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Euro-Space-Day: Werbung für den Weltraum
Lokales 1 2 Min. 23.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Euro-Space-Day: Werbung für den Weltraum

Lokales 1 2 Min. 23.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Euro-Space-Day: Werbung für den Weltraum

In Saarbrücken hatten Studenten der Großregion die Gelegenheit, dem Raumfahrer-Veteran Frank De Winne persönliche Fragen zu stellen. Astronaut Alexander Gerst schickte von der Internationalen Raumstation Grüße.

Von Jan Söfjer

Wann können an Raumfahrt interessierte Studenten schon mal den erfahrensten europäischen Astronauten persönlichen befragen? Am Mittwoch hatten sie dazu auf dem Euro-Space-Day Gelegenheit. Ausgewählte Studenten aus Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier waren dazu in das Saarbrücker Schloss eingeladen worden.

Ausgerichtet wurde das Ganze von dem Regionalverband Saarbrücken in Kooperation mit der Europäischen Raumfahrt-Agentur (ESA) und dem Städtenetz QuattroPole. Interessiert war daran unter anderem Jannik Kohl, 20, Philosophiestudent an der Universität Luxemburg.

Eigentlich wollte er seine Frage direkt an den deutschen Raumfahrer Alexander Gerst richten, der sich aktuell auf der Internationalen Raumstation (ISS) aufhält, doch die Verbindung kam nicht zustande. Gerst schickte nur eine vorab aufgenommene Grußbotschaft.

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Aber mit dem Belgier Frank De Winne war ja ein Raumfahrer-Veteran persönlich in Saarbrücken vor Ort. Der heutige Chef des Europäischen Astronautenzentrums in Köln war nicht nur Raumfahrer, sondern auch Europas erster Kommandant der ISS. Kohl wollte von ihm wissen, wie seine Aufenthalte im All seine Weltsicht beeinflusst haben. De Winne sagte, vielen Menschen sei nicht bewusst, wie fragil unser Planet ist. „Wenn man von der Erde in den Himmel sieht, wirkt dieser grenzenlos, aber aus dem Weltraum betrachtet, ist die Atmosphäre der Erde sehr dünn.“ De Winne wünscht sich, dass mehr Menschen das mit eigenen Augen sehen könnten.

„Woher kommt die Menschheit?“

Ein anderer der acht Studenten der Universität Luxemburg war Julien Goedert, 20, wie Kohl Philosophiestudent, und auch seine Gedanken sind philosophisch: „Woher kommt die Menschheit?“ Goedert ist an dem Tag nicht falsch in Saarbrücken. Am 12. November wird, wenn alles glatt läuft, nach zehnjähriger Reise eine Raumsonde der ESA auf einem Kometen landen. Kometen sind mit unserem Sonnensystem entstanden und viele Astronomen denken, sie hätten Kohlenstoffverbindungen und dadurch das Leben auf die Erde gebracht.

Andere Studenten und Teilnehmer der Tagung fragten De Winne nach den Gefahren des Lebens auf der Internationalen Raumstation oder wie die Raumfahrer es mit ihrer Privatsphäre vereinbaren, wenn diese ein halbes Jahr auf engstem Raum zusammenlebten. De Winne sagte, auf der Raumstation lebe man wie in einer Familie zusammen. Es gebe einen großen Zusammenhalt – unter den einzigen Menschen 400 Kilometer von der Erde entfernt.

Vielleicht auch wegen der Gefahren: Weltraumschrott, Asteroiden, Strahlung, oder subtiler: Abbau der Knochenmasse. Es wird deutlich, warum die psychologischen Auswahltests für angehende Raumfahrer so extrem sind. Alexander Gerst kann damit aber gut umgehen. Auf Facebook und Twitter gibt er regelmäßig Einblicke in sein Raumfahrerleben und wirkt dabei recht entspannt. Am Ende der Veranstaltung schickte er noch einen Gruß nach Saarbrücken.


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