Feierlicher Abschluss der Oktav 2017

Oktav als Ort der Integration

Großherzögliches Gruppenbild: Die Oktave 2017 ist zu Ende.
Großherzögliches Gruppenbild: Die Oktave 2017 ist zu Ende.
Foto: Laurent Blum

Von Marc Jeck

Die diesjährige Gnadenzeit der Oktav fand mit einem feierlichen Pontifikalamt und der traditionellen Schlussprozession einen würdigen Abschluss. Das am Eröffnungstag begonnene Puzzle der 33 neuen Pfarreien ist nun komplett und alle neuen Pfarreinheiten haben im Laufe der vergangenen vierzehn Tage ihr Dekret erhalten. Während der Oktav, die unter dem Motto "Zéi eraus - Avance au large!" stand, ermutigte Oktavprediger Tom Kerger die Gläubigen mit Zuversicht in die Zukunft aufzubrechen und zeichnete Wege auf, die neue Realität mit Herzblut zu leben.

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Als Fürsprecherin für diesen Aufbruch stand die Stadt- und Landespatronin insbesondere im Fokus der Wallfahrt 2017. Tausende Gläubige unterschiedlicher Nationalitäten versammelten sich am gestrigen Sonntag rund um das Gnadenbild um einmal mehr ihre Treue zur Trösterin der Betrübten zu bekunden. In Präsenz von Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa sowie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker präsidierte Kardinal Dominique Mamberti, Präfekt der Apostolischen Signatur, das Pontifikalamt mit der Erneuerung der Erwählung der Gottesmutter zur Landespatronin.

Mit dem Purpurträger waren Würdenträger aus dem europäischen Ausland als Konzelebranten vor den Votivaltar getreten. Unter den Konzelebranten war der ernannte Weihbischof in Münster, Rolf Lohmann, der als Rektor der Wallfahrt in Kevelaer mit rund 70 Pilgern aus dem niederrheinischen Gnadenort angereist war, wo die Luxemburger Madonna seit genau 375 Jahren verehrt wird.

"Il y a tant de façons de consoler les affligés"

Zu Beginn seiner Predigt überbrachte Kardinal Mamberti die Grüsse und den Segen des Papstes. Ausgehend von den Lesungen der Messe sprach der Kardinal über die verschiedenen Aspekte des Trostes. Hier käme der Muttergottes eine spezifische Rolle zu: "ayant elle-même vécu cette béatitude de la consolation des affligés, ayant été comblée par la vision de son Fils ressuscité, elle peut insuffler courage et espoir à ses enfants".

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Die Erfahrungen der Seherkinder von Fatima, die der Papst letzte Woche heiliggesprochen hat, seien gewichtige Zeichen des Trostes, so der Prediger, der auf verschiedene Formen des Trostspendens einging. Die gesamte Predigt kann auf cathol.lu abgerufen werden.

DNA der Oktav

Musikalisch entpuppten sich die Mitglieder der "Maîtrise de la Cathédrale" rund um Chorregens Marc Dostert, Domorganist Paul Breisch an der Haupt-Orgel und Stefanie Duprel an der Westenfelder-Orgel sowie ein Bläserensemble - Michel Berns und Guy Conter (Trompete), Claude Origer und Marc Harles (Posaune) - als würdige Hofmusiker am Hofe der Himmelskönigin. Neben der 2014 komponierten "Missa brevis in B" des britischen Chorleiters Christopher Tambling erklangen jene Partituren, die zur musikalischen DNA der Oktav gehören - "Ave spes nostra", "Klagt in Leid" und "O Mamm, léif Mamm" -, in welche die zahlreichen Gläubigen mit Kantor Luc Nilles freudig einstimmten. 

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Der Aufbruch in eine neue Zeit wurde besungen mit einem Text aus der Feder von Renée Schmit. Die Melodie, die vom Musikologen und Organisten Thierry Hirsch stammt, wurde kürzlich zum Publikumsfavoriten im Rahmen des Kompositionswettbewerbs gekürt, der anlässlich des 350. Jubiläums der Erwählung der Trösterin der Betrübten zur Stadtpatronin Luxemburgs organisiert wurde. Die Gesänge unterstrichen einmal mehr dass Maria die "Ursache unserer Freude" ist, wie die Consolatrix Afflictorum in der Lauretanischen Litanei angerufen wird.  

Am Nachmittag bildeten die verschiedenen Gemeinschaften in Luxemburg eine farbenfrohe Schlussprozession. Für die Präsidentin der Oktavkommission Renée Schmit war die 2017er Ausgabe der Oktav "mehr und mehr ein Ort der Integration, wo das Pilgern neue Facetten annimmt. Die Verehrung der Gottesmutter sprengt dabei oftmals Grenzen: soziale, kulturelle, sprachliche, generationelle, sogar religiöse Barrieren fallen dabei". Das konnte man bei strahlendem Wetter gestern Nachmittag in der Hauptstadt spüren.

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