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Festnahme und Verhör: Totes Kind: Mutter unter Mordanklage
Lokales 10 2 Min. 11.11.2015 Aus unserem online-Archiv

Festnahme und Verhör: Totes Kind: Mutter unter Mordanklage

Das Wehr bei Keiwelbach: Hier wurde am Dienstagabend der Leichnam des kleinen Ben entdeckt.

Festnahme und Verhör: Totes Kind: Mutter unter Mordanklage

Das Wehr bei Keiwelbach: Hier wurde am Dienstagabend der Leichnam des kleinen Ben entdeckt.
Foto: Steve Remesch
Lokales 10 2 Min. 11.11.2015 Aus unserem online-Archiv

Festnahme und Verhör: Totes Kind: Mutter unter Mordanklage

Im Fall des am Dienstag tot aufgefundenen Kindes aus Befort fällt der Verdacht auf die Mutter. Gegen sie erging am Mittwochabend eine Anklage wegen Mordes.

(str) - Keiwelbach dürfte bislang den wenigsten ein Begriff gewesen sein. Nun ist der Ort an der Weißen Ernz allerdings für immer mit dem Schicksal des kleinen Ben verbunden. Lange nach Einbruch der Dunkelheit hatten Suchtrupps am Dienstagabend hier den Leichnam des seit Mittag verschwundenen Säuglings aus dem Fluss geborgen.

Um 11.50 Uhr war am Dienstag bei der Polizei eine Meldung eingegangen, die für einen Großeinsatz sorgte. Über deren genauen Inhalt schweigen die Behörden bislang. Die Informationshoheit liegt bei der Staatsanwaltschaft und die kommentiert prinzipiell keine laufenden Ermittlungen.

Falsche Fährte

Gewusst ist, dass zunächst nach einem Täter und einem Tatfahrzeug gesucht wurde. Die diesbezüglichen Angaben erwiesen sich offenbar schnell als falsch, doch der Ernst der Lage sei sehr deutlich gewesen, ist aus Polizeikreisen zu erfahren. Alle verfügbaren Kräfte seien mobilisiert worden, um den vermissten Säugling lebend zu finden.

Erste Ermittlungserkenntnisse führten im Laufe des Nachmittags dazu, dass ein Gebiet zwischen Eppeldorf und Befort durchkämmt wurde. Später, mit Einbruch der Dunkelheit, verlagerte sich die Suchaktion an das Ufer der Weißen Ernz zwischen Keiwelbach und Reisdorf.

Knapp 700 Meter unterhalb der Hessemillen wurden die schlimmsten Befürchtungen der Einsatzkräfte gegen 19 Uhr zu traurigen Gewissheit: An einem kleinen Wehr wurde der leblose Körper des Kindes im Wasser entdeckt. Reanimierungsversuche eines Notarztes blieben erfolglos.

Mord, Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge

Nach einer Anhörung durch die Kriminalpolizei und einen Untersuchungsrichter wurde am Mittwochabend Anklage wegen Mordes gegen die Mutter des Kindes erhoben und Untersuchungshaft angeordnet. Subsidiarisch, also für den Fall, dass dieser Tatvorwurf infolge der Ermittlungen nicht aufrecht erhalten werden kann, lautet die Anklage auf Totschlag bzw. auf Körperverletzung mit Todesfolge.

Am Tag nach den tragischen Ereignissen ist am Fundort unweit eines Fischteichs wieder Ruhe eingekehrt. Nur noch sehr wenig erinnert an den dramatischen Einsatz vom Vortag. Es gibt keine Absperrbänder. Es sind keine Ermittler mehr vor Ort. Lediglich frische Fuß- und Reifenspuren im Schlamm deuten auf die Stelle hin.

Familie ohne Geschichten

In Befort, dem Wohnort der betroffenen Familie, ist die Bestürzung über den tragischen Tod des sechs Monate alten Ben deutlich spürbar. Der Schock sitzt tief. In der bunten Einfamilienhaussiedlung kennt man die junge Familie mit zwei kleinen Kindern als ruhige und freundliche Nachbarn – ganz ohne Geschichten.

Mit der Anklageerhebung gegen die Mutter erhärtet sich die These eines Familiendramas. Die Ermittlungen müssen nun die Hintergründe der mutmaßlichen Verzweiflungstat klären.

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