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Klotz am Bein
Lokales 4 Min. 29.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Ettelbrücker Monopol-Gebäude

Klotz am Bein

Die Zukunft der ehemaligen Monopol-Filiale an der Place Marie-Adélaïde beschäftigt die Vertreter am Ettelbrücker Ratstisch bereits seit Jahren und wird wohl auch dem künftigen Gemeinderat noch genügend Diskussionsstoff liefern.
Ettelbrücker Monopol-Gebäude

Klotz am Bein

Die Zukunft der ehemaligen Monopol-Filiale an der Place Marie-Adélaïde beschäftigt die Vertreter am Ettelbrücker Ratstisch bereits seit Jahren und wird wohl auch dem künftigen Gemeinderat noch genügend Diskussionsstoff liefern.
Foto: John Lamberty
Lokales 4 Min. 29.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Ettelbrücker Monopol-Gebäude

Klotz am Bein

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Nach Jahren der Ungewissheit winkt der alten Monopol-Filiale in Ettelbrück endlich wieder eine Zukunft. Dennoch bleiben weite Teile des klobigen Gebäudes leer.

(jl) - Mit Blick auf das alte Monopol-Gebäude an der Place Marie-Adélaïde liegen Freud und Leid im Ettelbrücker Rathaus zurzeit nah beieinander. Nachdem die niederländische Eigentümergesellschaft Breevast 2012 in arge Finanznot geraten war, hatte das Schicksal der dreistöckigen Immobilie über Jahre hinweg in der Schwebe gehangen.

Bemühungen um Nutzung der oberen Etagen gescheitert

Dank des Erwerbs durch die Supermarktkette Cactus, die hier im kommenden Jahr ein neues Einkaufszentrum eröffnen will, sind dem Gebäude inzwischen zwar neue Zukunftsaussichten beschieden. Dennoch bleibt die Freude im Rathaus gedrückt, wie dieser Tage im Ettelbrücker Gemeinderat zu spüren war. So seien die Bemühungen des Schöffenrats, in Partnerschaft zwischen Cactus und Gemeinde auch die oberen Stockwerke einer sinnvollen Neunutzung zuzuführen, nämlich gescheitert, so CSV-Bürgermeister Jean-Paul Schaaf.

Auf Basis einer Studie seien die Cactus-Verantwortlichen mittlerweile zu dem Schluss gelangt, dass eine Neugestaltung der oberen Etagen mit Blick auf Brandschutz und Statik einen Investitionsaufwand erfordern würde, der eine rentable Nutzung illusorisch erscheinen lasse. Man wolle sich daher auf die Einrichtung des neuen Supermarkts im Erdgeschoss konzentrieren, heißt es. Bis auf Weiteres bleibe die Immobilie damit wohl in Teilen leer und die klobige Struktur des Gebäudes unverändert, so Schaaf.

Autofrei oder vollgeparkt?

Geteilt wurde die Enttäuschung der CSV/LSAP-Koalition im Anschluss auch von der Opposition. Wenn man so um eine attraktive Revalorisierung des Monopol-Gebäudes gebracht werde, dann brauche man auch dem Wunsch der Cactus-Gruppe nach dem Erhalt von gut 60 Stellplätzen an der Place Marie-Adélaïde nicht nachzukommen, meinten etwa die „Déi Gréng“-Räte Abbes Jacoby und Marthy Thull. Zumal sich die Ettelbrücker Bürger für die an-gestrebte Neugestaltung des Platzes ohnehin ein möglichst autofreies Areal wünschten.

Eine Darstellung der Dinge, die Bürgermeister Jean-Paul Schaaf und LSAP-Schöffe Claude Halsdorf dagegen zurückwiesen. Zum einen sei eine gewisse Mindestzahl öffentlicher Stellplätze an der Place Marie-Adélaïde nicht nur im Sinne der Cactus-Kunden, sondern aller Bürger und Besucher der Stadt. Zum anderen habe der Erhalt der Parkplätze aber auch keinerlei Einfluss auf die Umsetzung der mit den Bürgern erarbeiteten Pläne zur Neugestaltung des Marktplatzes, die demnächst zur Ausschreibung gelangen sollen.

