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Fahrgemeinschaft gegen Stau
Jeden Tag werden - laut offiziellen Zählungen - 250.000 leere Autositze über die Straßen kutschiert. Mit Fahrgemeinschaften soll es besser werden.

Fahrgemeinschaft gegen Stau

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Jeden Tag werden - laut offiziellen Zählungen - 250.000 leere Autositze über die Straßen kutschiert. Mit Fahrgemeinschaften soll es besser werden.
Lokales 3 Min. 08.05.2018

Fahrgemeinschaft gegen Stau

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Copilote nennt sich das Fahrgemeinschaftssystem, das die Straßen und die Umwelt entlasten soll.

Das Nachhaltigkeitsministerium will die Fahrgemeinschaften fördern: Jeden Tag werden nämlich 250.000 leere Autositze auf unseren Straßen bewegt. Das verursacht Staus, provoziert Transportkosten und belastet die Umwelt. Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungszeit war es an diesem Dienstag der Startschuss für das Fahrgemeinschaftssystem Copilote. "Prinzipiell funktioniert das Ganze ähnlich wie die Taxi-Online-Plattform Uber. Es werden aber keine Gewinne erzielt, sondern lediglich die reellen Fahrtkosten erstattet", so Nachhaltigkeitsminister François Bausch.

Sieben Cent pro Kilometer

Über die Internetseite www.copilote.lu  oder eine spezielle App (iPhone oder Android) kann jeder interessierte Pendler sich anmelden und seine tägliche Fahrstrecke inklusive Abfahrtszeiten eingeben. Per Suche kann dann ein interessierter Passagier die Übereinstimmung feststellen und sich vom Fahrer abholen lassen. Der Passagier spart Unkosten, der Fahrer wird mit einem Unkostenaufwand von durchschnittlich 7 Cent pro Kilometer entschädigt. Der Mitfahrer kann die Summe per elektronischem Geldbeutel überweisen. Zudem kann der Fahrer seine Passagiere bereits im Vorfeld  nach verschiedenen Kriterien auswählen. Dies gilt zum Beispiel für Frauen, die nur Frauen mitnehmen wollen. Das Angebot richtet sich sowohl an Grenzgänger als auch an Einwohner.

Einführungsphase bis Juli

Sozusagen als Lockmittel hat das Nachhaltigkeitsministerium sich bereit erklärt, die Fahrtkosten während der ersten beiden Monate, also bis Mitte Juli zu übernehmen. Die bis zu einer Höhe von zwei Euro pro Passagier. Der gleiche Bezahlmodus soll aber auch während größerer Arbeitsphasen am CFL-Schienennetz gültig sein. Finanziert werden diese Fahretn aus dem Kyoto-Fonds.

"Wenn das System gut läuft, können wir die Auslastung der Autos von bisher 1,14 Personen auf 1,5 heraufschrauben, so Camille Gira, Staatssekretär in der  Umweltabteilung. Das würde bedeuten , dass sich in jedem zweiten Auto zwei Personen befinden würden. Fährt ein Pendler jeden Tag die Strecke Thionville-Luxemburg und nimmt dabei drei Passagiere mit, so kann er sich monatlich bis zu 300 Euro hinzuverdienen. Die Kosten bleiben allerdings aus steuerlichen Gründen auf maximal 10 Cent pro Kilometer beschränkt. Schließlich handelt es sich hier nicht um einen kommerziellen Dienst. Auch versicherungstechnisch steht diesem Angebot deshalb nichts im Wege.  

In einer zweiten Phase hofft Minister Bausch auch die Unternehmen ins Boot holen zu können. Dort könnten hausinterne Fahrgemeinschaften gefördert werden, Copilote-Teilnehmer würden als Belohnung gratis Parkplätze zur Verfügung gestellt bekommen.   


         





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