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Flughafen Findel: Flugbetrieb nach Bruchlandung unterbrochen
Lokales 2 Min. 30.08.2017 Aus unserem online-Archiv

Flughafen Findel: Flugbetrieb nach Bruchlandung unterbrochen

Der Zivilschutz stellte Feldbetten für die gestrandeten Passagiere auf.

Flughafen Findel: Flugbetrieb nach Bruchlandung unterbrochen

Der Zivilschutz stellte Feldbetten für die gestrandeten Passagiere auf.
Foto: Administration des services de secours
Lokales 2 Min. 30.08.2017 Aus unserem online-Archiv

Flughafen Findel: Flugbetrieb nach Bruchlandung unterbrochen

Michel THIEL
Michel THIEL
Nach der Bruchlandung eines Leichtflugzeugs musste die Landebahn am Flughafen Findel am Dienstagabend gesperrt werden. Am späten Mittwochmorgen hatte sich die Lage wieder normalisiert.

(dho/mth) - Am Dienstagabend musste die Landebahn des Flughafens Findel vorübergehend für den Flugverkehr gesperrt werden. Der Grund dafür war die Bruchlandung eines Leichtflugzeuges neben der Landebahn. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.

Elektronikpanne führte zur Bruchlandung

Der Flughafenbetreiber Luxairport gab am Mittwochmorgen nähere Details zu dem Zwischenfall und dessen Folgen bekannt. Demnach war der Pilot von Findel aus mit seiner in den Niederlanden immatrikulierten Maschine zu einem Flug aufgebrochen und sollte auch später dort wieder landen. Jedoch bekam er unterwegs Probleme mit der Bordelektronik, wodurch er den Kontakt zum Kontrollturm verloren hatte und auch die Positionslichter seiner Maschine waren ausgefallen.

Die Flugleitung war am Abend von einer Privatperson informiert worden, dass eine kleine Maschine gegen 21.30 Uhr ohne Positionslichter über Cessingen gesichtet worden sei. Der Tiefflug lässt darauf schließen, dass der Pilot sich zu dem Zeitpunkt bereits auf eine Notlandung vorbereitete. „Der Pilot hat alles richtig gemacht“, so François Mathieu von der „Administration de la navigation aérienne“.

Fahrwerk war blockiert

Dem herkömmlichen Radar war es nicht möglich, das Leichtflugzeug zu erfassen, da es zu tief flog. Aber auch die Suche nach dem Flieger mit dem Bodenradar des Flughafens blieb erfolglos. Dieser konnte die Maschine nämlich nicht orten, da dessen Radar-Transponder aufgrund der Elektronik-Panne nicht mehr in Betrieb war.

Die Verantwortlichen von "Luxairport", "Luxair" und der "Administration de la navigation aérienne" hatten am Mittwochmorgen eine Pressekonferenz einberufen.
Die Verantwortlichen von "Luxairport", "Luxair" und der "Administration de la navigation aérienne" hatten am Mittwochmorgen eine Pressekonferenz einberufen.
Foto: Alain Piron

Gegen 21.45 Uhr landete der Pilot seinen Flieger auf dem Grasstreifen neben der Piste. „Es ist anzunehmen, dass er absichtlich nicht auf der Bahn landete, um größeren Schaden zu verhindern“, so François Mathieu. Das Fahrwerk konnte nämlich nicht mehr ausgefahren werden. Möglicherweise entschied sich der Pilot auch gegen eine Landung auf der Piste, um einen Zusammenstoß mit anderen Flugzeugen zu verhindern.

Der Pilot wurde bei dem Manöver nicht verletzt und ging nach der Bruchlandung zu Fuß zum Kontrollturm. Aus Sicherheitsgründen wurde gegen 22 Uhr der Flugbetrieb eingestellt. Lediglich die Maschine des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der zu einer Arbeitsvisite in Luxemburg war, bekam eine Ausnahmegenehmigung, da der Präsidenten-Jet laut Luxairport im Gegensatz zu den größeren Passagiermaschinen die nötigen Sicherheitsvoraussetzungen erfüllte. Seine Maschine konnte um 23.53 Uhr abheben.

300 Fluggäste gestrandet

Zehn Flugzeuge, die sich zum Zeitpunkt der Sperrung in der Luft befanden, mussten zu den Flughäfen Hahn und Lüttich umgeleitet werden. Die Luxair-Kunden in Lüttich konnten erst am Mittwochmorgen wieder nach Luxemburg zurückgebracht werden.

Der Flugbetrieb wurde um 1.45 Uhr wieder aufgenommen. Trotzdem musste ein Teil der rund 300 in Findel gestrandete Personen dort übernachten. Die Rettungsdienste hatten Feldbetten eingerichtet. Fluggäste aus Maschinen, die auf naheliegende Flughäfen umgeleitet worden waren, wurden noch in der Nacht von Bussen abgeholt. Die letzten verspäteten Maschinen verließen am Mittwoch um 15 Uhr den Flughafen.

Anfangs stand in dem Artikel, es habe sich um ein Sportflugzeug des "Aéroclub" gehandelt. Dies wurde jedoch dementiert. Bei der Maschine handelte es sich um ein Leichtflugzeug des Typs Piper, die in den Niederlanden registriert, aber in Luxemburg geflogen wurden.


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