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Escher Zentrum ein Jahr nach dem Inferno
Dort, wo der Brand vor einem Jahr wütete, besteht immer noch eine riesige Baulücke.

Escher Zentrum ein Jahr nach dem Inferno

Foto: Gerry Huberty
Dort, wo der Brand vor einem Jahr wütete, besteht immer noch eine riesige Baulücke.
Lokales 2 Min. 15.03.2012

Escher Zentrum ein Jahr nach dem Inferno

Am Freitag ist es ein Jahr her, da war der Himmel über Esch/Alzette hell erleuchtet. Grund war ein Großfeuer in der Haupteinkaufsstraße, das durch Brandstiftung ausgelöst worden war. Der Täter war noch am gleichen Abend verhaftet worden und wartet seitdem auf seinen Prozess. Die stark beschädigten Gebäude sind ihrerseits noch immer ungenutzt.

(gs/NaR) – Am Freitag ist es ein Jahr her, da war der Himmel über Esch/Alzette hell erleuchtet. Grund war ein Großfeuer in der Haupteinkaufsstraße, das durch Brandstiftung ausgelöst worden war. Der Täter war noch am gleichen Abend verhaftet worden und wartet seitdem auf seinen Prozess. Die stark beschädigten Gebäude sind ihrerseits noch immer ungenutzt.

Es war eines der größten Feuer, mit dem sich eine Luxemburger Feuerwehr in den vergangenen Jahren konfrontiert sah. Gegenüber dem „Luxemburger Wort“ sprach Guy Bernar, Kommandant der Feuerwehr Esch/Alzette, am Tag nach dem Feuer von einem „flammenden Inferno“, dem die Escher Einsatzkräfte sowie ihre Kollegen aus Luxemburg-Stadt, Düdelingen, Monnerich, Sassenheim und Schifflingen am Abend des 24. Februar 2011 gegenüberstanden. Mehrere Gebäude am „Scholesch-Eck“ standen damals lichterloh in Flammen. Knapp 80 Mann waren an den Löscharbeiten beteiligt.

Mehrere Brandherde

Als an jenem Donnerstag gegen 18 Uhr der Notruf bei der Escher Feuerwehr einging, brannte ein Kleidergeschäft in der Rue de l'Alzette bereits lichterloh. Augenzeugen hatten berichtet, dass der Täter einen mit Benzin getränkten Lappen anzündete und in das Geschäft warf. Zuvor hatte er bereits andernorts versucht, Feuer zu legen, was allerdings vereitelt werden konnte. Dennoch fanden die Feuerwehrleute nach ihrem schnellen Eintreffen gleich mehrere Brandherde auf einer Länge von knapp 30 Metern vor. „Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Die Polizei versuchte bei ihrem Eintreffen bereits zu löschen, konnte aber das Schlimmste nicht verhindern“, so Kommandant Bernar damals gegenüber dem LW.

Eine große Herausforderung für die Feuerwehr war die komplexe Situation, die sich ihr vor Ort bot. Die dichte Bebauung im Zentrum des historischen Esch machte die Lage mehr als prekär, da das Feuer schnell auf die Nebengebäude überzugreifen drohte. Aufgrund der hohen Temperaturentwicklung und des Funkenflugs waren sowohl die umliegenden Gebäude als auch jene gegenüber dem Scholer-Haus in akuter Gefahr. Und auch im Keller des Geschäftshauses, in dem die Handelskette Hema untergebracht war, war ein Feuer ausgebrochen.

Glück im Unglück hatten die Beschäftigten und Anwohner. Insgesamt 50 Menschen konnten ohne größere Verletzungen in Sicherheit gebracht werden.

Die betroffenen Gebäude sind bis dato weiterhin unbrauchbar, wie auf den ersten Blick zu erkennen ist, aber auch von der Escher Stadtverwaltung gegenüber dem LW bestätigt wurde.

Fall liegt bei Ratskammer

Der Täter war noch am gleichen Abend am Escher Hauptbahnhof festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Was den 61-Jährigen zu seiner Tat veranlasst hat, ist nicht gewusst. Wie von der Staatsanwaltschaft Luxemburg zu erfahren war, stand der Mann am Tatabend aber unter starkem Alkoholeinfluss. Zur Klärung seines geistigen Zustands wurden indes mehrere psychiatrische Gutachten in Auftrag geben.

Die Untersuchung vonseiten der Ermittler ist denn auch vollständig abgeschlossen und der Fall wurde an die Ratskammer des Bezirksgerichts Luxemburg weitergereicht. Diese wird nun entscheiden, ob der Mann sich in naher Zukunft vor Gericht, und wenn ja, vor welchem, verantworten muss. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 61-Jährigen laut Strafgesetzbuch und aufgrund der besonderen Schwere der Brandstiftung zwischen 15 und 20 Jahre Haft.