Häuserkäufe. Abseits der Monopol-Debatten befassten sich die Ratsmitglieder zur letzten Sitzung vor den Wahlen am 8. Oktober aber auch mit mehreren Kaufvorhaben. So erwirbt man in der Rue de Warken zum Preis von 415 000 Euro das Haus Hübsch. Da man das zwischen zwei gemeindeeigenen Gebäuden liegende Haus zur Schaffung sozialen Wohnraums nutzen will, werden 75 Prozent des Kaufpreises vom Staat übernommen.

Bei der Enthaltung der „Déi Gréng“-Fraktion wurde zum Preis von 880 000 Euro zudem der Ankauf des Hauses Mersch am Eingang der Grand-Rue beschlossen, dies im Hinblick auf die Möglichkeiten zu einem späteren Ausbau der Grundschule. Ein Zweck, der denn auch aus Sicht des Schöffenrats den von Rat Abbes Jacoby monierten Kaufpreis rechtfertige, wie Bürgermeister Jean-Paul Schaaf meinte.

Nordstad-Syndikat. In einem für die Nordstad entscheidenden Schritt stimmte der Gemeinderat daneben einstimmig den definitiven Statuten zur Schaffung eines neuen „Syndicat à vocations multiples“ zu. Die neue Gemeinschaftsstruktur soll der Zusammenarbeit der Nordstad-Gemeinden eine angemessene legale Basis verleihen und die Kooperation erleichtern. Einig war man sich am Ratstisch zudem, die Neuaufstellung auch als Plattform für einen institutionalisierten Austausch zwischen den beteiligten Gemeinderäten zu nutzen.

Terrassenreglement. Ebenfalls einstimmig angenommen wurde die Neufassung des kommunalen Terrassenreglements, das künftig nicht nur die Betriebsprozeduren klären, sondern auch zu einem gepflegteren Eindruck der Café- und Restaurantterrassen auf dem Ettelbrücker Stadtgebiet verhelfen soll.

Parkhaus Deich. Allgemein begrüßt wurde die Mitteilung, dass zur Umklassierung der für den Bau eines dreistöckigen Parkhauses benötigten Fläche auf dem Deichgelände keine zusätzliche Umweltimpaktstudie benötigt wird. Die Abänderung des allgemeinen Bebauungsplans (PAG) konnte damit ohne weitere Einwände bewilligt und auf den Instanzenweg geschickt werden.

Gewerbesteuer. Bei den Gegenstimmen der DP-Fraktion wurde zudem beschlossen, den Hebesatz für die Gewerbesteuer 2018 unverändert bei 300 Prozent zu belassen. Während DP-Rat Jean-Pierre Gutenkauf mit dem Verweis auf die lokale Geschäftswelt für eine Senkung des Hebesatzes plädierte, verwiesen die Vertreter am Ratstisch darauf, dass der Einzelhandel gar nicht von der Gewerbesteuer tangiert ist.

Statt an der Gewerbesteuer zu schrauben, sollten sich sämtliche Parteien nach der Wahl lieber gegenüber den Immobilienbesitzern für verständige Mietpreisforderungen im Sinne der Geschäfte stark machen, wie CSV-Rat Christian Mohr meinte.

Straßenbenennungen. Im ehrenvollen Andenken an die Verdienste früherer Ettelbrücker Gemeindeväter werden die beiden Straßen innerhalb der neuen Wohnsiedlung „auf dem Moor“ nun nach den verstorbenen Bürgermeistern Eugène Simon und Pierre Kraus benannt. Auch dieser Beschluss wurde von allen Ratsfraktionen unterstützt.


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