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Esch und Südregion 2022: "Wir hoffen, dass sich 2022 alle lieber haben als 2021"
Lokales 3 Min. 22.04.2016

Esch und Südregion 2022: "Wir hoffen, dass sich 2022 alle lieber haben als 2021"

Der Escher Gemeinderat steht einstimmig hinter der Kandidatur zur europäischen Kulturhauptsstadt 2022.

Esch und Südregion 2022: "Wir hoffen, dass sich 2022 alle lieber haben als 2021"

Der Escher Gemeinderat steht einstimmig hinter der Kandidatur zur europäischen Kulturhauptsstadt 2022.
Foto: Nicolas Bouvy
Lokales 3 Min. 22.04.2016

Esch und Südregion 2022: "Wir hoffen, dass sich 2022 alle lieber haben als 2021"

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
"Wir wollen keinen Bling-bling", so Kulturschöffe Jean Tonnar am Freitag. Das Kulturjahr 2022 solle "zu uns passen", so Bürgermeisterin Vera Spautz. Der Gemeinderat von Esch entschied sich für das Motto "Liebe".

(na) - Am Freitag befasste sich der Escher Gemeinderat mit der Kandidatur von Esch und der Südregion zur europäischen Kulturhauptstadt 2022. "Wir wollen keinen Bling-bling", so Kulturschöffe Jean Tonnar (LSAP).

Das Kulturjahr soll nicht elitär sondern "terre-à-terre" sein, hatte zuvor Bürgermeisterin Vera Spautz (LSAP) betont: "Etwas, das zu uns passt".

Große Liebe im Minett

So sieht ein erstes Logo für Esch 2022. Im Vordergrund steht, von einem Herzen verdeutlicht, das Thema "Liebe".
So sieht ein erstes Logo für Esch 2022. Im Vordergrund steht, von einem Herzen verdeutlicht, das Thema "Liebe".
Foto: Luc Ewen

Entschieden wurde sich für die Thematik "Liebe". Anders als manch selbsternannter Experte vorgeschlagen habe, wurde nicht die Industriekultur als Hauptthema genommen, sondern die eine Thematik die jeden betreffe.

"Wir hoffen, dass sich 2022 alle etwas lieber haben als noch 2021", so Emmanuel Vinchon von der Beratungsfirma "Ecoute le paysage", der u.a. bei der Organisation des Kulturjahres in Mons (2015) mitgewirkt hat. Das könne auf den ersten Blick etwas simpel wirken, sei aber in einer von Krisen geprägte Zeit brandaktuell.

"Heartbeats" für die Kulturhauptstadt

Die Zahl der "Herzschläge" die für die Kulturhauptstadt schlagen soll, soll in den kommenden Monate und Jahre noch stark ansteigen.
Die Zahl der "Herzschläge" die für die Kulturhauptstadt schlagen soll, soll in den kommenden Monate und Jahre noch stark ansteigen.
Foto: Guy Jallay

Man wolle sich auf die rund 161.000 Einwohner der Südregion fokussieren, so Tonnar. Dies seien so viele "Herzschläge", die für die Region schlagen.

Eine Zahl, die höher hätte ausfallen können, wenn auch Kayl (Absage) und Käerjeng (Abwarten) von Anfang an die Kandidatur unterstützt hätten.

So erfolgte der Aufruf, den Dialog mit den betroffenen Gemeinden zu suchen, öfters während der Diskussion im Gemeinderat. 

Kosten für Esch: neun Millionen Euro

Während bereits bekannt war, dass die Teilnehmergemeinden bis zu 50 Euro pro Einwohner beitragen sollen, erklärte Rat André Zwally (CSV), dass die Rechnung für Esch neun Millionen Euro betragen dürfte.

Zur Erinnerung: Der Staat übernimmt zwei Drittel des auf 62 Millionen geschätzten Gesamtbudgets.

Deadline am 23. Mai

Jean Tonnar erinnerte daran, dass die Kandidatur von Esch und der Südregion erst einmal angenommen werden muss. Das Kandidaturdossier muss vor dem 23. Mai abgegeben werden.

Aber es wurde immer wieder betont, dass auch wenn Esch den Titel nicht erhalten sollte, bereits jetzt eine neue Dynamik im Kulturbereich entstanden sei. Dass das Kandidaturdossier in nur fünf Monaten entstehen konnte, wertete Emmanuel Vinchon als Rekord.

Esch und seine Klischees

Dank dem Label "Kulturhauptstadt" soll in Esch und im Süden ein Sprung nach vorne gelingen.
Dank dem Label "Kulturhauptstadt" soll in Esch und im Süden ein Sprung nach vorne gelingen.
Foto: Claude Piscitelli

Weiter unterstrich er, dass eine Kulturhauptstadt keine Aneinanderreihung von Events sei, sondern einer Stadt, und in diesem Fall einer Region, eine einmalige Gelegenheit geboten werde, sich weiterzuentwickeln.

Positive Auswirkungen seien nicht nur in der Kulturszene, sondern auch für Tourismus, Stadtentwicklung und Wirtschaft zu erwarten. Für Esch biete sich die Gelegenheit, sich von manchem Klischee zu lösen.

"In allen Vierteln und Straßen"

"Wir müssen auf jeden einzelnen eingehen", so Vinchon. Weshalb das Kulturjahr nicht nur auf manche Hauptstandorte, sondern "in allen Vierteln und Straßen" stattfinden soll. So wird zum Beispiel die Möglichkeit gegeben, Künstler zu sich nach Hause einzuladen.

Eine Herausforderung sei es, alle Skeptiker zu überzeugen, doch könnten im Endeffekt alle von einer Kulturhauptstadt profitieren.  

Kein Konkurrenzkampf

"All we need is love", könnte eine der großen Ausstellungen 2022 heißen.
"All we need is love", könnte eine der großen Ausstellungen 2022 heißen.
Foto: Guy Jallay

Zuvor hatte Jean Tonnar erklärt, dass es zu keinem Konkurrenzkampf zwischen den Austragungsorten in den verschiedenen Gemeinden kommen dürfte. So wird es keine größeren Events geben, die gleichzeitig in zwei Ortschaften stattfinden sollen, damit alle zur Geltung kommen können.

Neben der Südregion werden auch die acht Gemeinden der "Communauté de communes du Pays-Haut Val d'Alzette" (CCPHVA) einbezogen werden. Aber auch Partnerstädte der Stadt Esch. Obwohl die Kandidatur noch nicht zurückgehalten wurde, hätten sich bereits Städte wie Köln, Turin oder Lille gemeldet, so Vera Spautz.

Dort sei die Begeisterung zum Teil größer als in manchen Nachbargemeinden, kommentierte dazu Jean Tonnar.

Einstimmigkeit in Esch

Im Escher Gemeinderat war aber auch Begeisterung zu spüren.  Redner aller Parteien sprachen von einer einzigartigen Chance für Esch und die Region. Sodass die Abstimmung zur Unterstützung der Kandidatur einstimmig angenommen wurde.

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