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Europafahne als Mahnung zur Solidarität
Lokales 14.04.2020

Europafahne als Mahnung zur Solidarität

Die Bürgermeister trafen an einem denkwürdigen Ort, nämlich vor dem Denkmal für das Schengener Abkommen.

Europafahne als Mahnung zur Solidarität

Die Bürgermeister trafen an einem denkwürdigen Ort, nämlich vor dem Denkmal für das Schengener Abkommen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 14.04.2020

Europafahne als Mahnung zur Solidarität

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die geschlossene Grenze ist den Gemeinden im Dreiländereck zu Deutschland und Frankreich ein Dorn im Auge. Mit einer gemeinsamen Aktion setzen sie nun ein Zeichen der Solidarität.

Mit gehissten Europa-Fahnen und der Hymne der Europäischen Union haben die sechs Gemeinden des Dreiländerecks rund um Schengen am Dienstag ein Zeichen der grenzüberschreitenden Solidarität und gegen die Rückkehr der nationalen Grenzen gesetzt. An den Rathäusern flatterte die Fahne mit den zwölf goldenen Sternen, die nach Sonnenuntergang beleuchtet wurde. Beim Auftakt der Aktion in Schengen brachte zudem eine Sängerin Beethovens „Ode an die Freude“ zu Gehör.

„Wir machen in unseren Gemeinden nicht die ganz große Politik, trotzdem wollen wir mit der Aktion eine Mahnung und ein Zeichen der Solidarität nach draußen schicken“, sagte der Schengener Bürgermeister Michel Gloden gegenüber dem Luxemburger Wort. Seit Deutschland und Frankreich im Zuge der Corona-Krise Straßen und Brücken gesperrt und Kontrollen eingeführt haben, ist das Dreiländereck wieder von Grenzen durchschnitten. Luxemburger können nur noch in Ausnahmefällen die Grenze überqueren. Grenzgänger aus Deutschland und Frankreich müssen Umwege und Staus vor den Grenzkontrollen in Kauf nehmen.

Mit der symbolischen Aktion verbanden die Gemeinden aber ausdrücklich keinen politischen Appell. „Wir wollen damit zeigen, dass wir weiter eng zusammenstehen“, erklärte Bürgermeister Gloden. „Die vielen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus dürfen keine negativen Spuren im grenzüberschreitenden Zusammenleben hinterlassen.“ An der Geste beteiligten sich von Luxemburger Seite die Gemeinden Schengen, Remich und Bad Mondorf, Apach und Contz-les-Bains in Frankreich sowie Perl im Saarland.


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