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Freiheitstür: Wegweiser zum 4. Sonntag der Osterzeit
Lokales 06.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Freiheitstür: Wegweiser zum 4. Sonntag der Osterzeit

Einen konkret gestalteten Freiheitsraum des Ein- und Ausgehens erlebe ich häufig bei Besuchen romanischer und gotischer Kirchen.

Freiheitstür: Wegweiser zum 4. Sonntag der Osterzeit

Einen konkret gestalteten Freiheitsraum des Ein- und Ausgehens erlebe ich häufig bei Besuchen romanischer und gotischer Kirchen.
Foto: Prisma Archivo /Leemage
Lokales 06.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Freiheitstür: Wegweiser zum 4. Sonntag der Osterzeit

"'Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.', sagt Jesus im heutigen Johannesevangelium."

"Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.", sagt Jesus im heutigen Johannesevangelium. Dieses biblische Bild passt so gar nicht in eine Welt geschlossener Grenzen, hochgezogener Mauern oder fester Gruppen, in die man ohne Ausweis und Bekenntnis nicht hinein- und mit Ausweis und Bekenntnis oft nicht unbeschadet mehr herauskommt. Ein- und ausgehen dürfen, eine Wahl haben zwischen Ferne und Nähe und dabei genährt werden (Weide). Viele Menschen verhungern in ihren Gruppen oder Beziehungen, weil sie die Freiheit, ein- und ausgehen zu können, sich und anderen versagen, aus Angst vor Verlust oder Strafe.

Das Bild der Tür stellt einen offenen wie konkreten Rahmen zur Verfügung. Auf Christus getauft sein kann einen solchen religiösen, konfessionellen Rahmen meinen. Der gute Hirte, von dem Johannes im 10. Kapitel spricht, stellt sich in einen fürsorglichen Dienst für seine Anvertrauten. Stiftete er keinen Türrahmen, gäbe es kein Ein- und Ausgehen. Es fehlte die Erfahrung dieser rettenden Freiheit. Die "Schafe", um im Bild zu bleiben, wären tür- und orientierungslos verloren.

Einen konkret gestalteten Freiheitsraum des Ein- und Ausgehens erlebe ich häufig bei Besuchen romanischer und gotischer Kirchen. Durch die Türen betrete ich einen offenen Kirchenraum. Ich weiß um jahrhundertealte Gebete längst Verstorbener. Ich schließe mich ihnen mit meinem Gebet und Schweigen an. Türen, die mir Halt und Orientierung geben und ohne die ich verloren wäre.

Winfried Heidrich


winfriedheidrich@gmail.com

- Alle "Wegweiser"-Texte finden Sie in unserem Dossier.