Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Fondatioun Kriibskrank Kanner: Zum Geburtstag ein neues Logo

Fondatioun Kriibskrank Kanner: Zum Geburtstag ein neues Logo

Foto: R.Clemente
Lokales 3 4 Min. 12.02.2019

Fondatioun Kriibskrank Kanner: Zum Geburtstag ein neues Logo

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Die Fondatioun Kriibskrank Kanner feiert ihr 30. Jubiläum und freut sich gleich über zwei große Veränderungen: den Umbau ihres Sitzes in Strassen und die Einführung eines neuen, offiziellen Logos.

Die Luxemburger Fondatioun Kriibskrank Kanner feiert dieses Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Seit 1989 setzten sich die Mitarbeiter der Stiftung für krebskranke Kinder und deren Familien ein.

Das neue Logo zeigt die Schnauze eines Löwen in Form einer Schleife. Es soll auf das Maskottchen der Stiftung, den Löwen Poldi, und die goldene Schleife, das Symbol für den Kampf gegen Kinderkrebs, hinweisen.
Das neue Logo zeigt die Schnauze eines Löwen in Form einer Schleife. Es soll auf das Maskottchen der Stiftung, den Löwen Poldi, und die goldene Schleife, das Symbol für den Kampf gegen Kinderkrebs, hinweisen.
Foto: R. Clemente

Anne Goeres, Leiterin der Kinderkrebsstiftung, zog in einer Pressekonferenz am Dienstag Bilanz über das Jahr 2018 und stellte gleich zwei Neuigkeiten vor. Die Stiftung bekommt zum 30. Geburtstag ein neues Gesicht. "Wir wollten sowohl unser Maskottchen, den Löwen Poldi, als auch das Symbol der goldenen Schleife beibehalten und in einem neuen Logo vereinen. Und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach sehen lassen", betont die Leiterin sichtlich stolz.

Neue Infrastrukturen

Eine weitere Neuigkeit ist der Umbau des Gebäudes, in dem sowohl die Büros als auch die Therapie- und Beratungssäle der Stiftung unter Dach sind.

"Das Innere des Gebäudes muss umstrukturiert werden, da wir mehr Platz zum Arbeiten und die betreuten Kinder und Familien mehr Privatsphäre brauchen. Bislang lief jeder, der durch die Eintrittstür reinkam, an den Gruppen von Kindern vorbei. Das wird künftig nicht mehr passieren, die einzelnen Beratungs- und Aktivitätsräume kommen nun auf den 1. Stock - unsere Büros in das Erdgeschoss. Somit wird das Wohlsein der Minderjährigen garantiert", erklärt Anne Goeres.


2017 starben in Luxemburg sechs Kinder an Krebs.
Fondatioun Kriibskrank Kanner: Der Kampf geht weiter
Im vergangenen Jahr sind sechs Kinder in Luxemburg an Krebs gestorben. Die Fondatioun Kriibskrank Kanner steht betroffenen Familien mit Rat und Tat zur Seite.

Es ginge darum, die vereinzelten Räume funktioneller zu gestalten. "Man soll dort professioneller und spezialisierter arbeiten können. Um der wichtigen Betreuungsarbeit gerecht zu werden, hat sich unser Team in den letzten Jahren auch stark vergrößert - insgesamt beschäftigt die Stiftung in Strassen derzeit 13 Vollzeitmitarbeiter und sechs Freiwillige", so Goeres.

Die Arbeiten im Inneren des Gebäudes laufen derzeit auf Hochtouren und sollen noch bis Juni andauern. "Der Wiedereinzug ist voraussichtlich für den 10. Juni vorhergesehen. In der Zwischenzeit kommen wir in einem von der Gemeinde Strassen zur Verfügung gestellten Haus unter". Die Rede ist vom Gebäude mit der Nummer 48 in der Rue des Romains. Dort finden in den kommenden Monaten alle Beratungsgespräche mit den Familien statt.

Laut Anne Goeres ist der Umbau des Sitzes durch einen Sponsor finanziert worden. "Unsere Stiftung lebt und funktioniert zu 100 Prozent aus Spenden. Diese nutzen wir jedoch ausschließlich nur für unsere Zusammenarbeit mit den Betroffenen, die Sensibilisierungskampagnen und die Finanzierung der Krankheitsforschungen", betont die Leiterin.

