Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Flucht nimmt blutiges Ende
Lokales 17 2 Min. 11.04.2018

Flucht nimmt blutiges Ende

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Aus noch ungeklärten Ursachen hat ein Mann am Mittwoch in Bonneweg versucht, sich einer Polizeikontrolle zu entziehen. Dabei nahm er einen Polizisten ins Visier. Der Beamte eröffnete das Feuer in Notwehr auf den Wagen. Der Fluchtfahrer starb kurze Zeit später im Krankenhaus.


Im Jahr 2017 kam es 61 Mal zu Angriffen auf Polizisten. 37 Beamte wurden dabei verletzt. Ein solcher Angriff endete am Mittwoch tödlich: Ein Autofahrer fährt beim Versuch, sich einer Polizeikontrolle zu entziehen, direkt auf einen Beamten zu. Der Polizist greift zur Dienstwaffe und feuert in Notwehr auf den Wagen. Er trifft den Fahrer. Die Schüsse sind tödlich.

Wie so oft beginnt der Tatablauf mit einer Routinekontrolle. Wie die Pressestelle der Polizei schreibt, fällt einer Streifenwagenbesatzung gegen 16 Uhr ein Autofahrer aufgrund seines Fahrverhaltens auf. Als die Beamten den Wagen in der Rue des Ardennes überprüfen wollen, versucht der Fahrer sich der Kontrolle zu entziehen.

Fahrer beschleunigt auf Polizisten zu

Einer der Polizisten steigt dem Bericht zufolge aus dem Dienstwagen aus und gibt dem Unbekannten deutliche Haltezeichen. Der Fahrer beschleunigt jedoch den Wagen und fährt aus kurzer Distanz auf den Polizeibeamten zu.

Der Polizist zieht seine Dienstwaffe und feuert auf den Wagen. Der Mercedes fährt weiter, schrammt eine Hauswand und kommt schließlich an einem Baum an der Place Léon XIII zum Stehen.

Es zeigt sich, dass der Fahrer von mindestens einer Kugel getroffen wurde. Er erliegt am frühen Abend in einem hauptstädtischen Krankenhaus seinen Verletzungen.

Zeugen: Wagen kurvte vor der Kontrolle mehrfach um den Block

Wie eine Augenzeugin dem „Luxemburger Wort“ berichtet, habe sie drei Schüsse gehört. „Dann ist der Wagen in die Fassade und danach in den Baum gerast“, sagt sie. Wenige Augenblicke später seien Polizisten zu dem Wagen gekommen und hätten den Mann bis zum Eintreffen der Rettungsdienste reanimiert. Der Zeugin zufolge, habe es sich bei dem Fluchtfahrer um einen etwa 50-jährigen Mann gehandelt. 

Weitere Zeugen erzählen übereinstimmend, der schwarze Mercedes sei bereits mehrfach um den Block gekurvt, bevor die Polizisten ihn stoppen wollten.

Inspection Générale ermittelt

Die Polizeiinspektion wurde von der Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen beauftragt. Jede Schussabgabe durch einen Polizisten führt zu einer Untersuchung durch die Abteilung für interne Ermittlungen. Im vergangenen Jahr war das zweimal der Fall.

In diesem Jahr ist die Schussabgabe in Bonneweg der zweite bekannt gewordene Fall. Am 30. Januar 2018 versucht ein Autofahrer bei einer Handykontrolle in der hauptstädtischen Route d'Esch zu fliehen. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd legt es der Mann in Belair darauf an, im Rückwärtsgang einen Motorradpolizisten zu rammen. Ein Polizist schießt mit seiner Dienstwaffe auf die Reifen des BMW M3, verfehlt aber.

Der Flüchtige kann schließlich in Arlon von Luxemburger Polizisten gestoppt werden. Als der Mann hier erneut ansetzte, einen Polizisten anzufahren, schießt der Beamte auf den Wagen. Hintergrund der Flucht sind offenbar fehlende Fahrzeugpapiere und ein Fahrverbot.





Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Sekundenbruchteile mit Folgen
Der tragische Unfall am Samstagmorgen ist mehr als nur eine Verkettung unglücklicher Umstände. Doch von einer Verurteilung des mutmaßlichen Verantwortlichen ist die Justiz noch weit entfernt.
Collision entre deux voitures de police - Weiswampach - Photo :  Pierre Matgé
Spurensuche in Bonneweg
Der Fluchtfahrer, der am Mittwoch in Bonneweg durch Polizeikugeln zu Tode kam, hatte bereits mehrere Unfälle verursacht, bevor er mit seinem Wagen einen Polizisten ins Visier nahm.