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Frau von Kugel getroffen: Jagdverbot gefordert
Von einem Feld aus war die Kugel 569 Meter bis auf eine Terrasse geflogen und hatte dort eine Frau schwer verletzt.

Frau von Kugel getroffen: Jagdverbot gefordert

Foto: Pierre Matgé
Von einem Feld aus war die Kugel 569 Meter bis auf eine Terrasse geflogen und hatte dort eine Frau schwer verletzt.
Lokales 13.03.2019

Frau von Kugel getroffen: Jagdverbot gefordert

Ein fünfjähriges Jagdverbot sowie eine Geldstrafe von 5.000 Euro forderte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch gegen jenen Jäger, der im September 2016 eine Frau versehentlich angeschossen hatte.

(SH) - Die Jagd, während der am 24. September 2016 eine Frau, die sich knapp 600 Meter vom Feld entfernt auf einer Terrasse befand, versehentlich von einer Kugel im Gesicht getroffen worden war, war gefährlich. Der Auffassung gegen den Jäger, aus dessen Waffe die Kugel gefeuert worden war, war zum Abschluss nicht nur der Vertreter der Staatsanwaltschaft, sondern auch ein Gutachter. Wie dieser erklärte, habe auf dem Terrain der Kugelfang - also der Umstand, dass ein Geschoss durch eine Geländebegebenheit abgefangen wird und somit niemand dadurch zu Schaden kommt - nicht garantiert werden können.


Gericht - Prozess gegen Jäger aus Fentingen -  Gerichtsverfahren gegen Jäger  - Foto : Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Jagdunfall in Fentingen: Aus 569 Metern in die Wange
Im September 2016 wird eine Frau auf der Terrasse einer Wohnung in Fentingen von einer Kugel getroffen. Ein Jäger muss sich nun wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Eben dies habe letztendlich zu dem Unfall geführt. Der Experte konnte ausschließen, dass die Frau direkt oder indirekt angeschossen worden war. Vielmehr habe es sich um einen Schuss gehandelt, der von seiner Flugbahn abgelenkt wurde. Spuren an der Kugel würden darauf hindeuten, dass sie eine sandige Fläche berührt hatte. Dadurch habe sie nicht nur an Geschwindigkeit verloren, sondern auch die Laufbahn sei verändert worden. Wahrscheinlich sei die Kugel zudem instabil geworden. Dies erkläre auch, warum das Opfer am ersten Verhandlungstag angegeben hatte, ein Pfeifen vernommen zu haben, bevor es getroffen wurde. Die Kugel war zu diesem Zeitpunkt nämlich mit geringerer Geschwindigkeit als der Schall unterwegs.

Eine grobe Fahrlässigkeit

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass bei der Jagd in Richtung des Dorfes geschossen wurde. Auch wenn dieses nicht zu sehen war, so hätten die Jäger nicht ignorieren können, dass sich das Dorf in nächster Nähe befand. Zudem müsse man in Betracht ziehen, dass die Jagd um 14 Uhr begonnen hatte und es nach 17 Uhr zu dem Unfall gekommen sei. Man könne demnach davon ausgehen, dass Müdigkeit eingesetzt habe und die Konzentration nachgelassen habe. Er sprach von einem schweren Fehler und einer groben Fahrlässigkeit.

"Von dem Mann geht in meinen Augen immer noch eine Gefahr aus", erklärte der Vertreter der Staatsanwaltschaft weiter und wies daraufhin, dass der Angeklagte keine Reue gezeigt habe. In seinen Augen solle die vom Gesetz vorgesehene maximale Haftstrafe von zwei Monaten in diesem Fall durch ein fünfjähriges Jagdverbot ersetzt werden. Zudem forderte er eine Geldstrafe von 5.000 Euro.

Das Urteil ergeht am 4. April.


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