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Ettelbrück: Ärger und Sorge nach Schlägerei im Schulhof
Lokales 3 Min. 29.06.2020

Ettelbrück: Ärger und Sorge nach Schlägerei im Schulhof

Im Ettelbrücker Schulhof war es am Freitagabend zu einer größeren Schlägerei gekommen. Vor Ort ist man über den Vorfall bestürzt.

Ettelbrück: Ärger und Sorge nach Schlägerei im Schulhof

Im Ettelbrücker Schulhof war es am Freitagabend zu einer größeren Schlägerei gekommen. Vor Ort ist man über den Vorfall bestürzt.
Foto: Nico Muller
Lokales 3 Min. 29.06.2020

Ettelbrück: Ärger und Sorge nach Schlägerei im Schulhof

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Die Bilder von Augenzeugen im Netz sind schockierend: Am Freitagabend prügelt sich im Schulhof der Ettelbrücker Grundschule eine ganze Horde Jugendlicher. Der Schulvorstand wendet sich nun an den Gemeinderat.

„Mir sinn ës midd a bieden iech fir d'Sëcherheet vun eis all ze suergen [...] a nit réischt ze reagéieren, wa bis eppes Schlëmmes geschitt ass“: Mit diesem dringenden Appell richtet sich der Schulvorstand der Ettelbrücker Grundschule im Namen der Lehrerschaft und der gesamten Schulgemeinschaft an den Gemeinderat der Stadt, nachdem am Wochenende ein Video in den sozialen Medien zirkuliert war, das eine ganze Horde von Jugendlichen zeigt, die sich am Freitagabend im Schulhof an der Place Marie-Thérèse eine Schlägerei geliefert hatte.

„Immer wieder mit ,unsicheren' Situationen konfrontiert“

Das schockierende Video zeige, was sich regelmäßig im Umfeld der Schule abspiele, wo man immer wieder mit „unsicheren“ Situationen konfrontiert sei – von Leuten, die den Zugang zur Schule blockierten, in den Ecken des Hofs herumlungerten und Alkohol oder Drogen konsumierten, wie es in dem Schreiben des Schulvorstands heißt, das dem „Luxemburger Wort“ vorliegt.


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Als Schule wolle man, dass sich Eltern und Kinder dort ohne mulmiges Gefühl hin begeben könnten. Den Vorfall vom Freitag sehe man zudem umso skeptischer als die Schule gerade jetzt auch an den Abenden zu Elterngesprächen vor Ort lade.

Große Sorgen bereiten die bestürzenden Bilder vom Freitagabend denn auch Bürgermeister Jean-Paul Schaaf, der am Montag jedoch zunächst die Erkenntnisse der Polizei abwarten wollte, um mehr über die mutmaßlichen Hintergründe der Schlägerei zu erfahren.

Bürgermeister Jean-Paul Schaaf zeigt sich von dem Vorfall vom Freitag ebenso besorgt wie bestürzt. Nach der Klärung der genauen Hintergründe gelte es mit der Polizei eventuelle Maßnahmen auszuloten.
Bürgermeister Jean-Paul Schaaf zeigt sich von dem Vorfall vom Freitag ebenso besorgt wie bestürzt. Nach der Klärung der genauen Hintergründe gelte es mit der Polizei eventuelle Maßnahmen auszuloten.
Foto: Marc Hoscheid

Die Beamten waren infolge der Taten angerückt, um den Schulhof zu räumen, wobei augenscheinlich auch Personen in Gewahrsam genommen worden seien, so Schaaf. „Auf den ersten Blick lassen die Bilder vermuten, dass es sich bei der Schlägerei nicht um ein zufälliges Aufeinandertreffen, sondern um eine von außen geplante Aktion gehandelt hat. Aber bis wir gesicherte Informationen haben, ist das natürlich reine Spekulation."

Schaaf fordert mehr Befugnisse für Ordnungskräfte

Sobald man mehr wisse, werde man mit der Polizei umgehend prüfen, welche Maßnahmen man im Hinblick auf die Stärkung der öffentlichen Sicherheit eventuell ergreifen muss oder kann.

„Von vitaler Bedeutung wäre aber, dass die Polizei seitens der nationalen Politik endlich die notwendigen Befugnisse erhält, um in solchen Fällen wirksam durchgreifen zu können, etwa indem man die längst überfällige Möglichkeit des Platzverweises einführt“, so Jean-Paul Schaaf. Daneben müsse die Stadt Ettelbrück aber auch unbedingt ein Drei-Schicht-Kommissariat mit entsprechender Mannschaftsstärke erhalten.


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Mögliche Schritte seitens der Gemeinde werde man derweil wohl gemäß der Empfehlungen der Polizei ausloten, so der Bürgermeister. Seit 2015 ist der Grundschulhof mit einem Geländer samt elektronischer Schließanlage umzäunt, um unliebsame Gäste während des Schulbetriebs fernzuhalten. Außerhalb der Unterrichtszeiten darf der Hof dagegen als Spielplatz genutzt werden.

Während der Unterrichtszeiten ist der Ettelbrücker Schulhof für Unbefugte gesperrt und mit einem Geländer samt Schließanlage umzäunt. Außerhalb der Unterrichtszeiten darf er aber als Spielplatz genutzt werden.
Während der Unterrichtszeiten ist der Ettelbrücker Schulhof für Unbefugte gesperrt und mit einem Geländer samt Schließanlage umzäunt. Außerhalb der Unterrichtszeiten darf er aber als Spielplatz genutzt werden.
Nico MULLER

Hintergründe klären, Maßnahmen prüfen

„Wir wollen schon zentrumsnah einen Ort, wo sich auch Kinder und Jugendliche mal treffen können, um zu plaudern, Basketball oder Fußball zu spielen. Wenn dieser aber von einigen zu unlauteren Zwecken missbraucht wird, müssen die Ordnungskräfte auch eingreifen können“, so Schaaf. Inwiefern der Schulhof eine Stätte ist, die zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erfordert, dem will der Bürgermeister zu diesem Zeitpunkt aber nicht vorgreifen.


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Im Zusammenhang mit früheren Vandaleakten im Hof sei zwischenzeitlich zwar einmal eine Videoüberwachung genehmigt worden, wie Schaaf erklärt. Da sich das Problem bis dahin aber gelegt hatte, habe man in der Folge auf einen solchen Schritt verzichtet und es erst einmal bei dem etwas mehr als hüfthohen Zaungeländer belassen. Schließlich sei wohl auch niemandem daran gelegen, den Schulhof mit einem drei Meter hohen Gitter abzusperren.

Dennoch sagt Schaaf: „So etwas wie am Freitag darf nicht sein. Das ist eine Sauerei und schadet dem Image unserer Stadt.“

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