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Force Publique/SPFP: "Wir werden nicht locker lassen"
Lokales 2 Min. 17.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Force Publique/SPFP: "Wir werden nicht locker lassen"

Der künftige Armeechef Romain Mancinelli ist in Gewerkschaftskreisen umstritten.

Force Publique/SPFP: "Wir werden nicht locker lassen"

Der künftige Armeechef Romain Mancinelli ist in Gewerkschaftskreisen umstritten.
Nico Muller
Lokales 2 Min. 17.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Force Publique/SPFP: "Wir werden nicht locker lassen"

Romain Mancinelli wird am 1. Dezember die Nachfolge von Mario Daubenfeld an der Spitze der Armee antreten. Die Gewerkschaft SPFP hegt allerdings Zweifel, ob der neue Armeechef der richtige Mann für diesen Posten ist.

(ml) - Der künftige Armeechef Romain Mancinelli ist noch nicht im Amt und schon prasselt auf ihn Kritik nieder. Patrick Frantz, der Präsident der Gewerkschaft SPFG (Syndicat professionnel de la Force publique), die am Wochenende ihren 50. Jahrestag feierte, betont im "Wort"-Interview: Entgegen dem, was versprochen worden war, habe Verteidigungsminister Etienne Schneider zu keinem Moment im Vorfeld der Ernennung von Mancinelli ein Gespräch mit seiner Gewerkschaft gesucht.

"Ob die neue Armeespitze jetzt ein Dreamteam ist, darüber lässt sich diskutieren. Wir müssen mit den Mädchen tanzen, die wir haben", sagt Frantz. Das klingt nicht nach großem Lob. Die Bedenken lassen sich in der Tat durch Ereignisse aus der Vergangenheit erklären. Nach der "Boxemännercher-Affäre" seien einige Mitglieder des SPFG-Komitees von Mancinelli, der damals Chef des militärischen Zentrums auf dem Herrenberg in Diekirch war, disziplinarisch belangt worden, und das obwohl der damalige Minister Halsdorf auf einer Weihnachtsfeier die Sache für beendet erklärt habe, so Frantz.

"Dass wir jetzt nicht Hurra schreien, ist normal. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Mancinelli nicht, wie jeder andere auch, eine Chance erhält," betont der Gewerkschaftspräsident. Die SPFP werde so oder so ihr 60 Punkte-Programm umsetzen."Wir werden nicht locker lassen bis alles geklärt ist - mit Mancinelli oder ohne ihn," unterstreicht Frantz. Der Führungswechsel bei der Polizei komme zum richtigen Zeitpunkt, zumal große Reformen anstehen würden, die aufgearbeitet werden müssten, heißt es weiter.

Die Rekrutierungsprobleme innerhalb der Armee bereiten dem SPFP Sorgen. In Zukunft gelte es, die jungen Menschen besser über die Möglichkeiten zu informieren, die sich ihnen bieten, anstatt dass sie ohne Perspektiven zuhause hocken würden. Die "journée post-primaire", die jährlich organisiert wird, verfehle ihr Ziel. Einige Lyzeen würden überhaupt nicht erscheinen. Andere wiederum würden Schüler schicken, die nicht dem Profil entsprechen. Der SPFP schlägt vor, dass künftig ein Informationstag an einem Samstag stattfinden soll, um die Eltern besser einbinden zu können. Ziel sei es, die potenziellen Kandidaten auf die Musterung vorzubereiten.

"Eng déck Sauerei"

Sowohl bei der Polizei als auch in der Armee rasseln viele Kandidaten im Examen durch. Frantz wundert das nicht, da in einigen Fächern "Première" statt "Treizième"-Kenntnisse abverlangt würden. In dem gesamten öffentlichen Dienst liege die Misserfolgsquote bei 32 Prozent. "Es gibt Menschen, die nicht über dieses Thema diskutieren wollen, obschon sie die Verantwortung dafür tragen."

Frantz warnt vor den Auswirkungen des Zukunftspakets der Regierung. Die Menschen, die auf den unteren Sprossen der Leiter stehen, seien bei der Haushaltsanalyse nicht eingebunden worden."Wir haben das ungute Gefühl, dass hier alles unternommen wird, damit die Privilegien einiger Herrschaften (cadres supérieurs) nicht in Frage gestellt werden," ärgert sich der Gewerkschafter.

Dass die Regierung soziale Errungenschaften, die in Verordnungen und Gesetzen verankert sind, ohne Absprache mit den Sozialpartnern abschaffe, sei eine "Riesensauerei". Die Dreierkoalition sollte aufpassen, dass der Schuss nicht nach hinten losgehe, sagt Frantz.


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