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Esch gibt sich neues Parkingkonzept
Lokales 3 Min. 29.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Esch gibt sich neues Parkingkonzept

Escher Einwohner müssen sich auf eine Reihe Änderungen in Sachen Parking vorbereiten. So werden zum Beispiel die Preise für Parkvignetten in Zukunft gestaffelt.

Esch gibt sich neues Parkingkonzept

Escher Einwohner müssen sich auf eine Reihe Änderungen in Sachen Parking vorbereiten. So werden zum Beispiel die Preise für Parkvignetten in Zukunft gestaffelt.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 3 Min. 29.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Esch gibt sich neues Parkingkonzept

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Esch will über das Parkproblem Herr werden. Deshalb wurden zahlreiche Maßnahmen angekündigt, wie die Neureglung der Preise für Parkvignetten. Aber auch sogenannte Fahrradstraßen werden eingeführt.

„Wir müssen uns bewusst sein, dass das Auto nicht mehr den Platz einnehmen kann, den es bisher hatte. Wir müssen umdenken“, so begann Bürgermeister Georges Mischo am Freitag im Gemeinderat die Vorstellung des neuen Escher Parkingkonzepts. 

Wer nun befürchtet, die Stadt solle komplett autofrei werden, den beruhigte er schnell. Dennoch müssen sich die Einwohner auf eine ganze Reihe von Neuerungen einstellen.

Neue Preise für Parkvignetten

 So wird der Preis der jährlichen Parkvignette in Zukunft gestaffelt. Statt 15 Euro pro Auto wird die erste Vignette künftig gratis sein, während die zweite 60 Euro kosten wird. Eine dritte wird nicht angeboten. 

Es bleibt dabei, dass eine Parkvignette nur für ein Wohnviertel gültig ist und nicht für das gesamte Stadtterritorium. 

Das Prinzip, dass eine Parkvignette nur zum Parken im eigenen Stadtviertel erlaubt, bleibt bestehen.
Das Prinzip, dass eine Parkvignette nur zum Parken im eigenen Stadtviertel erlaubt, bleibt bestehen.
Foto: Lex Kleren

Wenige Viertelübergreifende Parkzonen

Zudem werden die Pufferzonen reduziert. Das heißt, dass es weniger Plätze an Viertelgrenzen geben wird, an denen Einwohner aus beiden Vierteln parken können. Dadurch erhofft sich die Stadt einen Parkplatzgewinn für die Stadtteile, in denen der meiste Druck herrscht. 

Lieferplätze nachmittags zugänglich

Weiter wurde angekündigt, dass die Lieferparkplätze, derer es 120 in der Stadt gibt, nur mehr von 8 bis 14 Uhr als solche ausgewiesen werden. Nachmittags können sie in Zukunft als normale Parkplätze genutzt werden.

Bewohnerparken wird eingeführt

In zentralen Straßen, in deren Nähe sich Parkplätze oder Parkhäuser befinden, wird das sogenannte Bewohnerparken eingeführt. Das bedeutet, dass nur mehr Anrainer dort parken dürfen. Besucher müssen auf die Parkhäuser ausweichen. 

Parklets statt Parkings

Auch wird auf sogenannte Parklets gesetzt. Das sind kleinere Parkplatzflächen, die in der warmen Saison umgestaltet werden können, um die Attraktivität des öffentlichen Raumes zu steigern. 

Samstags eine Stunde gratis im Brillparkhaus

Die Stadt Esch zählt etwa 1.300 Stellplätze in vier Parkhäuser.
Die Stadt Esch zählt etwa 1.300 Stellplätze in vier Parkhäuser.
Foto: Nicolas Anen

 Eine Neuigkeit betrifft auch das Parkhaus am Brillplatz. Da es nun ausgelastet sei, wird der Tarif von einem Euro auf 1,50 Euro die Stunde angehoben. Dafür wird aber samstags die erste Parkstunde gratis sein. Dies um der Geschäftswelt zu helfen. 

Zusätzliche Kurzparkplätze

Auch werden die Kurzzeitparkplätze, wie es sie beim Postamt gibt, ausgeweitet. Bei der Place der Remparts sind erste weitere geplant. 

 Radfahrer überholen verboten 


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Die Stadt will auch auf die Karte der sanften Mobilität setzen. Deshalb werden manche Straßen zu Fahrradstraßen umgestaltet. Dabei handelt es sich um eine Regelung, die erst kürzlich ihren Weg in die Straßenverkehrsordnung gefunden hat. 

 In solchen Straßen wird das Tempo für Autofahrer auf 30 Stundenkilometer limitiert. Vor allem aber dürfen dort keine Fahrradfahrer überholt werden. 

Einbahnstraßen für Radfahrer frei

Zudem will die Stadt auch manche Einbahnstraßen in der Richtung gegen den Verkehr für Radfahrer öffnen. 

Weiter soll die Radbrücke nach Belval, die 2022 eröffnen soll, durch neue Radwege mit Esch-Schifflingen und dem geplanten Schnellradweg nach Luxemburg verbunden werden. 

Langfristig soll auch der Boulevard JF Kennedy erneuert werden. Wann steht aber noch nicht fest.
Langfristig soll auch der Boulevard JF Kennedy erneuert werden. Wann steht aber noch nicht fest.
Foto: Nicolas Anen

Studie von 340 Seiten

Das genaue Timing für die Einführung all dieser Maßnahmen wurde nicht genannt. Sie basieren auf einer Studie von 340 Seiten, die mit Hilfe des Büros Schroeder et Associés erstellt wurde.  

Henri hinterscheid forderte eine Charta für Baustellen.
Henri hinterscheid forderte eine Charta für Baustellen.
Foto: Nicolas Anen

 Lob und Tadel der Opposition

Viel Lob für das Parkkonzept gab es vom ehemaligen Mobilitätsschöffen, Henri Hinterscheid (LSAP). Er versprach aber, dass die Opposition der Mehrheit „op d'Fangere kucke wäert“, was die Umsetzung anbelange.

Charta für Baustellen gefordert

 Auch forderte er eine Charta, laut der bei Baustellen nicht Rad- oder Gehwege blockiert werden, sondern eher Straßenverengungen erfolgen sollen. Eine Forderung, auf die Georges Mischo einging. 

Die Verkehrschaosskala 

 Kritischer zeigte sich Marc Baum (Déi Lénk). Die „euphorisierenden Worte“ des ehemaligen Mobilitätsschöffen zeigten, dass Kontinuität herrsche und der große Wurf des neuen Konzepts nicht erreicht wurde. 


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Mit Humor bemerkte Baum, dass das Verkehrschaos in Esch, nach dem Modell der Richterskala für Erdbeben, in Hinterscheid gemessen werde. 

Baum hat Georges Mischo, der nun seit 2017 für die Mobilität zuständig ist, bei einer rezenten Autofahrt, die Baum von einer Baustelle zur anderen geführt hatte, „mindestens 1,4 auf der Hinterscheidskala“ attestiert. 


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