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Finanzminister erklärt Verspätungen bei Steuerrückzahlungen
Lokales 09.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Finanzminister erklärt Verspätungen bei Steuerrückzahlungen

Die Zukunft liegt laut Finanzminister Gramegna in elektronischen Steuererklärungen für Privatpersonen.

Finanzminister erklärt Verspätungen bei Steuerrückzahlungen

Die Zukunft liegt laut Finanzminister Gramegna in elektronischen Steuererklärungen für Privatpersonen.
Foto: Shutterstock
Lokales 09.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Finanzminister erklärt Verspätungen bei Steuerrückzahlungen

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Der Minister macht Personalmangel im Steueramt und einen erheblichen Zuwachs an eingesendeten Steuererklärungen für die Verspätungen verantwortlich.

Bei der Bearbeitung der eingesendeten Steuererklärungen kann es in diesem Jahr zu erheblichen Verspätungen kommen. Dies geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Frage, die der LSAP-Abgeordnete Mars Di Bartolomeo Mitte Juli an Finanzminister Pierre Gramegna richtete, hervor. "Steuerzahler, die dem Steueramt gegenüber in der Schuld stehen, wird das nicht sonderlich stören. Doch diejenige, die einen Anspruch auf Rückerstattung haben, verlassen sich auf sie und fühlen sich benachteiligt", so Di Bartolomeo in seinem Schreiben an den Finanzminister.


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Gramegna bestreitet diese Umstände in seiner Antwort nicht. Aus den monatlichen Statistiken des Steueramtes gehe tatsächlich hervor, dass der Prozentsatz der bereits verarbeiteten Steuererklärungen im Vergleich zum 30. Juni 2016 von 32,5 Prozent auf nur 25,5 Prozent am 30. Juni 2019 gesunken sei.

Zu erklären sei dies vor allem durch den Umstand, dass die Zahl der eingereichten Steuererklärungen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Zwischen 2002 und 2019 habe sie sich sogar mehr als verdoppelt, so Gramegna: von 128.831 auf 280.307 für natürliche Personen und von 46.754 auf 106.791 für juristische Personen. Zudem seien die Steuererklärungsbögen mit der Zeit komplexer geworden. Alleine durch die Steuerreform von 2017/2018 seien jährlich rund 62.000 zusätzliche Akten zu bearbeiten - seit der Reform können nicht ansässige Steuerzahler mit Gebietsansässigen gleichgestellt werden.

Dieser erhebliche Anstieg an zu bearbeitenden Steuererklärungen sei lange Zeit nicht mit einer Belegschaftsverstärkung innerhalb des Steueramtes einhergegangen, so Gramegna - es bestehe akuter Personalmangel. Vom Jahr 2002 auf das Jahr 2012 sei die Zahl der Steuerbeamten um nur 36 gestiegen, von 559 auf 595. Erst in der Legislaturperiode von 2013 auf 2018 sei das Problem des Personalmangels in Angriff genommen worden. In dieser Zeit verstärkte sich die Belegschaft auf 832 Beamte. Ab 2019 sollen noch 43 weitere Personen eingestellt werden, um die zunehmende Arbeitslast anzugehen.

Einen Lösungsansatz sieht Gramegna außerdem in der Digitalisierung. Elektronische Steuererklärungen für Privatpersonen sollen in Zukunft den Bearbeitungsaufwand aufseiten des Steueramtes erheblich senken - und somit auch die Bearbeitungsdauer. Für ansässige Unternehmen wird diese Maßnahme schon länger erfolgreich angewendet. Gramegna hofft, dieses Prozedere in einer nächsten Steuerreform auch für Privatpersonen umzusetzen. Zudem plant er, Steuererklärungsformulare zu vereinfachen.


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