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Fahrradinfrastrukur wird weiter ausgebaut
Lokales 3 Min. 04.04.2019

Fahrradinfrastrukur wird weiter ausgebaut

Einer Studie zufolge steigt die Bereitschaft der Bürger, Rad zu fahren, wenn die Wege vom restlichen Verkehr getrennt sind.

Fahrradinfrastrukur wird weiter ausgebaut

Einer Studie zufolge steigt die Bereitschaft der Bürger, Rad zu fahren, wenn die Wege vom restlichen Verkehr getrennt sind.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 04.04.2019

Fahrradinfrastrukur wird weiter ausgebaut

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Das Radwegenetz wächst und wächst. Bis vor einigen Jahren war dies noch undenkbar - denn das Rad hatte lange einen anderen Stellenwert.

„Der nächste Infrastrukturminister wird viele Fahrradwege einweihen müssen“, scherzte der Ressortminister François Bausch in der Vorwahlkampfzeit im vergangenen Herbst. Denn in der vorangegangenen Legislaturperiode wurde ein erheblicher Ausbau des Radwegenetzes in die Wege geleitet. Rund 300 Kilometer befinden sich derzeit in einer konkreten Planungsphase und sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Diese Wege wird François Bausch wohl – zumindest zum Teil – selbst einweihen dürfen.


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Im Jahr 2015 wurde der Ausbau des derzeit rund 630 Kilometer langen Netzwerks auf rund 1.100 Kilometer per Gesetz beschlossen. Dem Fahrrad soll durch dieses Vorhaben die Rolle eines vollwertigen Transportmittels zugestanden werden. Das gleiche Ziel verfolgt auch ein Gesetzesprojekt, das seit dem vergangenen Herbst auf dem Instanzenweg ist. Es ergänzt den Text von 2015 mit weiteren Routen. Unter anderem sieht das Gesetz die Schaffung von sogenannten Radschnellwegen vor. Zwei solche Strecken sollen in den kommenden Jahren die Hauptstadt mit Esch/Alzette und mit Bettemburg verbinden.

Die Projekte sollen parallel mit dem Ausbau der Autobahn A 4 beziehungsweise der A 3 umgesetzt werden. Bis die Strecken befahrbar sind, wird es demnach noch einige Jahre dauern. Zudem sieht das Gesetzesprojekt die Überarbeitung von alten Routen vor. Lücken sollen geschlossen werden und die Zahl der Routen von 23 auf 41 wachsen. Die Länge des geplanten Netzwerkes bleibt aber unverändert – bei rund 1 100 Kilometern.

Richtungswechsel

Dass dem Rad ein solcher Stellenwert in der Verkehrspolitik zukommt, ist hierzulande eine relativ neue Entwicklung. Denn erst seit 2013 sind im Mobilitätsministerium und bei der Straßenbauverwaltung Mitarbeiter ausschließlich mit der Planung und dem Bau von Radwegen betraut. Vorher hat man sich eher nebenbei um den Ausbau der Routen gekümmert. Demnach ging es mit der Entwicklung des Netzwerks auch nur langsam voran.

Als 2013 die Spezialabteilungen geschaffen wurden, befanden sich kaum Wege in der Planung oder im Bau. Von den vom ersten Radwegegesetz aus dem Jahr 1999 geplanten 900 Kilometern Strecke sind bis heute nur zwei Drittel befahrbar.

Die allgemeine Nutzung des Rads als Transportmittel war durch dieses Gesetz eigentlich nicht vorgesehen. Denn vor allem standen Routen im Fokus, die über Land gehen und für Freizeit- und Sportaktivitäten geeignet sind. Dadurch sind bis heute viele Strecken für den Alltagsverkehr nur bedingt nutzbar.


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Sie sind kurvenreich – ein schnelles von A nach B Kommen ist mit ihnen nicht möglich. So hat etwa der PC 15 zwischen Mersch und Walferdingen 15 rechte Winkel. Deshalb sollen zukünftig Alternativrouten geschaffen werden. So wird die Umgestaltung der N 7 genutzt, um mit einem neuen Radweg eine bessere Durchfahrt durch das Alzettetal zu ermöglichen.

Die Rolle der Fahrradwege für den Tourismus soll aber nicht vernachlässigt werden. So ist etwa auch ein Ausbau von europäischen Tourismusradwegen wie der Vennbahn hierzulande geplant.

Verkehr trennen

Bei den neuen Projekten spielt aber auch die Sicherheit der Radfahrer eine wichtige Rolle – denn so soll das Radfahren attraktiver werden. Einer Studie des Mobilitätsministeriums zufolge steigt die Bereitschaft der Bürger, Fahrrad zu fahren, wenn die Radwege vom restlichen Verkehr abgetrennt sind. Das Gesetzesprojekt sieht demnach vor, dass rund 100 Kilometer Strecke zukünftig abgesichert werden sollen.

Das Mobilitätsministerium ist aber nur für das nationale Netz verantwortlich. Für den Zustand der Radwege innerhalb von Ortschaften sind die Gemeinden in der Regel selbst  zuständig. Projekte zur Verbesserung oder zum Aufbau einer Radinfrastruktur können aber bis zu 30 Prozent vom Ministerium subventioniert werden.


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