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Esch/Alzette: Pläne des "Südspidol" stehen
Lokales 2 Min. 27.10.2015

Esch/Alzette: Pläne des "Südspidol" stehen

Das neue Südspidol soll aus mehreren Gebäuden bestehen.

Esch/Alzette: Pläne des "Südspidol" stehen

Das neue Südspidol soll aus mehreren Gebäuden bestehen.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 27.10.2015

Esch/Alzette: Pläne des "Südspidol" stehen

Drei Gebäude in Dreiecksform, mit leicht avantgardistischem Look, sollen ab 2022 alle Abteilungen des Chem an einem Ort vereinen, so die Escher Bürgermeisterin Vera Spautz am Freitag bei der Vorstellung des Großprojekts.

(na) -  Am Freitag wurden die Sieger des Architektenwettbewerbes zum Bau des künftigen „Südspidol“ bekannt gegeben. Das österreichische Team um Architekt Albert Wimmer soll den Bau errichten. Ausgedacht hat Wimmer sich einen Komplex aus drei dreieckigen Gebäuden. Nicht weniger als 56 Projekte waren beim Architekturwettbewerb eingereicht worden, von denen es acht in eine engere Auswahl schafften.

So könnte das Südspital einmal aussehen.
So könnte das Südspital einmal aussehen.
Grafik: Chem / Architektenbüro Albert Wimmer Zt-GMBH

Das größte, siebenstöckige Gebäude soll das eigentliche Kernkrankenhaus werden. Ein zweites Gebäude in der Mitte soll das "Centre Baclesse" beherbergen, während im dritten Teil u. a. die Geriatrie und Psychiatrie untergebracht werden.

 Am Kernkrankenhaus soll noch eine U-förmige Struktur angehängt werden, in der die Notaufnahme geplant ist. Dies u. a. um zu verhindern, dass Besucher und Patienten den selben Eingang benutzen müssen.

Keine Zweitklassenzimmer

Auch für das Innere der Zimmer hat sich Architekt Alber Wimmer einiges ausgedacht. Die Fensterbank, tief, dafür aber weit, könne als Sitzbank gebraucht, aber auch als Schlafplatz umgebaut werden, um kurzfristig einen Familienangehörigen bei sich zu haben.

Denn man wolle aus der Logik der Erst- und Zweitklassezimmer raus, erklärte Generaldirektor Dr. Michel Nathan. Demnach seien nur mehr Einzelzimmer mit individuellen Sanitäranlagen vorgesehen.

Nun müssen noch praktische Details mit dem Gewinner ausgehandelt werden. Sollte es zu keiner Einigung kommen (was aber wenig wahrscheinlich erscheint), würde mit dem Projektteam, das sich an zweiter Stelle klassifiziert hat, verhandelt. 

Öffnung im Jahr 2022

So hat sich das Architektenteam um Albert Wimmer das Südspidol ausgedacht.
So hat sich das Architektenteam um Albert Wimmer das Südspidol ausgedacht.
Foto: Pierre Matgé

Anschließend kann die eigentliche Planung in Angriff genommen werden. Normalerweise dürfte die Bauphase im Jahr 2018 beginnen und sich bis 2022 ziehen.

Aktuell ist der Chem auf die drei  Standorte, Esch, Düdelingen und Niederkorn aufgeteilt, die alle in die neuen Strukturen am Standort "Elsebrich", hinter dem Tice-Depot verlagert werden.

Der Standort befindet sich nur einen Steinwurf vom Verteilerkreis Raemerich entfernt. So ist er nicht nur verkehrstechnisch günstig gelegen, sondern auch in direkter Nähe zu den  Uni- und Forschungsgebäuden in Belval gelegen.

Was aus den bestehenden Chem-Strukturen in Esch, Düdelingen und Niederkorn wird, ist derzeit noch unklar.


Escher Chem wird nicht abgerissen

Die Escher Bürgermeisterin Vera Spautz stellte aber klar, dass nicht vorgesehen sei das Escher Chem-Gebäude abzureißen. Laut Dr. Michel Nathan, dem Generaldirektor des Chem gibt es für zwei der aktuellen Gebäude bereits klare Vorstellungen. Details wollte er allerdings nicht preisgeben.

Jährlich werden im Chem über 139 000 Patienten behandelt. Das Krankenhaus zählte vergangenes Jahr 1 827 Mitarbeiter und 250 Ärzte.

So könnte ein Zimmer aussehen. Die Fensterbank kann als Sitzplatz, aber auch als Schlafplatz für einen Familienangehörigen benutzt werden.
So könnte ein Zimmer aussehen. Die Fensterbank kann als Sitzplatz, aber auch als Schlafplatz für einen Familienangehörigen benutzt werden.
Grafik: Chem / Architektenbüro Albert Wimmer Zt-GMBH

Budget von 400 Millionen Euro

Wie Dr. Nathan erklärte, habe die Regierung 2012 ein Budget in Aussicht gestellt, das den Betriebskosten von 20 Jahren auf den drei aktuellen Standorten (Esch, Niederkorn und Düdelingen) entspräche – knapp 400 Millionen Euro.

Nicht inbegriffen sind ein Parkhaus sowie ein Ärztehaus. Diese müsse der Chem finanzieren, so Vera Spautz. Dank der Einsparungen an Betriebskosten, die dieser Neubau ermögliche, könnten die Ausgaben für den Bau bereits nach etwa einem Jahrzehnt eingespart werden.

Dies war der Ausschlag, warum nach den Fusionen mit den Krankenhäusern in Düdelingen (2004) und Niederkorn (2008) entschieden wurde, den Weg eines Neubaus zu gehen.


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