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EU-Umweltagentur vergibt Bestnote an Luxemburgs Badegewässer
Lokales 4 Min. 03.06.2021

EU-Umweltagentur vergibt Bestnote an Luxemburgs Badegewässer

Dem Sprung ins erfrischende Nass – wie etwa im Obersauer Stausee (Foto) – steht nichts im Weg: Die offiziellen Badegewässer Luxemburgs erhielten alle die Bestnote in Sachen Wasserqualität.

EU-Umweltagentur vergibt Bestnote an Luxemburgs Badegewässer

Dem Sprung ins erfrischende Nass – wie etwa im Obersauer Stausee (Foto) – steht nichts im Weg: Die offiziellen Badegewässer Luxemburgs erhielten alle die Bestnote in Sachen Wasserqualität.
Foto: Serge Waldbillig/LW-Archiv
Lokales 4 Min. 03.06.2021

EU-Umweltagentur vergibt Bestnote an Luxemburgs Badegewässer

Die luxemburgischen Badegewässer überzeugen in einem europaweiten Bericht mit hervorragender Wasserqualität. Doch es gibt einen Ausreißer.

(mij/dpa) - Der Sommer kann kommen – das ist das Fazit des jüngsten Berichts der European Environment Agency (EEA), die die Wasserqualität von Gewässern in der EU sowie Albanien und der Schweiz unter die Lupe nahm. Auch 17 Badegewässer-Zonen in Luxemburg wurden mittels 102 entnommener Proben untersucht, 14 davon erhielten in der vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie „Bathing water quality in the season of 2020“ (Badewasserqualität in der Saison 2020) die Bestnote „excellent“. 

Zwei der Teststellen konnten nicht klassifiziert werden. Lediglich eine Stelle, die von Luxemburger Seite aus nicht offiziell als Badegewässer deklariert ist, schnitt mit der Note „poor“ (mangelhaft) ab.

Ein Ausreißer in Echternach

Proben wurden im vergangenen Jahr unter anderem in den zwei künstlichen Seen bei Weiswampach genommen – der Untere See wurde an zwei Stellen getestet, die Wasserqualität wurde hier als „excellent“ eingestuft, die Wasserstellen im Oberen See konnten nicht eingeordnet werden. Ebenfalls mit dem Label „excellent“ wurde die Wasserqualität an sechs Badezonen im Obersauer Stausee und vier Badestellen der Baggerweier in Remerschen bewertet. Die einzige Beanstandung gab es am Echternacher See: Von den drei dort getesteten Badestellen schnitt eine (etwa in Höhe der Jugendherberge) mit der schlechtesten Note ab.

Eine Zone an der Jugendherberge (r.) bereitet Probleme.
Eine Zone an der Jugendherberge (r.) bereitet Probleme.
Foto: LW-Archiv

Wie das Umweltministerium mitteilt, sind offiziell im Großherzogtum nur zwölf Badestellen auch offiziell als Badegewässer ausgewiesen: im Obersauer Stausee, im Unteren See in Weiswampach und in den Baggerweihern von Remerschen. „Die Gemeinden Echternach und Weiswampach haben eine Anfrage eingereicht, um den Echternacher See – abgetrennter Bereich nahe der Jugendherberge – und den Oberen See in Weiswampach als Badegewässer ausweisen zu lassen“, erklärt Monica Duarte vom Umweltministerium.

„Es wurden drei Badestellen im Echternacher See und zwei Badestellen im Oberen See in Weiswampach festgelegt, die Qualität wird dort seit 2018 beziehungsweise 2019 überprüft und die Ergebnisse wurden der Europäischen Kommission im Rahmen der offiziellen Berichterstattung zur Badegewässerqualität übermittelt.“ Auch wenn sie im aktuellen Bericht der EEA aufgeführt werden: Offiziell seien diese Zonen noch nicht als Badegewässer ausgewiesen.

Neue Saison soll Klarheit bringen

„In Echternach müssen noch Umbauarbeiten vorgenommen werden und für den Oberen See in Weiswampach liegen noch nicht genügend Überwachungsergebnisse vor“, so Monica Duarte. „Zudem muss noch geprüft werden, weshalb die Qualität an der Badestelle in der Nähe der Jugendherberge in Echternach mangelhaft ist. Die nächste Bewertung kann jedoch durch gute Ergebnisse der Saison 2021 besser ausfallen.“

Die in Kopenhagen ansässige EEA hat für den jährlich erscheinenden Bericht Daten aus der Badesaison 2020 von 22 276 Gewässern analysiert. Die Umweltexperten schauten dabei auf die Belastung mit Fäkalbakterien, die beim Menschen zu Krankheiten führen können (intestinale Enterokokken und Escherichia coli). Die Wasserqualität richtet sich nach der nachgewiesenen Menge dieser Bakterien, die vor allem von Abwässern und aus der Landwirtschaft herrühren. Bei einer Einstufung als mangelhaft rät die EEA zu Badeverboten, Warnhinweisen oder anderen Maßnahmen.

82,8 Prozent der Badestellen stuft die EEA dieses Mal als exzellent ein, 92,6 Prozent erfüllten die EU-Mindeststandards. Ein Jahr zuvor waren es knapp 85 beziehungsweise 95 Prozent. Musterknaben sind Zypern, Österreich, Griechenland, Malta und Kroatien: Dort bekamen jeweils mehr als 95 Prozent der Badestellen eine exzellente Wasserqualität bescheinigt. Deutschland folgt nach Dänemark auf Rang sieben. Nicht weit dahinter reihen sich die Urlaubsländer Italien und Spanien ein.


Die Badesaison dauert in Luxemburg vom 1. Mai bis 30. September. Dann darf im Baggerweiher in Remerschen, hier im Bild, gebadet werden.
Die Badesaison kann beginnen
Zwar liegt die Wassertemperatur am Stausee derzeit noch bei knapp zehn Grad. Dennoch beginnt am Samstag die Badesaison.

Baden auch in Städten möglich

Die Qualität der europäischen Badegewässer hat sich nach EEA-Angaben im Laufe der vergangenen 40 Jahre aufgrund diverser EU-Direktiven verbessert. Die EU-Gesetzgebung habe in diesem Zeitraum nicht nur dabei geholfen, die Wasserqualität insgesamt zu steigern, sondern auch dabei, verbesserungsbedürftige Gegenden ausfindig zu machen, so die Behörde. 

Die EEA wies in dem Bericht zudem darauf hin, dass sich in den vergangenen Jahren stark darum bemüht worden sei, die Wasserqualität im städtischen Raum zu steigern. Heute könne man in einigen europäischen Metropolen sicher baden gehen, unter anderem in der Donau in Wien und Budapest, in der Spree in Berlin oder im Hafen von Kopenhagen.

Insgesamt betrachtet liegen zwei Drittel der analysierten Badestellen an den Küsten Europas. Dort ist die Wasserqualität laut EEA-Angaben generell besser als im Inland. Der Gesamtanteil an mangelbehafteten Badegewässern geht seit Jahren zurück: 2020 machten sie noch einen Anteil von 1,3 Prozent aus – verglichen mit zwei Prozent im Jahr 2013.

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