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Foyer Ulysse: Renovierung in Sicht
Lokales 3 Min. 25.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Foyer Ulysse: Renovierung in Sicht

Das Foyer Ulysse am Dernier Sol.

Foyer Ulysse: Renovierung in Sicht

Das Foyer Ulysse am Dernier Sol.
Foto: Guy Jallay / LW-Archiv
Lokales 3 Min. 25.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Foyer Ulysse: Renovierung in Sicht

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Die Obdachlosenunterkunft am Dernier Sol muss saniert werden. Alle 64 Bewohner der Struktur mussten deswegen umziehen.

Seit fast 35 Jahren bietet die von der Caritas betriebene Notunterkunft Foyer Ulysse im hauptstädtischen Viertel Bonneweg Obdachlosen ein Zuhause auf Zeit. Doch das ehemalige Speditionsgebäude befindet sich in einem schlechten Zustand und muss dringend renoviert werden.

Bevor die Instandsetzungsarbeiten in Angriff genommen werden können, müssen alle 64 Bewohner vorübergehend woanders einen Unterschlupf finden. 52 Personen haben bereits eine Bleibe, zwölf warten noch auf den Umzug.

Komplette Renovierung nötig

„Zunächst waren nur größere Reparaturarbeiten an den Abflussrohren geplant, doch es wurden weitere, teilweise sehr schwerwiegende Mängel festgestellt“, erklärt Andreas Vogt, Direktor von Caritas Accueil et Solidarité. „Deshalb haben wir entschieden, eine Gesamtrenovierung am Gebäude vorzunehmen. Zudem soll die Unterkunft um einige Einzelzimmer erweitert werden, damit für die Einwohner mehr Privatsphäre geschaffen werden kann. Diese fehlt derzeit vor allem in den Vier- und Siebenbettzimmern.“ Gespräche über die Finanzierung der Arbeiten würden derzeit noch mit den Verantwortlichen des Familienministeriums und der Verwaltung für öffentliche Bauten laufen, so Vogt. Letztere sei nämlich rechtmäßiger Eigentümer des Ulysse-Gebäudes.


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Noch sei aber nicht bekannt, wann die Arbeiten beginnen können, so Vogt. Fest steht nur, dass die komplette Renovierung des Foyers nicht einfach eine punktuelle Verbesserung der Situation mit sich bringen soll, sondern eine Investition für die Zukunft ist. „Wir könnten das Gebäude auch schrittweise renovieren lassen und einen Auftrag nach dem anderen vergeben, doch das wäre für die soziale Arbeit sehr kontraproduktiv. Denn die Bewohner des Ulysse brauchen Stabilität. Immer wiederkehrende Baustellen und die damit verbundene Umzüge machen eine regelmäßige Betreuungsarbeit nicht möglich“, erklärt Andreas Vogt.

Deshalb soll die Notunterkunft so instand gesetzt werden, dass sie zumindest noch die nächsten 20 Jahre durchhält, meint Vogt. Zuerst müssen aber noch die letzten Bewohner ausziehen. „Einige Personen sind bereits in der neuen Notfallstruktur in Findel untergekommen. Für die zwölf verbleibenden haben wir nach langem Suchen nun eine vorübergehende Lösung gefunden. Bis Anfang Dezember haben normalerweise alle Bewohner das Foyer Ulysse verlassen“, so der Direktor der Caritas.

Wanteraktioun ist keine Option

Die Wanteraktioun, die voraussichtlich am 1. Dezember beginnt, als vorübergehende Lösung für die verbliebenen Bewohner, wäre in den Augen von Andreas Vogt keine gute Alternative gewesen.

„Es handelt sich um Menschen, mit denen wir bereits soziale Wiedereingliederungsprojekte begonnen haben. Sie brauchen eine gewisse Stabilität, die bei der Wanteraktioun so nicht geboten wird.

Damit würden sie einen Schritt zurückgehen. Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden“, versichert Vogt.


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