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Fahrradkurier im Einsatz für andere
Lokales 2 Min. 20.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Fahrradkurier im Einsatz für andere

Der 25-jährige Sébastien Cayotte aus Esch hat bereits mehrmals mit Solidaritätsaktionen auf sich aufmerksam gemacht.

Fahrradkurier im Einsatz für andere

Der 25-jährige Sébastien Cayotte aus Esch hat bereits mehrmals mit Solidaritätsaktionen auf sich aufmerksam gemacht.
Foto: Guy Wolff
Lokales 2 Min. 20.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Fahrradkurier im Einsatz für andere

Anne Julie HEINTZ
Anne Julie HEINTZ
Sébastien Cayotte aus Esch erledigt in Zeiten der Corona-Krise mit seinem Fahrrad Einkäufe für Senioren und Bedürftige.

Frisches Brot, Medikamente, Obst und Gemüse, Hygieneartikel – der 25-jährige Sébastien Cayotte aus Esch erledigt seit drei Tagen wichtige Einkäufe für ältere und kranke Menschen, die wegen der raschen Ausbreitung des Corona-Virus das Haus nicht mehr verlassen sollen. Er will sich in dieser ungewöhnlichen Zeit solidarisch gegenüber seinen Mitmenschen zeigen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der junge Escher in den Dienst anderer stellt und Verantwortung übernimmt. Unter dem Namen „Challenging for smiles“ war er bereits in den vergangenen Jahren Initiator bei mehreren Solidaritätsaktionen und hat dabei Geld für die Fondatioun Kriibskrank Kanner gesammelt. So radelte er zum Beispiel vergangenen Sommer in 17 Tagen 1.500 Kilometer mit einem 25 Kilo schweren Vël'OK vom Escher Rathausplatz bis zum Kolosseum in Rom.

Ob zum Bäcker oder Metzger, Sébastien Cayotte erledigt jegliche Einkäufe.
Ob zum Bäcker oder Metzger, Sébastien Cayotte erledigt jegliche Einkäufe.
Foto: Guy Wolff

Und auch dieses Mal ist der Drahtesel sein treuer Begleiter. Seine Lieferungen quer durch Esch und die Umgebung erledigt er nämlich mit dem Fahrrad. „Ich will in dieser Ausnahmesituation für diejenigen da sein, die Hilfe am meisten brauchen, nämlich ältere und kranke Menschen. Als ich vor ein paar Tagen zum Einkaufen ging und sah, wie viele Senioren trotz mehrfacher Warnungen immer noch ihre Einkäufe selbst tätigen, war ich erschrocken. Daraufhin kam mir die Idee, mich als Fahrradkurier anzubieten“, erklärt der 25-jährige Grundschullehrer.


Der 24-jährige Sébastien Cayotte aus Esch hat in den kommenden 
Jahren noch Großes vor. Nach seiner Reise mit einem Vël'OK 
nach Rom plant er bereits sein nächstes Abenteuer.
Mit dem Vël'OK von Esch nach Rom
Sébastien Cayotte fährt mit einem Mietfahrrad von seiner Heimatstadt aus nach Italien und hilft dabei kleinen, krebskranken Patienten.

Die ersten Aufträge ließen auch nicht lange auf sich warten. Bereits am ersten Tag, an dem er in den Einsatz ging, nahm er gleich sechs Bestellungen auf. Ob zum Metzger, Bäcker, Supermarkt oder zur Apotheke – Sébastien Cayotte fährt dorthin, wo seine Kunden ihn hinschicken. Auch gilt sein Angebot nicht nur für die Bürger der Stadt Esch, sondern auch für die Einwohner der Nachbargemeinden. Die Aufträge erledigt er zudem kostenlos.

Solidarität gegen den Stillstand 

„Ich habe auch Visitenkarten anfertigen lassen, die ich an Seniorenheime, Apotheken und Maisons relais verteilt habe sowie in die Briefkästen von Privatleuten eingeworfen habe. Dadurch erhoffe ich mir, dass vor allem Menschen, die zur Risikogruppe bezüglich des Corona-Virus gehören, fortan zu Hause bleiben und ihre Einkäufe von mir erledigen lassen“, betont der Fahrradkurier. Auch rief er in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken verstärkt dazu auf, dass die Menschen zu Hause bleiben und sich schützen sollen. Er selbst halte sich eisern an die Schutzmaßnahmen. Dies umso mehr, wenn er die Einkäufe für andere erledige. 


Die letzten Tage musste sich Sébastien warm anziehen.
Sébastien sammelt Spenden: Unterwegs für krebskranke Kinder
Am Donnerstagnachmittag wird der 21-jährige Sébastien mit dem Tretroller vor dem Rathaus in Esch/Alzette ankommen. Hier endet seine achttägige Fahrt mit dem Tretroller durch Luxemburg. Das alles - für den guten Zweck.

„Nur mit Solidarität verhindern wir den totalen Stillstand. Als ich gesehen habe, wie viele Solidaritätsaktionen es weltweit im Kampf gegen das Corona-Virus bereits gibt, musste ich einfach handeln. Es hat mich berührt und dazu inspiriert, selber aktiv zu werden“, unterstreicht der 25-Jährige. Auch führt er diese Aktion erneut unter dem Namen „Challenging for smiles“ an. In der Hoffnung, möglichst viele Menschen zu erreichen, die auf sein Angebot zurückgreifen.

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