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Faulbrut: Geplagte Honigbienen
Lokales 2 Min. 27.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Faulbrut: Geplagte Honigbienen

Alle zwei bis drei Jahre sollen Imker ihre Brutwaben ersetzen, um Krankheiten zu vermeiden.

Faulbrut: Geplagte Honigbienen

Alle zwei bis drei Jahre sollen Imker ihre Brutwaben ersetzen, um Krankheiten zu vermeiden.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 27.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Faulbrut: Geplagte Honigbienen

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
In Luxemburg gibt es vier Fälle von Amerikanischer Faulbrut. Die Infektionskrankheit schadet jedoch nur den Bienen. Ihr Honig bleibt aber genießbar.

Sieben Jahre lang war hierzulande kein Fall bekannt, in dem Honigbienenlarven der Amerikanischen Faulbrut zum Opfer gefallen sind. Dies endete aber vor drei Jahren, als die auch als Bienenpest bekannte Krankheit wieder auftauchte.

Danach kam es hin und wieder zu vereinzelten Meldungen. So auch in diesem Jahr. Bislang ist die Rede von vier Fällen: In Nocher, Hierheck, Diekirch und Leudelingen waren Imker betroffen. Etwa 30 Völker mussten eliminiert werden, um die Krankheit einzudämmen.

Was nun nach viel klingt, ist jedoch ein geringer Prozentsatz der Gesamtpopulation und notwendig, denn bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine ansteckende bakterielle Infektion, welche Bienenlarven befällt. Diese sterben dann bereits in einem frühen Entwicklungsstadium ab. Für den Menschen stellt die Faulbrut aber in keiner Weise eine Gefahr dar.

Krankheit eindämmen

In einer parlamentarischen Frage möchte der ADR-Abgeordnete Jeff Engelen nun von Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) wissen, was unternommen werden soll, um die Krankheit einzudämmen, und ob auch alle Imker über einen Befall in ihrer Nachbarschaft benachrichtigt wurden.

Der Minister teilt mit, dass die positiv getesteten Bienenvölker eliminiert worden seien. Dies bedeutet, dass sie samt der Bienenstöcke verbrannt wurden. In einem Fall war es nicht möglich, die Völker sicher abzutransportieren, sodass sie vor Ort unter strengen Sicherheitsvorkehrungen verbrannt werden mussten.


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Um eine Infizierung anderer Tiere zu vermeiden, wird eine Schutzzone von drei Kilometern um die befallenen Völker eingerichtet. Dies ist der Radius, in dem Honigbienen gewöhnlich sammeln. In dieser gesamten Zone wurden die Völker auf einen Befall getestet und es dürfen weder lebende Bienen noch Bienenprodukte aus dieser herausgebracht werden.

Im nächsten Frühjahr werden dieselben Völker dann noch einmal auf die Erkrankung untersucht. Ein weiterer Radius von fünf Kilometern gilt als Beobachtungsraum. Alle Imker, die sich in diesem befinden, werden über die Vorkommnisse per Brief benachrichtigt. Dies sei auch bei allen aktuellen Fällen geschehen, erklärt der Minister.

Positiv getestete Bienenvölker müssen eliminiert werden, da von ihnen eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht.
Positiv getestete Bienenvölker müssen eliminiert werden, da von ihnen eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht.
Foto: Guy Wolff

Ursache der Bienenpest

„Wie es aber zu einer Ansteckung kommt, ist bislang unklar“, sagt Andreas Reichert, Bienenberater bei den Lëtzebuerger Beienziichter. Die Experten sind sich nicht einig darüber, ob nicht bereits eine Spore reicht, um ein Bienenvolk anzustecken.

Im Herbst beginnen Bienen, andere Völker auszurauben, um an Honig und Nektar zu kommen. Bringen sie dann Sporen mit und das andere Volk ist, etwa durch Krankheiten, geschwächt, steigt die Ansteckungsgefahr.


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Eine andere Theorie geht davon aus, dass sich Bienen durch infizierten Honig anstecken. Dies, indem sie entweder mit diesem gefüttert werden oder wegen nicht gründlich gewaschener Honiggläser aus dem Ausland, an denen die Bienen lecken. „In Luxemburg wird jedoch kein Fremdhonig von den Imkern verfüttert und schon gar nicht aus dem Ausland“, sagt Andreas Reichert.

Um den Fortgang der Krankheit im Auge zu behalten, arbeiten die Lëtzebuerger Beienziichter und die Veterinärinspektion eng zusammen. Per Zufallsprinzip werden 50 Bienenstämme pro Jahr untersucht – und auch freiwillige Proben können von den Imkern beantragt werden. Wird ein Bienenstamm verkauft, muss jedoch kein Test durchgeführt werden. „Meiner Ansicht nach wäre dies in Zukunft aber wünschenswert“, meint Reichert.


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