmitz, Joe Thein und Fred Keup würden eben für jene Probleme stehen, beziehungsweise Menschen mit fremdenfeindlichen Überzeugungen anziehen.

Demnach habe er sie auch nicht als Privatperson beleidigen, sondern sich nur von ihren politischen Ideen distanzieren wollen. Zudem sei jener Imperativ zwar vielleicht etwas roh, im jugendlichen Sprachgebrauch aber geläufig und längst keine heftige Beleidigung mehr. Der Ausdruck sei eher mit einem „Klibber mech“ gleichzusetzen.


Alle Parteien haben 40 Tage Zeit, um gegen das Urteil aus erster Instanz Berufung einzulegen.
Künstler Tun Tonnar wegen Beleidigung vor Gericht
Der Musiker und Sohn des Künstlers Serge Tonnar musste sich am Donnerstag wegen eines seiner Lieder vor Gericht verantworten.

Rechtskräftig ist das Urteil aus erster Instanz nicht. Alle Parteien haben 40 Tage Zeit, um Berufung einzulegen.


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