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Familienvater droht Haftstrafe
Lokales 2 Min. 09.03.2018

Familienvater droht Haftstrafe

Das Urteil ergeht am 19. April.

Familienvater droht Haftstrafe

Das Urteil ergeht am 19. April.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 09.03.2018

Familienvater droht Haftstrafe

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Seine Töchter hatten bei der Polizei gegen ihn geklagt, vor Gericht ihre Aussagen jedoch teilweise revidiert. Dennoch muss ihr Vater nun eine achtjährige Freiheitsstrafe befürchten.

Die Vorwürfe sind schwer: Ein 39-jähriger Familienvater soll seine älteste Tochter, Jahrgang 2000, geschlagen, an intimen Stellen angefasst und vergewaltigt haben, deren Schwester, zwei Jahre jünger, körperlich misshandelt. Die Vorfälle gehen auf die Zeit zwischen 2010 und 2014 zurück. Der Mann musste sich in dieser Woche vor Gericht verantworten.

Ihm droht eine achtjährige Freiheitsstrafe, die teilweise zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Die beiden Mädchen hatten ihren Vater erst bei der Polizei angezeigt und beschuldigt, hatten dann jedoch ihre Aussagen zurückgezogen. Auch vor Gericht gaben sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit an, gelogen zu haben, was die sexuelle Misshandlung betrifft. Dennoch seien der Vertreterin der Staatsanwaltschaft nach nur die ersten Aussagen der Mädchen zurückzubehalten. Es komme nämlich in solchen Fällen öfters vor, dass die Opfer ihre ersten Worte im späteren Verlauf der Prozedur revidieren würden.

In diesem speziellen Fall habe die ältere der beiden Töchter wohl ein schlechtes Gewissen gehabt, als ihr Vater in Untersuchungshaft saß und die Mutter, die nur Nepalesisch spricht, das Familienrestaurant alleine führen musste. Ähnliche Aussagen hatten während der Verhandlung auch die Pädagoginnen jenes Heimes gemacht, in dem die Mädchen untergekommen waren.

Sprachprobleme

Dass der Angeklagte, der zu Beginn des Verfahrens ein Teilgeständnis abgelegt hatte, dies nur getan hätte, weil er die englische Sprache nicht beherrscht, wollte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft nicht glauben. „Die Ermittler waren der Auffassung, dass er versteht und spricht“, erklärte sie und bemerkte, dass der Nepalese während der Verhöre Details zu den Vorwürfen gegeben habe, die den Schilderungen seiner älteren Tochter entsprochen hätten.

Der Angeklagte wies seinerseits am letzten Verhandlungstag erneut alle Vorwürfe von sich. Er habe seine Töchter nicht geschlagen und auch nicht missbraucht. Dass er bei der Polizei ein Teilgeständnis abgelegt hatte, erkläre sich dadurch, dass er die Fragen nicht verstanden hätte. Auch hätte er sich nicht so ausdrücken können, wie er dies eigentlich gewollt hätte. So hätte er nicht sagen wollen, dass er seine älteste Tochter im Intimbereich angefasst hätte, sondern lediglich, dass er deren Hand entfernt hätte, als sie sich selbst berührte.

Das Mädchen hatte bei der Polizei von zwei Berührungen, die juristisch den Tatbestand der Vergewaltigung erfüllen, gesprochen. Auch soll ihr Vater sie mehrmals geschlagen haben – einmal so fest ins Gesicht, dass ihre Zahnspange kaputt ging.

Der Anwalt des Angeklagten, Me Roby Schons, wies daraufhin, dass die Rechte seines Mandanten während der Instruktion nicht gewahrt gewesen seien. Da die Mädchen ihre Aussagen betreffend der sexuellen Handlungen zurückgezogen hatten und es keine Beweise für die Körperverletzung gebe, sei sein Mandant freizusprechen. Das Urteil ergeht am 19. April.

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