Erschreckende Zahlen

Derzeit ist die Fondatioun Kriibskrank Kanner die einzige Instanz, die jährlich Zahlen über krebskranke Kinder aus Luxemburg veröffentlicht. Alleine im Jahr 2018 betreute die Stiftung insgesamt 199 Familien. Davon waren 34 Kinder an einer seltenen Krankheit erkrankt, 165 Kinder hatten oder haben Krebs. Bei Letzteren handelt es sich um Minderjährige, die sowohl im Großherzogtum ansässig sind (99 Kinder) als auch jene (66 Kinder), die im Grenzgebiet leben, Vater und/oder Mutter aber in Luxemburg arbeitet.

"Schätzungsweise gibt es in Luxemburg jährlich 20 bis 35 neue Fälle von Kinderkrebs. Europaweit sind es rund 35.000 Fälle im Jahr - geschätzt wird, dass eins von 300 Kindern an Krebs erkrankt. Moment gibt es in Europa 300.000 Jugendliche, die den Krebs überlebt haben. Oftmals aber mit schweren Behandlungsfolgen", beschreibt Anne Goeres die aktuelle Situation.

Investitionen in Forschung

Viele der betreuten krebskranken Kinder müssen später mit schwerwiegenden Folgen leben, verursacht durch die meist äußerst toxischen und aggressiven Behandlungsweisen. "Die Medikamente, die Kinder gegen Krebs einnehmen, sind veraltet. Immer wieder wird in neue Therapien und Behandlungsmethoden für Erwachsene investiert, da es sich beim Kinderkrebs um einen im Vergleich eher kleinen Anteil an Erkrankten handelt, möchten Pharmakonzerne meistens nicht in diesem Bereich investieren", bedauert Anne Goeres und betont, dass es wichtig sei, neue Medikamente mit besseren Nachwirkungen herzustellen, die das Überleben der jungen Patienten ohne leichte bis schwerwiegende Einschränkungen und Behinderungen möglich machen.

"Das Geld besorgen wir, den Rest müssen die Forscher und Mediziner machen. In unserem Budget haben für das Jahr 2019 Forschungsinvestitionen in Höhe 566.069 Euro festgelegt. Davon wollen wir fünf Projekte finanzieren: Zwei davon im Bereich der Immunologie, eines im Bereich der Leukämie und auch eine Forschung über Pestizide, die in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg stattfindet. Eine Großinvestition wird das sogenannte Quartet Projekt - eine europäische Plattform, auf der sich europaweit Experten über Radiotherapie und anderen wichtigen Behandlungsmethoden bei Kinderkrebs austauschen können", erklärt die Direktorin der Fondatioun.

Um solche wichtigen Projekte finanzieren zu können, ist die Stiftung auch weiterhin auf Spenden der Bevölkerung angewiesen. Informationen sind zu finden unter www.fondatioun.lu.




Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Krebs: Kampf mit drei Mitteln
Als erstes luxemburgisches Klinikum überhaupt ist das Centre Hospitalier de Luxembourg Teil einer großen internationalen Krebsstudie der sogenannten Phase 1: Lungenkrebspatienten sollen mit einer Kombination aus drei Medikamenten behandelt werden.
Lungenkrebs
Zum Weltkrebstag: Das Leben danach
Nach einer Krebserkrankung erschweren lange Krankheitsphasen oft den Wiedereinstieg in den Beruf: Der 60-jährigen Lysiane Back ist dieser gelungen – dank verständnisvoller Kollegen und Vorgesetzter.
Auch die Kollegen am Arbeitsplatz können für Krebspatienten eine wichtige Stütze sein.
Mit Lebensmut gegen den Krebs
Der Oktober steht weltweit für den Kampf gegen Brustkrebs, das Symbol dafür - eine rosafarbene Schleife. Auch Blathnaid O'Neill erhielt vor rund drei Jahren die schlimme Diagnose. Hier ein Porträt.
3.10. ITV Europa Donna / ITV Blathnaid Stroomer Foto:Guy Jallay
Mama, Papa – bist du krank?
Eine Krebserkrankung stellt das Leben der Patienten auf den Kopf – aber natürlich auch das der Familien. Vor allem für Kinder ist es nicht leicht, zu sehen, wie Mama oder Papa ängstlich, schwach und hilflos sind.
Krebs wirft viele Fragen auf, Ungewissheit steht im Raum. Aber egal, wie es weitergeht – es ist sehr wichtig, dass die Kinder um die Krankheit wissen.