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Finger weg von Kindern
Lokales 2 Min. 16.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Finger weg von Kindern

Die Sensibilisierungskampagne soll ein Tabuthema brechen und die Luxemburger Bevölkerung informieren und aufklären.

Finger weg von Kindern

Die Sensibilisierungskampagne soll ein Tabuthema brechen und die Luxemburger Bevölkerung informieren und aufklären.
ECPAT
Lokales 2 Min. 16.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Finger weg von Kindern

In wenigen Wochen beginnt die Reisesaison und viele Luxemburger zieht es dann wieder in die Ferne. Für die Kinderschutzorganisation „ECPAT“ ist damit der richtige Zeitpunkt gekommen, um mit einer großangelegten Sensibilisierungskampagne auf das Problem der Kinderprostitution in verschiedenen Ländern aufmerksam zu machen.

(hay) - In wenigen Wochen beginnt die Reisesaison und viele Menschen zieht es dann wieder in die Ferne. Für die Kinderschutzorganisation „ECPAT“ ist damit der richtige Zeitpunkt gekommen, um auf das Problem der Kinderprostitution in verschiedenen Ländern aufmerksam zu machen. Geschehen soll dies mit einer großangelegten Sensibilisierungskampagne, an der sich unter anderem das Familien- und Integrationsministerium sowie das Kooperationsministerium und die Fluggesellschaft Luxair beteiligen.

„Kinderprostitution, Menschenhandel und Sextourismus kommen vor allem in asiatischen und afrikanischen Ländern sowie in Südamerika vor. Laut einer Unicef-Statistik werden jedes Jahr über drei Millionen Kinder Opfer solcher Straftaten. Die Luxemburger Sektion der ECPAT betreut rund 150.000 Kinder im Ausland mithilfe ihrer Auslandskorrespondenten“, sagte Victor Gillen, Präsident von ECPAT.

Die Kampagne beinhaltet laut Hannah Bristow, Projektleiterin der ECPAT, die drei Schwerpunkte Kinderprostitution, Sextourismus und Kinderpornographie. Auf diese wird ab sofort und mehrere Monate lang am Flughafen Findel und im hauptstädtischen „Mercure Grand Hotel Alfa“ mit Plakaten und Flyern aufmerksam gemacht.

Zusätzlich dazu werden aber auch in den Flugzeugen der Luxair Videoclips gezeigt, in denen die Themen Sextourismus und Kinderprostitution aufgegriffen werden. Ein landesweit ausgestrahlter Radiospot in luxemburgischer Sprache vervollständigt letztlich die Kampagne, deren Ziel es ist, das Tabuthema zu brechen und den Luxemburgern die Problematik näher zu bringen, zu informieren und aufzuklären.

Strenges Gesetz

„Kinderprostitution ist kein Kavaliersdelikt. Der Gedanke, dass ein Kind dies freiwillig und gerne macht, ist völlig absurd“, sagte Familienministerin Marie-Josée Jacobs. Ein permanenter Einsatz gegen die Kinderprostitution, etwa in Form von präventiven Kampagnen und Aufklärung, sei daher enorm wichtig.

Die gesetzliche Lage im Großherzogtum begrüßte die Ministerin. Noch nicht lange her, da wurde nämlich das 1999 aufgestellte Gesetz zur Bestrafung von Sexualverbrechen an Minderjährigen verschärft. Wer eine solche Tat begeht, dem drohen nun bis zu 15 Jahre Haft und 50.000 Euro Geldstrafe.

Schwierigkeit: Internet

Kooperationsminister Jean-Louis Schiltz, dessen Ministerium einen großen Teil der Kosten für die Kampagne trägt, sprach am Donnerstag unter anderem die gravierenden Auswirkungen des Sextourismus an, die es für die jeweiligen Ländern habe. Ferner wies er auf die Schwierigkeiten hin, Betreiber von Internetseiten mit pädophilem Inhalt zur Rechenschaft zu ziehen. Der Grund: Beim Internet handle es sich um ein überaus „mobiles“ Medium. Wenn man also glaube, eine entsprechende Seite in einem Land gefunden zu haben, stelle sich oft heraus, dass der Datenbankanbieter aber in einem ganz anderen Land sitze, sagte Minister Schiltz.

Info: ECPAT (End Child Prostitution and Trafficking) ist eine Kinderschutzorganisation, die in 72 Ländern vertreten ist. Die Sektion in Luxemburg wurde 1995 gegründet. Die Organisation ECPAT kämpft gegen die sexuelle, kommerzielle Ausbeutung von Kindern, zu der Kinderprostitution, Kinderpornographie und Menschenhandel gehören.