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Europäische Kulturhauptstadt 2022: Die Angst, von Esch ausgebootet zu werden
Lokales 18.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Europäische Kulturhauptstadt 2022: Die Angst, von Esch ausgebootet zu werden

In Differdingen hat man Angst, Esch in Sachen Kulturhauptstadt hinterherreiten zu müssen.

Europäische Kulturhauptstadt 2022: Die Angst, von Esch ausgebootet zu werden

In Differdingen hat man Angst, Esch in Sachen Kulturhauptstadt hinterherreiten zu müssen.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 18.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Europäische Kulturhauptstadt 2022: Die Angst, von Esch ausgebootet zu werden

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Differdingen steht hinter der Kandidatur der Südregion zur Austragung des Kulturjahres 2022. Doch es geht die Angst um, von der Stadt Esch/Alzette außen vor gelassen zu werden.

(na)  Mit einer gewissen Spannung war die Diskussion um die Kandidatur von Esch und der Südregion zur Kulturhauptstadt im Differdinger Gemeinderat erwartet worden.

Schließlich hatte Bürgermeister Roberto Traversini (Déi Gréng) eine Kandidatur Differdingens thematisiert, noch ehe von einer Kandidatur von Esch und der Südregion die Rede war.

Esch ist "vorgeprescht"

Nun stehe man prinzipiell hinter der gemeinsamen Kandidatur. Aber „so wie es bis jetzt verlaufen ist, ist es nicht gerade glücklich“, monierte Schöffe Tom Ulveling (CSV). Esch sei in Sachen Kandidatur für das Kulturjahr 2022 „vorgeprescht“. Man fühle sich nicht als „vollwertiger und gleichberechtigter“ Partner.

Auszahlung herausgezögert

Wie es in den Gängen des Rathauses heißt, wurde Differdingen nicht einmal über die Schaffung der Vereinigung „Esch 2022“ informiert.

Einzig die anfallenden Kosten seien in Aussicht gestellt worden. Weshalb der Differdinger Gemeinderat entschied, nicht, wie von Esch vorgeschlagen, 2017 mit dem Einbezahlen zu beginnen, sondern diese Entscheidung dem nächstgewählten Gemeinderat zu überlassen.

Ja, aber ...

Die Absichtserklärung zur Unterstützung der Kandidatur von Esch und der Südregion zur europäischen Kulturhauptstadt 2022 wurde demnach gestimmt. Die in Esch vorgefertigte Version wurde aber um einige Elemente ergänzt.

1,23 Millionen Kosten für Differdingen

Bisher wurde vom Escher Organisationsteam vorgeschlagen, dass die Mitgliedergemeinden (außer Esch) 50 Euro pro Einwohner beisteuern sollen. Im Falle von Differdingen mache dies rund 1,23 Millionen Euro aus. Dies sei auch so ziemlich die einzige konkrete Information, die man bisher aus Esch erhalten habe, hieß es in Differdingen.

So entschieden die Differdinger Räte, dem Text beizufügen, dass diese Unterstützung nur gelte, wenn der Gemeinderat über eine entsprechende „finanzielle Bilanz“ abstimme. Eine Forderung, die übrigens auch der Sassenheimer Gemeinderat am Freitag zuvor gestellt hatte.

"Verfrüht, die Tür definitiv zu schließen“

„Vieles, so wie es derzeit läuft, passt mir nicht. Doch es wäre verfrüht, die Tür definitiv zu schließen“, brachte es Traversini auf den Punkt. Eine Ansicht, die im Gemeinderat geteilt wurde – so dass es beim Fingerzeig nach Esch blieb.

Die modifizierte Absichtserklärung wurde mit 15 Stimmen bei zwei Enthaltungen – Pierette Schambourg (CSV) und Ali Ruckert (KPL) – angenommen – in Erwartung, dass die Kommunikation zwischen beiden Städten nun besser funktioniere.

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