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Esch/Alzette: Drei neue Einrichtungen für die Kultur
Lokales 3 Min. 04.06.2020

Esch/Alzette: Drei neue Einrichtungen für die Kultur

Das ehemalige Möbelgeschäft Espace Lavandier wird zu einem Kunstzentrum.

Esch/Alzette: Drei neue Einrichtungen für die Kultur

Das ehemalige Möbelgeschäft Espace Lavandier wird zu einem Kunstzentrum.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 3 Min. 04.06.2020

Esch/Alzette: Drei neue Einrichtungen für die Kultur

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Die Stadt Esch plant mehrere große Projekte die im Zusammenhang mit Kunst und Kultur stehen. Dafür werden zurzeit drei Gebäude hergerichtet.

In drei großen Gebäuden wird gerade gewerkelt. Die Projekte, die dort entstehen, sind mehr oder weniger bekannt und auch die Standorte. Es geht um das Bridderhaus an der Rue Léon Metz, den Espace Lavandier am Boulevard Prince Henri und das Bâtiment IV auf der Industriebrache Esch-Schifflingen. Bis spätestens zum Kulturjahr 2022 sollen die Orte hergerichtet sein, um Kunst, Kultur und innovativen Austausch zu fördern.

Dementsprechend wurden am Donnerstag bei einer Pressekonferenz, die von Kulturschöffe Pim Knaff (DP) geleitet wurde, zwar keine Neuheit präsentiert, doch die Projekte werden konkreter. Außerdem gab es Bestätigung für, wie er sagt, „was schon im Flur geflüstert wurde“: Christian Mosar, ehemaliger künstlerischer Direktor von Esch 2022 wird künstlerischer Direktor von zwei der vorgestellten Projekte der Stadt: dem Kunstzentrum im Espace Lavandier und der Residenz Bridderhaus. Die administrative Verwaltung übernimmt die am 23. Mai gegründete Asbl frEsch. „Sie wird komplementär zu Esch 2022 funktionieren und für die Weitsicht der Projekte sorgen. Also auch in der Zeit nach Esch 2022“, erklärt Pim Knaff.

Kunstzentrum und Residenz 

In dem Espace Lavandier, einem ehemaligen Möbelgeschäft, das die Stadt gekauft hat, soll ab 2021 ein Kunstzentrum für zeitgenössische Kunst untergebracht werden. Fünf bis sechs Ausstellungen sind dort pro Jahr geplant. Aber auch thematische Ausstellungen mit edukativem Zweck werden angedacht. Praktisch seien auch die Lagerräume, unterstreicht der Kulturschöffe. Für die Zeit des Kulturjahres wird in enger Zusammenarbeit mit Esch 2022 über die Programmsetzung entschieden. 

Aus einem ehemaligen Krankenhaus aus dem Jahr 1878 wird die Residenz Bridderhaus.
Aus einem ehemaligen Krankenhaus aus dem Jahr 1878 wird die Residenz Bridderhaus.
Grafik: Architektenbüro Beng

Das Bridderhaus in rund zwei Kilometer Entfernung soll Anfang 2022 fertiggestellt werden. Bei dem ehemaligen Krankenhaus aus dem Jahr 1878 müssen noch Renovierungsarbeiten durchgeführt werden und es wird um einen Anbau in Holzbauweise erweitert. Bislang war lediglich die Rede, dass dort sogenannte Künstlerresidenzen geschaffen werden sollen, wo Künstler, die auch zusammen mit den Kulturinstitutionen der Stadt arbeiten, wohnen können. Dies für ein Jahr, ein halbes Jahr oder drei Monate. Pro Jahr wird so Platz für etwa 17 Personen geschaffen.


Bei den "Open Market Days" von Esch 2022 hatte der künstlerische Leiter  Christian Mosar seinen letzten Auftritt.
Christian Mosar verlässt Esch 2022
Personelle Veränderung: Der künstlerische Leiter Christian Mosar verlässt das Esch2022-Programm-Team

Im Erdgeschoss soll es aber auch Platz für ein breiteres Publikum geben, sozusagen ein Begegnungsort. Während des Kulturjahres werden die Räumlichkeiten in Kollaboration mit Esch 2022 besetzt. Mindestens eine Wohneinheit wird aber der Stadt vorbehalten bleiben.

Ein dritter Ort: Das Gebäude Bâtiment IV 

Ein etwas anderes Konzept wurde für das in der Nähe, auf der Industriebrache liegende, Bâtiment IV ausgearbeitet. Das ehemalige Arbed-Direktionsgebäude verfügt über eine Fläche von 3.000 Quadratmeter und ein Grundstück von 5.000 Quadratmeter. Auch dort soll Kunst und Kultur eine große Rolle spielen. Der Platz wird als „Tiers-lieu“, also dritter Ort, bezeichnet. Das Besondere soll sein, dass, mehr noch als ein festgelegtes Kulturprogramm, der Austausch im Vordergrund stehen soll. Der Ort wird als kollektives Experimentierfeld gesehen, an dem sich auch Gedanken über künftige Herausforderungen wie der Klimawandel gemacht werden. Die exakte Bestimmung wird sich also noch zeigen. 

Das ehemalige Arcelor Direktionsgebäude auf der Industriebrache Esch-Schifflingen wird zum Ort der Begegnung.
Das ehemalige Arcelor Direktionsgebäude auf der Industriebrache Esch-Schifflingen wird zum Ort der Begegnung.
Foto: Lex Kleren

In dem Gebäude, welches Arcelor Mittal zur Verfügung stellt, werden in den kommenden drei Jahren einige Akteure einen festen Platz haben. Zu ihnen zählen das Rote Kreuz, Cueva, Independent Little Lies, der Service National de la Jeunesse und Transition Minett. Weitere können temporär einziehen. Da keine größeren Renovierungen anstehen, ist die Eröffnung für Ende 2020 vorgesehen.

Vereinigung frEsch


Raum für Kreativität: Bevor auf der Brache Esch-Schifflingen das Quartier Alzette entsteht, werden die alten Gemäuer des ehemaligen Arbed-Direktionsgebäudes anhand von Kunstprojekten neu belebt.
Esch/Alzette: Künstler verwandeln Industriebrache
Dem alten Arbed-Direktionsgebäude auf der Brache Esch-Schifflingen wird neues Leben eingehaucht: Es soll zu einer Kreativwerkstatt werden.

Um unter anderem die administrative Verwaltung der Projekte zu leiten, wurde die Asbl frEsch gegründet. „frEsch wie frech, weil den Eschern oft nachgesagt wird, so zu sein, aber auch wie fresh, also frisch“, erläutert Pim Knaff. Darüber hinaus soll die Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht auch den Kulturplan „Connexions“ vorantreiben, welcher der Gemeinderat 2017 einstimmig angenommen hat. Der hat – knapp zusammengefasst – zum Ziel, aus Esch eine kulturell anerkannte Stadt hierzulande und in der Großregion zu machen. 

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