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Esch/Alzette: Eine Schule in der "Paters-Kierch"?
Lokales 2 Min. 07.05.2015

Esch/Alzette: Eine Schule in der "Paters-Kierch"?

Die „Paterkierch“ in Esch/Alzette wurde 1922 bis 1923 auf Entschluss der „Société métallurgique des Terres-Rouges“ hin gebaut.

Esch/Alzette: Eine Schule in der "Paters-Kierch"?

Die „Paterkierch“ in Esch/Alzette wurde 1922 bis 1923 auf Entschluss der „Société métallurgique des Terres-Rouges“ hin gebaut.
Foto: Luc Ewen
Lokales 2 Min. 07.05.2015

Esch/Alzette: Eine Schule in der "Paters-Kierch"?

Schöffe Jean Tonnar, schlägt vor, in der Escher "Paters-Kierch" Schulklassen unterzubringen. Das Innenministerium hat seinerseits ein Rundschreiben über Kirchengebäude ausgegeben.

(na) - Seitdem die katholische Kirche eine Konvention mit dem Staat unterzeichnet hat, stellt sich in zahlreichen Gemeinden die Frage nach der Zukunft der Kirchengebäude. Nun hat das Innenministerium diesbezüglich ein Rundschreiben geschickt.

Darauf hatte Schöffe Jean Tonnar (LSAP) in Esch/Alzette nicht gewartet. Ihm schwebt bereits seit längerem die Idee vor, Schulklassen in der „Paterkierch“ unterzubringen. „Ich könnte mir vorstellen, dass aus der 'Paters-Kierch' eine Schule wird“, erklärt er, betont aber im gleichen Atemzug, dass es sich hierbei um eigene Gedankenspiele handle.

Jean Tonnar könnte sich vorstellen, dass in Zukunft Schüler in der "Paters-Kierch" unterrichtet werden.
Jean Tonnar könnte sich vorstellen, dass in Zukunft Schüler in der "Paters-Kierch" unterrichtet werden.
Foto: Tania Feller

Auch unterstreicht er, dass im Escher Schöffenrat nicht über ein solches Projekt gesprochen wurde, lediglich habe er diese Idee mal im Rahmen einer Gemeinderatssitzung ausgesprochen.

Laut Jean Tonnar könne die „Paterkierch“ womöglich eine der Escher Kirchen darstellen, die infolge der Trennung von Kirche und Staat in Zukunft nicht mehr für Gottesdienste genutzt werde.

Dank ihrer Höhe dürfte es möglich sein, eine Bodenplatte einzuziehen und so Klassenräume auf zwei Ebenen einrichten zu können. Die Umgebung, eine Parkanlage und ein Parkplatz, seien weitere gute Voraussetzungen für ein solches Vorhaben.

Oder etwa eine Bibliothek?

Eine Idee, die bei der größten Oppositionspartei im Escher Gemeinderat nicht auf Gegenliebe stößt. Viele Fragen würden aufgeworfen, unterstreicht André Zwally (CSV). So zum Beispiel die vom Pausenhof, oder die von den Infrastrukturen, die heutzutage in den Klassensälen Standard seien.

Grundsätzlich habe die CSV aber kein Problem damit, dass die Kirche einmal einer anderem Zweck dienen solle. Man dencke da aber eher an eine Bibliothek oder an ein Museum, so Zwally. Auf Nachfrage bei der Pfarrei hieß es, solche Projekte seien der Glaubensgemeinschaft nicht bekannt.

Empfehlung des Innenministeriums

Der Orden der Franziskaner mietete  die ST.-Heinrich-Kirche für 99 Jahre, weshalb die Kirche im Volksmund meist „Paterkierch“ genannt wird. Doch bereits 1955 verließen die Pater des Franziskanerordens Esch/Alzette.
Der Orden der Franziskaner mietete die ST.-Heinrich-Kirche für 99 Jahre, weshalb die Kirche im Volksmund meist „Paterkierch“ genannt wird. Doch bereits 1955 verließen die Pater des Franziskanerordens Esch/Alzette.
Foto: Luc Ewen

Kürzlich schickte das Innenministerium ein Rundschreiben betreffend der Kirchengebäude an die Gemeinden. Bekanntlich sollen sich Kirchenfabriken und Gemeinden bis spätestens zum 1. Januar 2017 einigen, welche Kirchen in den Besitz der Gemeinden übergehen und welche in den „Fonds de la Gestion des édifices religieux du culte catholique“ überführt werden sollen.

Während letztere weiter als Gebetshäuser bestehen werden, könnten Kirchengebäude, die in Gemeindebesitz übergegangen sind, desakralisiert und für neue Zwecke verwendet werden – allerdings unter der Bedingung „de respecter le caractère et la dignité des 
lieux“, wie es in der Konvention zwischen katholischer Kirche und Staat heißt. Im Rundschreiben des Innenministeriums wird der Werdegang für die Gemeinden festgehalten.

Diese sollen sich mit den Kirchenfabriken zusammensetzten und entscheiden, welche Kirche in den Fonds und welche Kirchengebäude gegebenenfalls in Gemeindebesitz übergehen sollen.


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