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"Fonds Kirchberg": 16000 Einwohner sollen es werden
Lokales 3 Min. 11.07.2016 Aus unserem online-Archiv

"Fonds Kirchberg": 16000 Einwohner sollen es werden

An der "Porte de l'Europe" soll ein Mix zwischen Wohnungen, Büros, Geschäften und Restaurants entstehen.

"Fonds Kirchberg": 16000 Einwohner sollen es werden

An der "Porte de l'Europe" soll ein Mix zwischen Wohnungen, Büros, Geschäften und Restaurants entstehen.
Grafik: Fonds Kirchberg
Lokales 3 Min. 11.07.2016 Aus unserem online-Archiv

"Fonds Kirchberg": 16000 Einwohner sollen es werden

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Vom Europa- und Bankenviertel soll der Kirchberg zu einem urbanen Stadtteil werden, in dem Menschen leben. Noch prägen Baustellen das Bild.

(SH) - Wer in den vergangenen Tagen und Wochen durch Kirchberg gefahren ist, hat wohl mehr als eine Baustelle erblickt. Denn sie prägen derzeit das Bild des Viertels, in dem in ein paar Monaten nicht nur Trambahn, Radfahrer und Automobilisten bequem nebeneinander Platz finden sollen, sondern in dem langfristig anstelle der jetzt 3 000 Menschen deren 16 000 wohnen sollen.

„Kirchberg wird ein neues Gesicht bekommen“, betonte Infrastrukturminister François Bausch am Montag anlässlich der Präsentation der Jahresbilanz des „Fonds Kirchberg“, der öffentlich-rechtlichen Institution, die sich um den Bebauungsplan des Kirchbergplateaus kümmert. Demnach soll sich das derzeit von Büros, europäischen Institutionen und Banken geprägte Viertel in den kommenden Jahren zu einem urbanen Viertel entwickeln, in dem mehr Menschen leben. Viele der Wohnungen, die entstehen, sollen zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden.

Patrick Gillen, Direktor des „Fonds Kirchberg“ ging auf die einzelnen Projekte ein. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte.

Tram und Radfahrer

Ende des kommenden Jahres soll die Tram rollen. Die hierfür nötige Umgestaltung der Avenue Kennedy wird auch genutzt, um den Radfahrern mehr Raum zu schaffen. Fußgängerpassagen kommen hinzu. Grünflächen sollen bestehen bleiben. Der Autoverkehr bleibt in beiden Richtungen zweispurig.

Auch die Passage über die Rote Brücke soll für Radfahrer angenehmer werden. Zudem wird ihr Weg in Richtung Hauptstadt durch die neue Radpiste, die zwischen der Brücke und dem Aufzug vom Pfaffental in die Oberstadt entstehen wird, verkürzt.

Bis Ende kommenden Jahres soll jedoch auch die Standseilbahn aus Pfaffenthal an der „Rout Bréck“ ankommen. An diesem Knotenpunkt können Bahnreisende dann in die Tram umsteigen.

Auch auf der anderen Seite von Kirchberg – am Verteilerkreis Serra – wird die Tram halten. Hier soll ein Busbahnhof inklusive Auffangparkplatz entstehen.

Wohnraum und Geschäfte

16 000 Menschen sollen langfristig das Viertel Kirchberg ihr Zuhause nennen. „Wohnraum hat bisher gefehlt“, weiß Patrick Gillen. Alleine im „Quartier du Kiem“, dem „Réimerwee“ und „Kennedy Sud“ werden 2 300 Wohnungen entstehen. Ein Teil davon wird zum Marktpreis angeboten, ein weiterer Teil soll über die „Société nationale des habitations à bon marché“ günstiger weitergegeben werden.

Auch die „Porte de l'Europe“ wird bewohnbar. Neben 20 000 Quadratmetern Wohnfläche soll im „îlot mixte“ Raum für Büros, Geschäfte und Restaurants geschaffen werden.

Angedacht wird auch, das Eurocontrol-Terrain bei der Coque zu nutzen, um Wohnraum zu schaffen. Da sich derzeit hier jedoch noch das Depot der Nationalbibliothek befindet, kann dies frühestens 2020 umgesetzt werden. Etwas früher könnte „Grünewald Ouest“ gegenüber dem Rehazenter entstehen mit 300 Wohnungen und zwei größeren Parkhäusern. „Der Teilbebauungsplan soll so schnell wie möglich umgesetzt werden“, wünscht sich Patrick Gillen.

Wichtig sei es, das Zusammenleben der Einwohner zu fördern – durch öffentliche Plätze und Geschäftsflächen. Als Beispiel hierfür dient die „Quartiersstuff“ und die daran angrenzenden Gärten in Grünewald, wo es zu einem Austausch zwischen den Einwohnern kommen kann. Hier soll in einer nächsten Phase ein Hotel entstehen.

Mehr Platz für Europa

Das Europaviertel befindet sich derzeit im Umbruch. Den Institutionen muss mehr Raum eingestanden werden. Hierbei sei es allerdings wichtig, dass genug Raum zwischen den Gebäuden bestehen bleibt, einem Umstand dem die bisherigen Planungen Rechnung tragen.

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