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Escher Geschäftsverband mit neuer Mannschaft
Lokales 3 Min. 04.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Escher Geschäftsverband mit neuer Mannschaft

Zwölf Geschäftsleute wollen sich im Escher Geschäftsverband für ihre Stadt einsetzen.

Escher Geschäftsverband mit neuer Mannschaft

Zwölf Geschäftsleute wollen sich im Escher Geschäftsverband für ihre Stadt einsetzen.
Foto: Lex Kleren
Lokales 3 Min. 04.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Escher Geschäftsverband mit neuer Mannschaft

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Einen neuen Präsidenten hat der Escher Geschäftsverband noch nicht, dafür aber eine größere Mannschaft. Damit verbunden ist eine Aufbruchsstimmung in der zuletzt doch gebeutelten Escher Geschäftswelt.

Um den Escher Geschäftsverband (ACAIE) konnte man schon besorgt sein. Nicht nur wegen der Probleme, denen die Escher Fußgängerzone, wie viele andere Innenstädte auch, ausgesetzt ist. 

Sondern, weil der Verband zuletzt nur mehr vier Mitglieder in seinem Komitee zählte. Zwei hatten entschieden auszutreten, darunter Immobilienmaklerin Astrid Freis, die elf Jahre lang Präsidentin der Vereinigung war. 

Zwölf Geschäftsleute im Komitee

Das neue, zwölfköpfige Komitee des Geschäftsverbandes glaubt an die Zukunft des Einkaufsstandortes Esch.
Das neue, zwölfköpfige Komitee des Geschäftsverbandes glaubt an die Zukunft des Einkaufsstandortes Esch.
Anouk Antony

Doch spätestens seit der Generalversammlung am Montagabend in der Escher Jugendherberge zeigen sich diese Sorgen als unbegründet. Viele Geschäftsleute waren erschienen. Vor allem aber hatten, neben den zwei verbleibenden, sieben einen Antrag gestellt, um in das Komitee einzutreten. 

Dazu gesellten sich drei jüngere Geschäftsleute, die ihre Kandidatur zwar nicht fristgerecht eingereicht hatten, aber trotzdem spontan mit aufgenommen wurden. Sodass das Komitee nun aus insgesamt zwölf Mitgliedern besteht und eine gewisse Aufbruchsstimmung spürbar war. 

Präsidentenfrage noch offen 

Wer Präsident wird, ist noch nicht geklärt. Wie nach der Versammlung zu erfahren war, schien sich die neue Mannschaft schon auf eine Person geeinigt zu haben. 

Da man aber auch die drei jüngeren neuen Mitglieder mitreden lassen wolle, werde man dies in einer Versammlung am 12. Februar klären, erklärte Juwelier Nicolas Kremer, eines der neuen Komiteemitglieder. 

Pim Knaff: "Wollen uns wehren"

Dass die Aufgabe dieses zukünftigen Präsidenten nicht einfach wird, konnte man auch den Ansprachen von Bürgermeister Georges Mischo (CSV) und Pim Knaff (DP) entnehmen. 

Pim Knaff versuchte, die Lage des Stadtzentrums gar nicht erst schön zu reden. „Aber wir haben entschieden, uns dagegen zu wehren“, sagte er. Darauf folgte eine lange Liste von Maßnahmen, die die Stadt eingeleitet hat, um das Zentrum wieder attraktiver zu gestalten. 

Pop-up-Stores im April

Die Pop-up-Stores in Esch sollen im Frühjahr eröffnen.
Die Pop-up-Stores in Esch sollen im Frühjahr eröffnen.
Foto: Nicolas Anen

So kündigte er an, dass die Pop-up-Stores im ehemaligen Campo-Sport-Geschäft voraussichtlich im April eröffnen werden. Gemeinsam mit der Eröffnung des Restaurant Chiche, das von Flüchtlingen betrieben wird, erhofft er sich einen Aufschwung für den oberen Teil der Rue de l’Alzette. 


