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Lokales 08.12.2019

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Hormone und Medikamentenrückstände werden bisher in den Kläranlagen noch nicht zurück behalten.

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Hormone und Medikamentenrückstände werden bisher in den Kläranlagen noch nicht zurück behalten.
Guy Jallay
Lokales 08.12.2019

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Jacques GANSER
Jacques GANSER
Mit Medikamenten belastete Abwässer von Krankenhäusern sollen künftig separat erfasst werden. Sie seien regelrechte Hotspots für medikamentöse Gewässerbelastung.

Mehr als 3000 pharmazeutische Stoffe sind in der EU zugelassen. Spuren dieser Stoffe finden sich zum Teil in unseren Gewässern, weil die Kläranlagen nicht in der Lage sind, diese Substanzen aus den Abwässern zu filtern. In einer parlamentarischen Frage interessiert sich der Abgeordneten Marc Hansen (Déi Grëng) für die Maßnahmen, mit denen die Abwässer von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Viehbetrieben gesondert behandelt werden können.

Laut Hansen würden insbesondere in den Flüssen Alzette und Sauer Rückstände von Entzündungshemmern, Hormonen und Antibiotika nachgewiesen werden. In vielen Fällen sei noch gar nicht klar, wie diese Substanzen die Lebenserwartung und den Hormonhaushalt anderer Organismen beeinflussen würden.

In ihrer gemeinsamen Antwort bestätigen Gesundheits-, Landwirtschafts- und Umweltministerium die nachgewiesene Belastung in den Flüssen, insbesondere in der Alzette, die dicht bevölkerte Regionen durchfließt. Sie werden im Zuge eines Monitoring nachgewiesen, allerdings gelten zurzeit keine Grenzwerte für diese Stoffe. Deshalb würden sich auch quantitative Messungen als schwierig erweisen.


Eine ganze Reihe von Drogen können in den Abwässern nachgewiesen werden.
Drogenspur im Abwasser
Ein Forschungsprojekt des nationalen Gesundheitslaboratoriums fahndet nach Drogen in Abwässern.

Belastung durch Haushalte

Laut den drei Ministerien stimmt es zwar, dass Krankenhäuser und Pflegeheime regelrechte Hotspots für medikamentöse Gewässerbelastung darstellen. Der Großteil wird aber immer noch durch Privathaushalte eingeführt, sei es durch natürliche Ausscheidung oder aber durch illegale Entsorgung der Medikamente. Mit dem nationalen Antibiotikaplan wird zwar vorrangig der Gebrauch dieses Medikamentes eingeschränkt, dies führt laut den Ministerien aber auch zu einem niedrigeren Eintrag in die Gewässer.

Zudem wurde in Zusammenarbeit mit dem Luxembourg institute for science and technology LIST ein Pilotprojekt im Centre hospitalier Emile Mayrisch in Esch/Alzette durchgeführt. Dort wurden die medikamentös belasteten Abwässer testweise vorbehandelt. Zurzeit bestehen allerdings noch keine verpflichtenden Auflagen. Allgemein gilt das Wasserschutzgesetz was die Behandlung der Abwässer und den Schutz der Fließgewässer betrifft. Besserung ist allerdings in Sicht, so soll künftig beim Bau neuer Krankenhäuser ein doppeltes Abwassersystem verbaut werden um diese später getrennt behandeln zu können. Die dafür notwendigen Flächen werde bereits im Vorfeld mit eingeplant.


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