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Esch/Alzette: Infizierter Bewohner in Altenheim verstorben
Lokales 3 Min. 27.03.2020

Esch/Alzette: Infizierter Bewohner in Altenheim verstorben

Senioren und bereits vorerkrankte Menschen sind derzeit besonders gefährdet.

Esch/Alzette: Infizierter Bewohner in Altenheim verstorben

Senioren und bereits vorerkrankte Menschen sind derzeit besonders gefährdet.
Foto: Pixabay
Lokales 3 Min. 27.03.2020

Esch/Alzette: Infizierter Bewohner in Altenheim verstorben

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Im Seniorenheim "Op der Léier" in Esch/Alzette ist am Donnerstag ein bereits zuvor schwer erkrankter und mit Covid-19-Virus infizierter Bewohner gestorben. In den Servior-Einrichtungen wurden indes sechs weitere Bewohner positiv auf das Virus getestet, 120 befinden sich in vorbeugender Quarantäne.

Coronavirus - Altersheim les parcs du troisième âge Bartringen - Mehrere leute mit coronavirus infiziert -  Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Bartringen: Eine Tote und mindestens 15 Infizierte in Seniorenheim
In einem Wohn- und Pflegeheim für ältere Menschen in Bartringen herrscht derzeit der Ausnahmezustand. Dort sind 15 Senioren infiziert - eine Bewohnerin ist am Mittwochabend an den Folgen der Corona-Infektion verstorben.

Die starke Gefährdung von älteren Menschen durch Covid-19 stellt insbesondere die Pflege- und Wohnheime vor Herausforderungen. Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass im Seniorenheim "Les Parcs du troisième âge" in Bartringen eine Bewohnerin gestorben und 15 weitere am Corona-Virus erkrankt sind, meldet RTL nun am Freitag, dass ein infizierter Bewohner aus der Servior-Einrichtung "Op der Léier" in Esch/Alzette ebenfalls gestorben ist

Die genaue Todesursache ist uns nicht bekannt. Aufgrund der Vorerkrankung des Bewohners können wir nicht eindeutig bestätigen, dass die Person an den Folgen des Corona-Virus verstorben ist."

Nathalie Hanck, Servior

Diese Meldung bestätigt Nathalie Hanck, Leiterin des Kundendienstes bei Servior, am Freitagnachmittag dem "Luxemburger Wort". Sie präzisiert: "Es handelt sich dabei um einen Bewohner, der gesundheitlich bereits sehr geschwächt war, also schwere Vorerkrankungen hatte. Der Mann war deswegen auch schon wiederholt in Behandlung. Erst vor Kurzem, nach einem Krankenhausaufenthalt, wurde er positiv auf Covid-19 getestet. Er verstarb nun am Donnerstag. Die genaue Todesursache ist uns aber nicht bekannt. Deswegen können wir nicht eindeutig bestätigen, dass diese Person auch tatsächlich an den Folgen des Corona-Virus verstorben ist."

Ein infizierter Bewohner ist am Donnerstag im Wohn- und Pflegeheim verstorben.
Ein infizierter Bewohner ist am Donnerstag im Wohn- und Pflegeheim verstorben.
Foto: Guy Wolff

Man sei sich aber durchaus bewusst, dass aufgrund des hohen Alters das Risiko für Bewohner von Wohn- und Pflegeheimen sehr groß ist. Es sei nicht zu unterschätzen, dass viele von ihnen - laut Nathalie Hanck mehr als die Hälfte - durch diverse Vorerkrankungen belastet sind. "Es sind Menschen, die immer wieder ins Krankenhaus müssen, um dort behandelt zu werden und sich somit auch in der derzeitigen Krise der Außenwelt aussetzen müssen." 

Sechs Infizierte, 120 in präventiver Quarantäne

Wie Nathalie Hanck erklärt, kann dies dazu führen, dass sich die Bewohner mit dem Corona-Virus anstecken. Derzeit sind in den Einrichtungen von Servior denn auch sechs weitere Senioren nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert. "Es sind Bewohner aus den Wohnheimen in Düdelingen, Luxemburg-Stadt (Op der Rumm) und Wiltz. Die Meisten waren erst kürzlich von einem Krankenhausaufenthalt respektive -besuch zurückgekehrt. Die Betroffenen sind wohlauf und werden von unserem geschulten Personal intensiv betreut", so Hanck. Zusätzlich zu den sechs bestätigten Fällen gibt es aber auch noch neun Verdachtsfälle - diese Personen sind bereits getestet worden, man warte nur noch auf die Ergebnisse. 


Risikopatienten sind laut Dr.Nati, Pneumologe im CHL, Menschen mit mehr als 75 Jahren.
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Um die Bewohner der 15 Pflege- und Wohnheime von Servior bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen, werden derzeit alle Senioren, die nach einem Krankenhausaufenthalt zurückkehren, sofort in Quarantäne gesetzt. Demnach befinden sich laut Nathalie Hanck nun insgesamt 120 Betroffene in präventiver Isolierung. "Das bedeutet nicht, dass die Personen Symptome aufweisen. Mit dieser Maßnahme wollen wir auf Nummer sicher gehen und eine mögliche Verbreitung des Virus vermeiden", unterstreicht die Servior-Kundendienstleiterin und fügt hinzu: "Sobald ein Bewohner Symptome aufweist, wird er sofort getestet. Dementsprechend kann es sein, dass in den kommenden Tagen weitere Tests durchgeführt werden."

Personal in Auto-Quarantäne

In den 15 Servior-Wohneinrichtungen leben derzeit insgesamt etwa 1.650 Senioren. Diese werden von rund 2.000 Mitarbeitern betreut und gepflegt. Um die Kontinuität der Dienste und die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, muss demnach auch das Personal gesund bleiben. Derzeit würden denn auch keine positiv getesteten Mitarbeiter in den Einrichtungen arbeiten, so Hanck. 

Nathalie Hanck klärt über die Situation in den Servior-Einrichtungen auf.
Nathalie Hanck klärt über die Situation in den Servior-Einrichtungen auf.
Foto: Servior

"Unser Personal ist geschult. Sobald jemand Symptome aufweist, bleibt er zu Hause und macht den Test. Erst wenn dieser negativ ist, darf die Person wieder zur Arbeit", erklärt Nathalie Hanck und betont: "Ich kann versichern, dass in unseren Häusern derzeit keine nachweislich erkrankten Mitarbeiter tätig sind. Von denjenigen, die sich auf Eigeninitiative in Selbstquarantäne begeben haben - sei es, weil sie leichte Symptome hatten oder weil jemand aus ihrer Familie infiziert ist - sind höchstwahrscheinlich einige dabei, die tatsächlich das Virus in sich tragen. Wie viele es sind, weiß ich aber nicht."

Alles in allem würde es derzeit trotz des Notstandes keinen Personalmangel bei Servior geben. Und auch in Bezug auf das Material seien die Einrichtungen bestens versorgt. "Wir sind auch in ständigem Kontakt mit den Behörden des Gesundheitsministeriums. Und werden auch weiterhin alles Nötige tun, um das Wohlbefinden unserer Bewohner zu sichern", so Nathalie Hanck. 

Seit Mittwoch hat Servior auf ihrer Internetseite zudem die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie beantwortet.


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