"Chiche" zieht es nach Esch
Ein Restaurant, das von Flüchtlingen betrieben wird, will eine Filiale in Esch/Alzette eröffnen.

Im Rahmen des Vitalisierungskonzeptes „Claire“ werden nun Gespräche mit den Eigentümern der Geschäftshäuser geführt. 

Dies in Bezug auf die Mieten. „Es ist wichtig, dass sie verstehen, dass sich die Lage geändert hat“, so Pim Knaff.

Er teilte Astrid Freis’ Analyse, dass durch die aktuelle Schaffung neuer Wohnungen in der Fußgängerzone die Kaufkraft im Stadtzentrum steigen werde. 


Lokales, Astrid Freis, Präsidentin Escher Geschäftsverband, Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Esch: Neue Investoren in der Fußgängerzone
Nach elf Jahren gibt Astrid Freis ihre Präsidentschaft im Escher Geschäftsverband auf. Trotz schwieriger Lage für viele Geschäftsleute werde derzeit viel in Esch investiert, erklärt sie.

Weiter unterstrich er, dass die Stadt die Budgets zahlreicher Organisationen oder Veranstaltungen erhöht habe, die für Leben im Stadtzentrum sorgen.

Darunter das Syndicat d’initiative, das Kunstprojekt Urban Art oder noch die Nuit de la culture sowie die Francofolies.

Esch habe viele Trümpfe, zähle heute 400 Geschäfte sowie 32.000 Arbeitsplätze. „Wir haben Schulen, Lyzeen, die Universität“, listete Pim Knaff auf. Dies solle Mut und Optimismus verleihen.

Verkehrsstudie angekündigt 

Bürgermeister Georges Mischo (l.), die scheidende Präsidentin des Escher Geschäftsverbandes Astrid Freis und Schöffe Pim Knaff.
Bürgermeister Georges Mischo (l.), die scheidende Präsidentin des Escher Geschäftsverbandes Astrid Freis und Schöffe Pim Knaff.
Anouk Antony

Zuvor hatte Georgs Mischo erklärt, dass sich in der nächsten Gemeinderatssitzung des leidigen Problems des Verkehrs und der Parkplätze angenommen werde. Eine Verkehrsstudie sowie erste Maßnahmen sollen dann vorgestellt werden. 

Weiter unterstrich er, dass Esch eine der fünf Gemeinden sei, die an der Initiative des „Cadastre commercial“, die vom Mittelstandsministerium ausgeht, teilnehme. Dadurch sollen die Behörden Informationen über Geschäftsflächen erhalten. 


Apotheke Bouchard in Esch geschlossen / Foto: Luc EWEN
Ein neues Konzept für die Escher Geschäftswelt
Während im Traditionshaus Librairie ABC der Räumungsverkauf läuft, wird am Freitag im Rathaus, Claire, ein neues Konzept für Esch vorgestellt.

Mit Optimismus in die Zukunft

Kurz, trotz Geschäftsschließungen, der Konkurrenz von Einkaufszentrum und Internethandel, die Escher Geschäftsleute und die Stadt geben den Eindruck, gewillt zu sein, das Ihre zu tun, um die Lage zu verbessern. 

So gab es am Montag, anders als in manchen Vorjahren, keine Zwischentöne während der Generalversammlung. Aber vielleicht lag das auch daran, dass Astrid Freis im Laufe des Abends immer wieder für ihre Arbeit der elf vergangenen Jahre gewürdigt wurde. 


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Visite Ariston, Foto Lex Kleren
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Vom Kleiderladen bis zur Tankstelle: Ab dem 31. Dezember dürfen Händler keine gratis Einwegtüten mehr an ihre Kunden verteilen. Viele Geschäfte haben bereits auf das Pendant aus Papier umgestellt.
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gegen eine Gebühr. Schon jetzt verlangen einige Geschäfte ein paar Cent dafür – nach dem 31. Dezember ist dies Pflicht.
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