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Flüchtlingsunterkunft in Sassenheim: "Modular, flexibel, umweltfreundlich"
Die neue Anlage wurde innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt.

Flüchtlingsunterkunft in Sassenheim: "Modular, flexibel, umweltfreundlich"

Foto: Henry Leyder
Die neue Anlage wurde innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt.
Lokales 19.09.2016

Flüchtlingsunterkunft in Sassenheim: "Modular, flexibel, umweltfreundlich"

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
In der Nähe des Sassenheimer Schlosses wurden zwei Gebäude mit Unterkünften für Asylbewerber errichtet. Am Samstag wurden die Räumlichkeiten offiziell eingeweiht. Am Dienstag ziehen die ersten Bewohner ein.

(HL) - Die Aufnahme der Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten lässt sich erwartungsgemäß nicht im Handumdrehen verwirklichen. Wie die jüngste Vergangenheit beweist, auch in Luxemburg nicht. Einige Gemeinden gehen aber mit dem guten Beispiel voran, unter ihnen Sassenheim. Am Samstag übergaben die Minister François Bausch und Corinne Cahen in der Nähe des dortigen Schlosses zwei zu diesem Zweck in Modularbauweise errichtete Gebäude offiziell ihrer Bestimmung.

Jede der beiden holzverkleideten dreistöckigen Konstruktionen enthält elf Wohnungen mit je drei Betten, pro Stockwerk eine Gemeinschaftsküche, einen Gemeinschaftsraum und einen Sanitärraum, außerdem im Erdgeschoss ein Empfangs- und Überwachungsbüro. Alle Zimmer des Erdgeschosses sind behindertengerecht ausgelegt. Sieben Tage die Woche übernimmt in jedem der beiden Gebäude ein Angestellter einer Sicherheitsfirma rund um die Uhr die Pförtnerrolle. Der Außenbereich wird von der Loge aus videoüberwacht.

Die Zimmergröße liegt bei bescheidenen 18 Quadratmetern. Ein doppelstöckiges Bett und ein Einzelbett sowie ein Kühlschrank, ein Tisch und drei Stühle sind darin aufgestellt; jedem muss ein 70 Zentimeter breiter Kleiderschrank reichen. Die Bewohner müssen selbst für ihr leibliches Wohl sorgen. Sie können vor Ort Lebensmittel kaufen.

Fertigstellung in nur sechs Monaten

Das dem Familien- und Integrationsministerium unterstellte „Office luxembourgeois de l’accueil et de l’intégration“ (OLAI) verwaltet die Stätte. Sie ist binnen nur sechs Monaten im Auftrag des Infrastrukturministeriums auf Gemeindeterrain errichtet worden.

Am Samstagnachmittag war auch ein – gut besuchter – Tag der offenen Tür in der neuen Unterkunft, deren Bauweise „Bauherr“ François Bausch als „modular, flexibel und umweltfreundlich“ bezeichnete. Dem Sassenheimer Doppelgebäude werden deshalb in anderen Gemeinden weitere folgen. Familienministerin Corinne Cahen lobte nicht nur die Gemeinde Sassenheim für ihre Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen, sondern auch die vielen Freiwilligen, die sich in der Gemeinde, wie in anderen Kommunen auch, spontan und ausdauernd für die Integration der vom Krieg Vertriebenen einsetzen.

Bürgermeister Georges Engel betonte die seit Jahren in der Gemeinde den Flüchtlingen gegenüber gelebte Willkommenskultur, obschon deren Integration nicht immer einfach verlaufe.