Findel : Sportfliegerei vor dem Aus?
Die Miete für die Hangars, in denen Sportflugzeuge untergebracht sind, sollen angehoben werden.

Findel : Sportfliegerei vor dem Aus?

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Die Miete für die Hangars, in denen Sportflugzeuge untergebracht sind, sollen angehoben werden.
Lokales 2 Min.27.01.2016

Findel : Sportfliegerei vor dem Aus?

Maxime Lemmer

Die Hangars und Grundstücke, die derzeit auf Findel für die Sportfliegerei genutzt werden, könnten Opfer des Wirtschaftswachstums werden, befürchtet die Fédération aéronautique. Der Minister wiegelt ab.

(ml) - Die Fédération aéronautique befürchtet, dass die Sportfliegerei in Zukunft möglicherweise ihren Platz am Flughafen Findel räumen muss. Luxairport betreibe eine ultraliberale Politik, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Betreibergesellschaft des Flughafens habe die Pachtverträge für Grundstücke gekündigt, die von diversen Vereinigungen genutzt wurden, um Sportflugzeuge in Hangars unterzubringen.

Die Anstrengungen, die das Nachhaltigkeitsministerium, Luxairport und die gewerblichen Unternehmen am Findel unternommen hätten, um das Wirtschaftswachstum des Sektors zu gewährleisten, würden die Kleinluftfahrt vom Standort Findel verdrängen.

Die Fédération aéronautique, die 1978 für gemeinnützig erklärt wurde und 32 Vereinigungen vertritt, ruft den Minister dazu auf, eine Lösung zu finden, damit der Flugsport die nötigen Mittel erhält, um weiterhin bestehen zu können. Immerhin sei der Findel seit 70 Jahren der Heimatort der Sportfliegerei.

"Homöopathischer Beitrag"

Obwohl die Grundstücke in der direkten Umgebung des Flughafens einen sehr hohen Wert hätten, seien sie den Fliegerklubs beinahe kostenlos zur Verfügung gestellt worden, sagte François Bausch auf Nachfrage hin dem "Luxemburger Wort". Der Kostenpunkt für Luxairport sei hingegen enorm.

Derzeit kratzt der luxemburgische Flughafen an der Marke der drei Millionen Passagiere pro Jahr. Aufgrund von europäischen Regeln dürfe der Staat künftig nur noch 25 Prozent zur Finanzierung des Flughafens beisteuern, so Bausch. Den Rest müsse der Flughafen selbst stemmen.

Angesichts dieser Tatsache komme bei der Vermietung der Hangars ein "homöopathischer Beitrag" nicht mehr infrage, unterstreicht der Minister.  Natürlich könne er durchaus nachvollziehen, dass die Anhänger der Sportfliegerei ihren Standort am Findel verteidigen. Dennoch dürfe man das Gesamtinteresse des Flughafens nicht aus den Augen verlieren. Deshalb sei eine angemessene Miete, die der Realität stärker Rechnung trage, unumgänglich.

Mögliche finanzielle Unterstützung

Die Verhandlungen laufen derzeit noch. Der Minister geht davon aus, dass relativ schnell eine Lösung gefunden werden kann. Über die Höhe der künftigen Miete wollte er sich noch nicht äußern.

Ziel sei es nicht, den Flugsportvereinen etwas Unmögliches abzuverlangen. Bausch hält es für durchaus möglich, dass die Fédération aéronautique künftig eine finanzielle Unterstützung vom Sportministerium erhält, so wie es derzeit schon bei vielen anderen Sportvereinigungen der Fall ist.

Das Thema dürfte auch am Samstag auf der Generalversammlung der UPL-AOPA zur Sprache kommen. Die Union des Pilotes Luxembourgeois ist Mitglied der Fédération aéronautique. Minister Bausch hat der Einladung bereits zugesagt. Eigenen Angaben zufolge wird er in seiner Rede auf die allgemeine Ausrichtung des Flughafens sowie auf die Schwierigkeiten eingehen, die sich im Zusammenhang mit dem Flughafenbetrieb stellen könnten.

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